Apple macht Diebstahlschutz für iPhones zur Pflicht

Apple aktiviert den Schutz vor Passcode-Diebstahl in iOS 26.4 automatisch, um Nutzer vor Identitätsdiebstahl zu bewahren. Kritische Aktionen erfordern Biometrie und Wartezeiten.

Apple stellt den Kampf gegen Smartphone-Diebe auf eine neue Grundlage. Mit der aktuellen Entwicklerversion von iOS 26.4 aktiviert der Konzern den „Diebstahlschutz“ erstmals automatisch für alle. Diese Kehrtwende von einer freiwilligen zu einer Standard-Funktion unterstreicht, wie ernst die Bedrohung durch Passcode-Diebstähle geworden ist. Für Nutzer bedeutet das mehr Sicherheit, aber auch weniger Komfort in unbekannter Umgebung.

Vom Nischen- zum Standard-Feature

Bisher mussten iPhone-Besitzer den wirksamen Diebstahlschutz mühsam in den Einstellungen selbst aktivieren. Das ändert sich grundlegend. Seit dem 16. Februar schaltet sich die Funktion in der iOS 26.4 Beta automatisch ein. Analysen deuten darauf hin, dass Apple damit auf eine zu geringe Nutzungsrate reagiert – trotz der effektiven Abwehr gegen sogenannte „Shoulder-Surfing“-Angriffe.

Bei dieser Methode beobachten Diebe das Eintippen des numerischen Codes, stehlen das Gerät und haben dann freie Bahn. Mit dem Passcode konnten Kriminelle bisher das Apple-ID-Passwort zurücksetzen, „Wo ist?“ deaktivieren und Bankkonten leerräumen. Die automatische Aktivierung soll Millionen Nutzer schützen, ohne dass sie die technischen Details verstehen müssen.

So macht Apple Dieben das Leben schwer

Der Kern des Schutzes: In unbekannter Umgebung verliert der Passcode seinen Status als Universalschlüssel. Will jemand auf die iCloud Keychain mit allen Passwörtern zugreifen, Kreditkartendaten einsehen oder das Gerät löschen, ist künftig zwingend die biometrische Authentifizierung per Face ID oder Touch ID nötig. Ein Fallback per Code gibt es nicht.

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Für besonders kritische Aktionen wie die Änderung desApple-ID-Passworts kommt eine weitere Hürde hinzu: eine einstündige Sicherheitsverzögerung. Nach der ersten biometrischen Freigabe muss der Nutzer eine Stunde warten und sich erneut authentifizieren. Dieses Zeitfenster soll Opfern die Möglichkeit geben, ihr Gerät aus der Ferne als verloren zu markieren und ihre Konten zu sichern, bevor der Dieb sie aussperrt. Das System erlernt „vertraute Orte“ wie Zuhause oder den Arbeitsplatz automatisch, um legitime Nutzer nicht unnötig zu behindern.

Parallel: Kritisches Sicherheits-Update geschlossen

Noch vor diesem proaktiven Diebstahlschutz hat Apple eine akute Lücke gestopft. Mit iOS 26.3 schloss der Konzern eine bereits aktiv ausgenutzte Zero-Day-Schwachstelle (CVE-2026-20700). Das Problem lag im dyld-Prozess, der für das Laden von Apps zuständig ist, und ermöglichte die Ausführung von Schadcode.

Sicherheitsexperten betonen: Während der Diebstahlschutz vor physischem Zugriff schützt, ist nur ein aktuelles Betriebssystem der Schutz vor solchen Remote-Angriffen. Nutzer sollten prüfen, ob sie mindestens iOS 26.3 installiert haben.

Der Preis für mehr Sicherheit

Die Entscheidung für Sicherheit als Standard löst eine Debatte über den Balanceakt zwischen Schutz und Nutzerkomfort aus. Apple erzwingt einen Trade-off: maximale Sicherheit vor Identitätsdiebstahl gegen mögliche kleine Umstände, wenn man unterwegs Einstellungen ändern will.

Dieser „Security-by-Default“-Ansatz folgt einem Branchentrend. Da Smartphones zur primären Authentifizierung für Bankgeschäfte und digitale Identitäten geworden sind, ist das Risiko eines geknackten Passcodes zu hoch, um den Schutz optional zu lassen. Nutzer können den Diebstahlschutz zwar deaktivieren, doch auch das erfordert biometrische Freigaben und Wartezeiten – ein weiteres Hindernis für Diebe.

Ausblick: Weniger Wert für gestohlene iPhones

Die endgültige Version von iOS 26.4 wird für März oder April 2026 erwartet. Sie könnte den grundlegenden Sicherheitsstandard für iPhones deutlich anheben. Wenn die Gegenmaßnahmen flächendeckend greifen, könnte der Wert gestohlener iPhones auf dem Schwarzmarkt erheblich sinken. Ohne die biometrischen Daten des Besitzers wären die Geräte kaum noch zu entsperren – und damit praktisch wertlos.

Bis dahin rät Apple allen Nutzern der stabilen Version iOS 26.3, den Diebstahlschutz nicht abzuwarten, sondern sofort manuell in den Einstellungen zu aktivieren.