Apple M5-Exploit: KI-Forscher knacken Kernel in fünf Tagen

KI-gestützte Forschung findet macOS-Lücken in Tagen, Apple begrenzt Bounty-Meldungen und erhöht Prämien auf über 5 Millionen US-Dollar.

Die fortschreitende Integration von Künstlicher Intelligenz in die Cybersicherheitsforschung führt zu einer signifikanten Beschleunigung bei der Entdeckung und Ausnutzung komplexer Systemlücken. Ein zentrales Beispiel für diese Entwicklung ist die Forschungsarbeit des Security-Startups Calif, dem es im Frühjahr 2026 gelang, unter Einsatz spezialisierter Sprachmodelle einen Exploit für den macOS-Kernel sowie das M5-System von Apple zu entwickeln.

Automatisierung von Kernel-Exploits durch das Project Glasswing

Im Rahmen der Forschungsinitiative „Project Glasswing“ demonstrierten die Calif-Forscher Bruce Dang, Thai Duong und Dion Blazakis die Effizienz automatisierter Analysewerkzeuge. Zwischen dem 25. April und dem 1. Mai 2026 nutzten die Experten das Modell Mythos von Anthropic, um die Apple MIE (Management Interface Engine) auf dem M5-Chip zu umgehen. Dieser Vorgang markierte den ersten öffentlichen Kernel-Memory-Corruption-Exploit für diese Chip-Generation.

Die Forscher dokumentierten ihre Erkenntnisse in einem 55-seitigen Bericht, der an die Apple-Zentrale in Apple Park übergeben wurde. Die Analyse zeigt, wie über einen Privilege-Escalation-Exploit, der unter Zuhilfenahme von Claude Mythos erstellt wurde, tiefgreifende Zugriffsrechte innerhalb von macOS erlangt werden konnten. Die Geschwindigkeit der Entdeckung – innerhalb von lediglich fünf Tagen – unterstreicht das veränderte Bedrohungspotenzial durch KI-gestützte Angriffsszenarien.

Anpassungen im Apple Security Bounty Programm

Die Zunahme KI-generierter Sicherheitsberichte hat den Technologiekonzern Apple dazu veranlasst, regulatorische Gegenmaßnahmen für sein Bug-Bounty-Programm zu ergreifen. Anfang August 2026 wurde bekannt, dass das Unternehmen die Anzahl der zulässigen Einreichungen für Sicherheitsmeldungen begrenzt hat. Zudem wurde eine 30-tägige Abkühlphase eingeführt, um die Flut an automatisierten Berichten zu bewältigen und die Qualität der eingereichten Schwachstellen sicherzustellen.

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Diese Entscheidung hat unmittelbare finanzielle Auswirkungen auf externe Sicherheitsforscher. Das Unternehmen Bynario gab unter der Leitung von CEO Alfredo Pesoli an, mithilfe von ChatGPT innerhalb von drei Wochen mehr als 50 macOS-Schwachstellen identifiziert zu haben, darunter eine Kette zur Privilegieneskalation. Aufgrund der neu eingeführten Deckelung konnte Bynario einen schwerwiegenden macOS-Fehler mit einem potenziellen Prämienwert zwischen 100.000 und 200.000 US-Dollar zunächst nicht formal melden. Apple hat inzwischen Kontakt zu dem Unternehmen aufgenommen.

Skalierung der Schwachstellensuche durch spezialisierte Modelle

Die Effektivität von KI-Modellen der nächsten Generation zeigt sich auch in der Identifizierung spezifischer Fehlercodes. Bynario setzte das Modell Atlas (GPT-5.5) ein, um die Screen-Sharing-Schwachstelle CVE-2026-43760 aufzuspüren. Diese Lücke wurde in der Folge durch das Sicherheitsupdate macOS Tahoe 26.6 geschlossen.

Apple selbst nutzt nach vorliegenden Informationen intern KI-Lösungen von Anthropic und OpenAI, um die Suche nach Schwachstellen zu unterstützen und die Triage-Prozesse eingehender Meldungen zu optimieren. Für besonders kritische Funde lobt der Konzern mittlerweile maximale Prämien von über 5 Millionen US-Dollar aus.

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Branchenweite Verlagerung auf automatisierte Validierung

Die jüngsten Sicherheitsupdates für macOS Sonoma 14.8.8, Sequoia 15.7.8 und Tahoe 26.6, die Anfang August 2026 veröffentlicht wurden, beheben insgesamt over 100 Schwachstellen. Ein Teil dieser Korrekturen wird direkt auf die Arbeit mit KI-Systemen wie Claude zurückgeführt.

Experten wie Rafe Pilling von Sophos beobachten in diesem Zusammenhang eine grundlegende Transformation der Sicherheitsbranche. Bug-Bounty-Programme verlagern sich zunehmend auf eine Validierung mit Maschinengeschwindigkeit. Die jüngsten Update-Zyklen enthielten demnach eine fünffach höhere Anzahl an Fixes im Vergleich zu früheren Perioden, was die gesteigerte Frequenz bei der Entdeckung von Fehlern durch automatisierte Systeme widerspiegelt.