Apple bereitet den Mac auf die Zukunft vor: Mit macOS 27 steht ein visuelles Update an, während die Intel-Ära endgültig ausausläuft.
Der Konzern steckt in einer Übergangsphase. Einerseits soll das umstrittene „Liquid Glass“-Design überarbeitet werden, andererseits treiben Lieferengpässe die Hardware-Pläne durcheinander. Die globale KI-Nachfrage sorgt für Chip-Knappheit – und verzögert wichtige Mac-Updates.
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Neues Design für bessere Lesbarkeit
Die mit macOS 26 eingeführte „Liquid Glass“-Optik hatte für Frust gesorgt. Besonders auf Macs mit LCD-Bildschirmen war die Darstellung oft schwer liebar. Mit macOS 27 will Apple nun gegensteuern: Ein leichtes Redesign soll die Ästhetik modern halten, ohne die Funktionalität zu beeinträchtigen.
Die Ankündigung erfolgt voraussichtlich auf der WWDC am 8. Juni 2026. Schon jetzt liefert das aktuelle Update macOS Tahoe 26.5 (erschienen am 12. Mai) erste Vorboten: Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Nachrichten (Beta) und neue „Vorschläge für Orte“ in Karten. Gleichzeitig warnt das System nun proaktiv vor dem baldigen Ende der Unterstützung für Intel-Apps.
Das Ende von Rosetta – ein harter Schnitt
Apple hat bestätigt: Die Übersetzungssoftware Rosetta, die Intel-Programme auf Apple Silicon laufen lässt, wird mit macOS 28 eingestellt. macOS 27 ist damit die letzte große Version, die Intel-Software vollständig unterstützt.
Ein strategisch kluger Schachzug: Entwickler haben noch gut ein Jahr Zeit, ihre Anwendungen auf native ARM-Code umzustellen. Wer das ignoriert, dessen Software wird mit macOS 28 nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr laufen. Branchenkenner sehen darin den endgültigen Schlussstrich unter die Intel-Ära beim Mac.
Um den Umstieg zu erleichtern, hat Apple zeitgleich Xcode 26.5 veröffentlicht. Die neue Entwicklungsumgebung bringt erweiterte KI-Assistenz mit: Entwickler können nun Nachrichten an KI-Agenten senden und diese um zusätzlichen Kontext bitten. Kein Wunder – in der Branche wird bereits ein Großteil des neuen Codes von Künstlicher Intelligenz generiert, bei manchen Unternehmen zwischen 60 und 75 Prozent.
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Hardware-Dilemma: KI-Boom bremst Macs aus
Während die Software planmäßig läuft, stockt es bei der Hardware. Grund ist die weltweit explodierende Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Hochleistungs-Chips und Speicher werden von Cloud-Anbietern und Großkonzernen in Massen aufgekauft – zulasten der Consumer-Elektronik.
Die Folgen für Apple sind deutlich:
- Das Mac Studio mit M5 Ultra verzögert sich auf 2027
- Auch das erste MacBook Pro mit Touchscreen kommt später
- Das Mac mini-Modell für 599 Euro wurde komplett eingestellt
- Lieferengpässe für Mac mini und Mac Studio werden noch Monate anhalten
Ein Beispiel für den Chip-Hunger: Der südkoreanische Anbieter NHN Cloud hat Mitte Mai ein neues Rechenzentrum mit über 7.600 NVIDIA B200-GPUs in Betrieb genommen. Firmen wie CoreWeave, Meta und Oracle setzen zudem auf NVIDIAs neue Vera-CPU – doppelt so leistungsstark wie Vorgängergenerationen für KI-Aufgaben.
Lichtblick: MacBook Neo läuft besser
Eine gute Nachricht gibt es immerhin: Das Einsteiger-Modell MacBook Neo ist wieder besser lieferbar. Apple hat seine Bestellungen beim Chip-Produzenten TSMC für den A18 Pro erhöht. Die Produktionsziele wurden von ursprünglich 5 bis 6 Millionen auf 10 Millionen Einheiten hochgeschraubt. Die Wartezeit für Kunden sank von vier Wochen auf rund eine Woche.
M5-Modelle jetzt stark rabattiert
Parallel bereitet Apple offenbar den Weg für die nächste Generation. Ein „MacBook Ultra“ mit OLED-Display, Dynamic Island und dem 2nm-Chip M6 Pro/Max wird für 2027 erwartet. Aktuelle M5-Modelle sind daher stark reduziert:
- 14-Zoll MacBook Pro (M5, 32 GB RAM, 1 TB SSD): 300 Euro Rabatt – jetzt rund 1.700 Euro
- 16-Zoll MacBook Pro (M5 Pro, 48 GB RAM): bis zu 400 Euro günstiger
Die M5-Serie bietet Spitzenwerte: 307 GB/s Speicherbandbreite, Thunderbolt 5 und Wi-Fi 7. Die Rabatte deuten auf eine gezielte Lagerräumung hin – oder einen strategischen Vorstoß, um Marktanteile zu sichern, bevor 2027 die nächste Hardware-Welle rollt.
Ausblick: KI und native Apps als Zukunft
Für Apple zeichnet sich eine klare Strategie ab: Abwarten, bis die Chip-Lieferkette stabiler wird. Bis dahin wird die Software optimiert. macOS 27 und die KI-Features in Xcode 26.5 bereiten das Ökosystem auf die leistungsstärkere 2nm-Hardware vor.
Das Ende von Rosetta ist ein Weckruf für die gesamte Branche: Die Intel-Ära auf dem Mac geht unwiderruflich zu Ende. Wer langfristig dabei sein will, muss auf native ARM-Apps setzen. Die WWDC im Juni wird zeigen, wie weit Apple selbst auf dem Weg in diese Zukunft ist – und ob die „agentischen“ KI-Funktionen, die intern bereits in Apps wie Sales Coach getestet werden, den Sprung auf den Mac schaffen.

