Apple M4: Hacker entsperrt 15,8 TFLOPS KI-Potenzial

Ein Sicherheitsforscher umgeht die Leistungssperren des Apple M4 Neural Engine und ermöglicht KI-Training direkt auf dem Chip.

Ein Hardware-Experte hat die Leistungssperren des Apple M4 Neural Engine umgangen und damit ungeahnte KI-Potenziale freigelegt. Der Hack ermöglicht rechenintensive KI-Trainings direkt auf dem Chip – ohne Umweg über die GPU.

Revolution im Neural Engine

Der Sicherheitsforscher 0x0SojalSec veröffentlichte am 17. Juni 2026 einen detaillierten Bericht über die erfolgreiche Umgehung der Softwarebeschränkungen. Mit einer selbst entwickelten Model Intermediate Language (MIL) gelang es ihm, vollständiges Backpropagation und Transformer-Training auf dem Apple Neural Engine (ANE) durchzuführen – und das völlig unabhängig von Apples Standard-Frameworks wie CoreML oder Metal.

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Die entscheidende Neuerung: Statt auf den NAND-Flash-Speicher zurückzugreifen, nutzt der Workaround das System-RAM. Das beschleunigt die Verarbeitung erheblich. Die freigeschaltete Rechenleistung von rund 15,8 TFLOPS lag bislang brach – blockiert durch die üblichen Software-Schichten des Betriebssystems.

Der M4-Chip, gefertigt im TSMC-N3E-Verfahren mit 28 Milliarden Transistoren, besitzt demnach ein enormes, bislang ungenutztes KI-Potenzial.

Apples KI-Offensive: Intelligence 2.0 startet

Die Enthüllung kommt zu einem strategisch brisanten Zeitpunkt. Erst am 8. Juni 2026 hatte Apple auf der Worldwide Developers Conference (WWDC) Apple Intelligence 2.0 vorgestellt. Die neue KI-Suite bringt Funktionen wie Bildschirmbewusstsein, persönliche Kontextsensitivität und eine eigenständige Siri-App mit.

Herzstück sind neue Foundation-Modelle mit rund 1,2 Billionen Parametern, die Apple in einer Lizenzpartnerschaft mit Google Gemini entwickelt hat. Die erweiterten Siri-KI-Funktionen bleiben allerdings High-End-Geräten vorbehalten: der iPhone 17 Pro-Serie, iPads mit M4-Chip sowie Macs mit M3 oder neueren Prozessoren.

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Die kommenden Betriebssysteme – iOS 27 und macOS 27 „Golden Gate“ – setzen auf Private Cloud Compute, um die komplexen KI-Aufgaben datenschutzkonform zu verarbeiten.

Hardware-Ökosystem wächst – Sicherheitslücken bleiben

Während Enthusiasten die neuen Möglichkeiten des M4 erkunden, treibt Apple die Expansion seiner M-Serie voran. Aktuelle Preisanpassungen für das iPad Air M4 (8-Core-CPU, 16-Core-Neural Engine) zeigen die Dynamik im Markt. Anfang Juni weitete Apple die Siri-KI-Unterstützung zudem auf die iPhone-15-Serie und M2-basierte Macs aus – mittels eines Hybrid-Modells aus lokaler und Cloud-Verarbeitung.

Doch die Plattform bleibt im Fokus der Sicherheitsforschung. Bereits im Frühjahr 2026 entdeckten Experten eine schwerwiegende Schwachstelle namens „Mythos“, die M5- und A19-Hardware betrifft. Zwischen dem 25. April und 1. Mai 2026 gelang Sicherheitsforschern ein Kernel-Exploit, der die Memory Integrity Enforcement (MIE) umging. Ein 55-seitiger Bericht über die Zero-Day-Lücke wurde an Apple übergeben.

Blick in die Zukunft: 1,4-Nanometer-Chips ab 2028

Die Roadmap des Konzerns reicht weit über die aktuelle M4- und kommende M5-Generation hinaus. Branchenberichten zufolge bereitet Apple den Umstieg auf 1,4-Nanometer-Chip-Technologie vor. Die A22-Pro-Chips, gefertigt im TSMC-A14-Verfahren, sind für High-End-iPhones ab 2028 geplant.

Im Vergleich zu den 2-Nanometer-Chips des iPhone 18 Pro (2026) verspricht die neue Technologie entweder 15 Prozent mehr Leistung oder 30 Prozent weniger Energieverbrauch. Intel steht als möglicher Zweithersteller für diese 1,4-Nanometer-Komponenten ab 2028 bereit.