Apple aktiviert den „Schutz für gestohlene Geräte“ für alle iPhones. Mit dem Update auf iOS 26.4 wird die bisher optionale Sicherheitsfunktion zur Voreinstellung. Damit reagiert der Konzern auf raffiniertere Diebstahlmethoden, die auf die digitale Identität der Opfer abzielen.
Was Apples neuer Standard bringt
Die Funktion errichtet eine biometrische Hürde. Befindet sich das iPhone nicht an einem vertrauten Ort, erfordern kritische Aktionen zwingend Face ID oder Touch ID. Der Passcode reicht dann nicht mehr aus.
Betroffen sind der Zugriff auf gespeicherte Passwörter, die Nutzung von Zahlungsmethoden in Safari oder das Löschen des Geräts. Für Änderungen am Apple-ID-Passwort gilt sogar eine einstündige Sicherheitsverzögerung nach der ersten Authentifizierung.
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Die Maßnahme soll Nutzer schützen, deren Gerät samt ausgespähtem Entsperrcode gestohlen wird. Durch die Standardaktivierung ist der Schutz nicht mehr von der Eigeninitiative der Besitzer abhängig.
Android kontert mit KI-Erkennung
Auch Google rüstet auf. Eine neue KI-Funktion erkennt Bewegungen, die typisch für einen „Snatch-and-Run“-Diebstahl sind. In diesem Fall sperrt sich der Bildschirm sofort automatisch.
Zudem hat der Konzern die Sicherheit des Sperrbildschirms verschärft. Die Anzahl erlaubter Fehleingaben wurde reduziert. Die verbesserte Fernsperrfunktion lässt sich nun mit einer optionalen Sicherheitsfrage absichern.
Warum Geräteschutz nicht mehr reicht
Die Aufrüstungen beider Tech-Giganten spiegeln eine bedrohliche Entwicklung wider: Smartphone-Diebstahl hat sich vom Hardware-Verlust zum Angriff auf die digitale Existenz gewandelt. Kriminelle zielen auf Banking-Apps, E-Mails und Cloud-Passwörter.
Ihre Taktiken werden immer raffinierter. Eine gängige Methode ist das Post-Diebstahl-Phishing. Opfer erhalten gefälschte SMS von angeblichen Fundstellen, die auf Login-Seiten für iCloud oder Google-Konto locken. Das Ziel: die Ortungsfunktionen deaktivieren.
So schützen Sie sich jetzt
Experten raten zu einem mehrstufigen Ansatz. Nutzen Sie einen starken, alphanumerischen Sperrcode und aktivieren Sie die SIM-PIN. Die wichtigste Verteidigungslinie bleibt die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für Apple ID und Google-Konto.
Seien Sie wachsam in der Öffentlichkeit, um „Shoulder Surfing“ zu vermeiden. Im Ernstfall sperren oder löschen Sie das Gerät sofort über „Wo ist?“. Behandeln Sie jede anschließende Kommunikation über den angeblichen Fund mit äußerster Skepsis.





