Apple MacBooks: Netzteil ab sofort nur noch extra

Apple liefert neue MacBook-Modelle in der EU und Großbritannien ohne Ladegerät aus. Die Maßnahme erfolgt vor einer EU-Richtlinie und kann für Kunden zu Zusatzkosten führen.

Apple liefert seine neuen MacBooks in Europa ohne Netzteil aus. Der Schritt betrifft den günstigen MacBook Neo sowie die M5-Modelle von Air und Pro. Er kommt kurz vor Inkrafttreten einer strengen EU-Richtlinie zu Elektroschrott.

EU-Richtlinie zwingt zum Umdenken

Hinter der Verpackungsänderung steckt die EU-Funkgeräterichtlinie. Sie zielt darauf ab, Elektroschrott zu reduzieren und Ladeanschlüsse zu vereinheitlichen. Nach Smartphones müssen nun auch Laptops bis zum 28. April 2026 nachziehen. Hersteller müssen Verbrauchern die Option bieten, Geräte ohne Ladegerät zu kaufen.

Apple geht noch einen Schritt weiter: Statt zwei Verpackungsvarianten anzubieten, entfällt das Netzteil in der EU und Großbritannien komplett. Rechtsexperten sehen darin einen Weg, die Vorgaben zu erfüllen und gleichzeitig die Logistik zu vereinfachen.

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Zusatzkosten für europäische Kunden

Die Umweltvorteile sind klar, doch für viele Käufer bedeutet die Änderung zunächst zusätzliche Kosten. Der viel beworbene Einstiegspreis des MacBook Neo von 599 US-Dollar oder 599 Britischen Pfund gilt nur für das Gerät selbst.

Wer kein passendes, leistungsstarkes USB-C-Netzteil besitzt, muss es separat kaufen. In Deutschland kostet das offizielle Apple 70W-Netzteil 65 Euro. Für die leistungsstärkeren M5 Pro und Max Modelle sind noch teurere Adapter nötig. Ein Ladekabel liegt dem Gerät weiterhin bei.

Interessant: Die Regelung gilt nur regional. Kunden in den USA oder anderen Märkten erhalten das Netzteil nach wie vor im Lieferumfang.

Teil einer langfristigen Strategie

Für Apple ist dies kein Einzelfall, sondern der nächste Schritt einer mehrjährigen Strategie. 2020 verschwand das Netzteil erstmals aus der iPhone-Verpackung, 2021 folgte die Apple Watch. Ende 2025 testete Apple die Maßnahme beim 14-Zoll MacBook Pro in Europa, nun wird sie auf die gesamte portable Mac-Linie ausgeweitet.

Verbraucherschützer reagieren gespalten. Umweltverbände begrüßen die Reduzierung von Elektroschrott. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass Laptops deutlich mehr Leistung benötigen als Smartphones. Viele Haushalte besäßen kein passendes Ersatzgerät. Die Folge: Einige Käufer greifen zu günstigeren, nicht zertifizierten Drittanbieter-Netzteilen – mit Risiken für die Hardware.

Branche unter Zugzwang

Apples Entscheidung hat Signalwirkung für die gesamte PC-Branche. Marktbeobachter erwarten, dass große Windows-Hersteller in den kommenden Wochen ähnliche Schritte in Europa gehen werden, um die Frist einzuhalten. Apple setzt mit der frühen Umsetzung einen Präzedenzfall.

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Gleichzeitig bringt der günstige MacBook Neo mit A18 Pro-Chip Bewegung in den Einsteigermarkt. Der niedrige Basispreis könnte jedoch in Europa an Strahlkraft verlieren, wenn die Gesamtkosten durch den separaten Netzteil-Kauf steigen.

Ein globaler Trend zeichnet sich ab

Die EU-Regulierung könnte zum globalen Standard werden. Großbritannien hat sich bereits angeschlossen, unter anderem aus logistischen Gründen. Branchenanalysten prognostizieren, dass multinationale Technologiekonzerne die Netzteile langfristig weltweit aus der Verpackung nehmen könnten, um ihre Prozesse zu vereinheitlichen.

Für Verbraucher bedeutet das: Beim nächsten Laptop-Kauf 2026 genau prüfen, was im Lieferumfang enthalten ist. Der April-Termin markiert das Ende einer Ära – in Europa wird das mitgelieferte Laptop-Netzteil bald der Vergangenheit angehören.