Der iPhone-Konzern überarbeitet seine Chip-Strategie grundlegend. Künstliche Intelligenz bekommt oberste Priorität – zulasten bewährter Prozessorlinien.
Apple stellt seine Halbleiter-Roadmap auf den Kopf. Statt wie gewohnt mehrere Varianten des M6-Chips auf den Markt zu bringen, konzentriert sich der Konzern auf die schnellere Entwicklung der M7-Familie. Das Ziel: weniger Abhängigkeit von externen Zulieferern für die wachsende KI-Infrastruktur.
M6 kommt – aber nur als Basismodell
Der Basis-M6 soll Ende 2026 auf den Markt kommen. Erste Tests laufen bereits in Einstiegs-Modellen des MacBook Pro. Die technischen Daten versprechen einen deutlichen Sprung: Der neue Chip bietet rund 200 GB/s Speicherbandbreite – ein kräftiges Plus gegenüber den 153 GB/s der M5-Generation. Dazu kommen bis zu 12 GPU-Kerne und verbesserte Video-Encoder.
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Doch wer auf leistungsstärkere Versionen gehofft hat, wird enttäuscht. Apple wird die Varianten M6 Pro, M6 Max und M6 Ultra Berichten zufolge auslassen. Stattdessen soll der M7 bereits in der ersten Jahreshälfte 2027 erscheinen – mit 240 GB/s Bandbreite und deutlich verbesserten KI-Fähigkeiten.
KI-Offensive: Der Weg in die Unabhängigkeit
Der Strategiewechsel hat einen handfesten Grund: Apples hauseigene Server-Chips kommen bei anspruchsvollen KI-Aufgaben an ihre Grenzen. Aktuelle Systeme mit M2-Ultra-Prozessoren kämpfen mit den Anforderungen moderner KI-Features. Für komplexe Berechnungen muss der Konzern derzeit auf Nvidia-Hardware in der Google Cloud zurückgreifen.
Der hauseigene KI-Serverchip „Baltra“ verzögert sich indes – ein Start noch 2026 gilt als unwahrscheinlich. Um die Lücke zu schließen, sucht Apple gezielt nach Übernahmekandidaten unter KI-Spezialisten. Finanziell ist der Weg frei: Finanzchef Kevan Parekh hat das langjährige Ziel der „Nettoliquiditätsneutralität“ aufgegeben. Das schafft Spielraum für größere Zukäufe.
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Bereits im Januar 2026 übernahm Apple für zwei Milliarden Euro das KI-Unternehmen Q.ai – die größte Akquisition seit dem Kauf von Beats.
M7 Ultra: Der Superchip für 2029
Die langfristige Planung reicht bis zum Ende des Jahrzehnts. Ein durchgesickertes Datenblatt zum M7 Ultra verspricht bis zu 1,5 Terabyte Arbeitsspeicher – eine Verdreifachung gegenüber dem M3 Ultra. Der Chip soll ab 2029 das Rückgrat einer eigenen KI-Serverplattform bilden.
Die Versorgungskette ist bereits gesichert: Apple hat die Partnerschaft mit Broadcom bis 2031 verlängert. Für die übernächste Generation, den M8, ist eine Fertigung in 1,4-Nanometer-Technologie geplant.
China gibt grünes Licht – Führungswechsel steht bevor
Ein wichtiges regulatorisches Hindernis ist ausgeräumt: Die chinesischen Behörden haben am Donnerstag den Start von Apple Intelligence im Reich der Mitte genehmigt. Für den Rollout arbeitet Apple mit den lokalen Partnern Alibaba und Baidu zusammen.
Die strategischen Weichenstellungen fallen in eine Zeit des Umbruchs. Im September übernimmt John Ternus den Chefposten von Tim Cook. Chip-Chef Johny Srouji bleibt an Bord und treibt den Ausbau der Hardware-Sparte voran. Die Börse reagierte positiv: Die Apple-Aktie legte um 4,01 Prozent zu und schloss bei umgerechnet rund 300 Euro.

