Apple M3: Zwischen Open-Source-Erfolg und Auslaufmodell

Asahi Linux 7.0 ermöglicht erstmals Alpha-Nutzung auf M3-MacBooks. Während M3 Ultra in Benchmarks führt, sinken die Preise für M3-Geräte deutlich.

0 erstmals Alpha-Unterstützung für M3-MacBooks – ein Meilenstein für die Open-Source-Community. Während Apple mit dem M5-Chip längst in die nächste Generation gestartet ist, zeigt sich: Der M3 ist technisch noch lange nicht abgeschrieben. Neue Benchmarks und Preisnachlässe zeichnen ein differenziertes Bild.

Asahi Linux 7.0: Open-Source-Durchbruch für M3

Am 26. April 2026 veröffentlichte das Asahi-Linux-Team die Version 7.0 seines Betriebssystems. Erstmals sind damit zentrale Hardwarekomponenten von M3-MacBooks im Alpha-Stadium nutzbar: Tastatur, Trackpad, interner Speicher und Display funktionieren. Auch die PCIe- und NVMe-Controller wurden aktiviert – die Open-Source-Kompatibilität nähert sich damit dem Niveau des M1-Chips an.

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Besonders bemerkenswert ist der Fortschritt beim Energiemanagement. Ein neuer Power-Management-Prozessor (PMP) senkt den Stromverbrauch im Leerlauf um rund 20 Prozent. Zudem integriert das Update die Variable-Refresh-Rate-Unterstützung (VRR) für ProMotion-Displays. Ein Wermutstropfen bleibt: Die vollständige GPU-Beschleunigung fehlt unter Linux weiterhin. Und für den M4-Chip, so die Entwickler, werde die Unterstützung aufgrund grundlegender Änderungen im chipdesign noch länger auf sich warten lassen.

Bereits am 28. April 2026 soll der Fedora Asahi Remix 44 erscheinen, der die Installation für Nutzer weiter vereinfacht.

Benchmark-Vergleich: M3 Ultra hält die Spitze

Aktuelle PassMark-CPU-Mark-Werte vom 28. April 2026 belegen: Der M3 Ultra mit 32 Kernen erreicht stolze 72.769 Punkte. Zum Vergleich: Der M5 Pro mit 18 Kernen kommt auf 57.809 Punkte. Die Ultra-Klasse der M3-Generation bleibt damit in rechenintensiven Multithread-Aufgaben führend.

Interessant ist auch der Vergleich der Einstiegschips: Der M4 mit 10 Kernen erzielt 22.203 Punkte – ein Wert, der auf dem Niveau des 8-Kern-M1 Max und M1 Pro liegt. Die Kernbotschaft: Während die Effizienz pro Kern stetig steigt, bieten die massiven Kernzahlen der Ultra-Modelle weiterhin einen klaren Vorteil für anspruchsvolle Workloads.

Im mobilen Segment misst der A18 Pro-Chip aus dem neuen MacBook Neo mit: Geekbench 6 zeigt 3.428 Punkte im Single-Core und 8.531 im Multi-Core. Damit ist der A18 Pro im Single-Core rund 46 Prozent schneller als der ursprüngliche M1 – im Multi-Core liegt er jedoch nur knapp vor dem M1 und weit hinter den M3-Prozessoren.

Marktbereinigung: M3-Geräte im Ausverkauf

Mit dem Start der M5-Familie räumen Händler ihre M3-Bestände. Seit dem 27. April 2026 senken große Einzelhändler die Preise für das M3 iPad Air um bis zu 250 Euro. Das 11-Zoll-Einstiegsmodell ist bereits ab 499 Euro zu haben, die 1-Terabyte-Cellular-Version des 13-Zoll-Modells für 1.149 Euro.

Der Trend wird durch die Einstellung des M4 MacBook Air untermauert. Das neue M5-Modell startet bei 1.099 Euro für die 13-Zoll-Version. Der M5-Chip bietet deutliche Verbesserungen: Die GPU ist bis zu 30 Prozent schneller als beim M4, Raytracing sogar 45 Prozent. Zudem erhöht Apple die Basisspeicherkonfiguration auf 16 GB RAM und 512 GB SSD.

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Branchenbeobachter sehen den M3 nun in einer Nische: Er bietet keine spezialisierte KI-Beschleunigung wie der M5 – Apple spricht von einer fast zehnfachen KI-Leistung gegenüber dem M1. Dennoch bleibt der M3 eine leistungsstarke Option für alle, die keine neuesten neuronalen Verarbeitungsfähigkeiten benötigen.

Branchenkontext: KI treibt kürzere Hardwarezyklen

Die aktuelle Entwicklung zeigt einen grundlegenden Wandel in der PC-Branche: Hardwarelebenszyklen werden durch die rasante KI-Integration immer kürzer. Der M3 war ein architektonischer Sprung, doch der M5 wurde speziell für „Apple Intelligence“ und Large-Language-Model-Inferenz optimiert.

Mit dem MacBook Neo für 699 Euro (599 Euro für Studenten) schafft Apple zudem einen neuen Einstiegspunkt, der auf dem A18 Pro-Chip basiert. Der Markt spaltet sich: Das Neo bedient Bildungs- und Basiskonsumenten, der M5 professionelle und KI-lastige Workloads. Der M3 besetzt zunehmend eine Nische für Entwickler und Nutzer, die Open-Source-Kompatibilität oder günstige Hochkern-Workstations suchen.

Auch außerhalb des Apple-Ökosystems wächst der Druck. Ende April 2026 zeigten Benchmarks für Intels „Wildcat Lake“ Core 5 320 eine um rund 21 Prozent höhere Multithread-Leistung als der A18 Pro. Diese Chips zielen auf günstige, lüfterlose Laptops ab – und erhöhen den Druck auf Apple, die mit dem M3 und M4 etablierte Leistungs-pro-Watt-Grenze weiter zu verschieben.

Ausblick: M3 als Spezialist für Linux und Nischen

In den kommenden Monaten wird sich der Fokus sowohl bei Apple als auch bei Community-Projekten wie Asahi Linux auf den M5 und M6 richten. Apples Marketingstrategie setzt auf einen „frischen und zugänglichen“ Ansatz für das MacBook Neo, während die M-Serie weiterhin auf Höchstleistung ausgelegt bleibt.

Für den M3 liegt die Zukunft vor allem in der Software-Optimierung. Sobald Open-Source-Treiber für GPU und Neural Engine entwickelt sind, könnte der Chip in spezialisierten Linux-Umgebungen ein zweites Leben erhalten. Im breiten Konsumentenmarkt wird der M3 jedoch schnell zum Legacy-Produkt – die Lagerbestände der M4 Mac minis sind bereits knapp, und M5-Angebote sind sofort gefragt. Bis Ende 2026 dürfte der M3 vor allem im Refurbished-Markt und in spezialisierten Profi-Nischen zu finden sein, wo seine leistungsstarken Multikern-Konfigurationen weiterhin kosteneffizient bleiben.