Apple öffnet iOS 26.5 für Brasilien: Sideloading kommt nach Südamerika

Apple integriert Sideloading in Brasilien in iOS 26.5. Das Update bringt zudem RCS-Verschlüsselung und Vorbereitungen für Kartenwerbung.

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CUPERTINO – Apple bereitet die nächste Stufe seiner globalen App-Store-Öffnung vor. Die aktuelle Testversion von iOS 26.5 enthält erstmals Code für die Unterstützung von Sideloading in Brasilien. Damit reiht sich das Land neben der Europäischen Union und Japan in die Liste der Regionen ein, in denen Nutzer Apps auch außerhalb des offiziellen App Stores installieren können. Die Funktion ist noch nicht aktiv, wird aber mit dem öffentlichen Release des Updates in den kommenden Wochen freigeschaltet.

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Hintergrund ist eine Einigung mit der brasilianischen Wettbewerbsbehörde CADE aus dem Jahr 2025. Der Vergleich verpflichtet Apple, alternative Vertriebswege und Zahlungssysteme im Land zuzulassen. Anders als die umfassenden Änderungen in der EU, die der Digital Markets Act erzwang, handelt es sich in Brasilien um eine maßgeschneiderte Lösung für den lokalen Markt.

Neue Freiheiten für Entwickler und Nutzer

Die Entdeckung im iOS 26.5 Release Candidate (Build-Nummer 23F75) zeigt Apples Strategie der lokalisierten Compliance. Während in der EU einheitliche Regeln gelten, passt der Konzern seine Politik an die jeweiligen nationalen Vorgaben an. Für brasilianische Entwickler bedeutet das: Sie können künftig eigene App-Marktplätze betreiben und direkte Zahlungsabwicklungen anbieten – ohne die sonst übliche Apple-Provision von bis zu 30 Prozent.

Doch das Update bringt weit mehr als nur regionale Öffnungen. Für den europäischen Markt hat Apple Interoperabilitäts-Features eingebaut, die lange gefordert wurden: Benachrichtigungen und Live Activities lassen sich künftig auf Smartwatches und Wearables von Drittanbietern anzeigen. Ein klarer Schlag gegen die bisherige Dominanz der Apple Watch im iPhone-Ökosystem.

RCS-Verschlüsselung: Ende-zu-Ende auch für Android

Ein echtes Highlight der neuen Software ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten zwischen iPhone und Android. In Zusammenarbeit mit der GSMA hat Apple hat das RCS Universal Profile 3.0 implementiert. Die Verschlüsselung ist standardmäßig aktiv – vorausgesetzt, der Mobilfunkanbieter unterstützt sie.

Die Neuerung bringt zudem Funktionen, die Android-Nutzer lange vermisst haben: Nachrichten lassen sich bearbeiten und löschen, und plattformübergreifende „Tapbacks“ (Reaktionen) sind jetzt möglich. Für Unternehmen bietet Apple gleich mit: Partner wie RingCentral nutzen die RCS-Erweiterungen ab sofort für verifizierte Markenkommunikation – ein wichtiger Schritt gegen Phishing und Betrug.

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Apple Maps wird zur Werbeplattform

Mit iOS 26.5 bereitet Apple den nächsten großen Schritt im Dienstleistungsgeschäft vor. Die Karten-App erhält eine Funktion namens „Suggested Places“, die per On-Device-Intelligence Standortempfehlungen gibt. Viel bedeutender: Der Code enthält Vorbereitungen für Werbung in Apple Maps.

Noch diesen Sommer sollen in den USA und Kanada erste Werbe-Splashscreens in der Navigations-App erscheinen. Ein logischer Schritt für Apple, das seine Servicesparte kontinuierlich ausbaut. Werbung in der Kartensuche könnte sich zu einer lukrativen Einnahmequelle entwickeln – vergleichbar mit dem Modell von Google Maps.

Rechtsstreit mit Epic Games eskaliert

Parallel zu den technischen Neuerungen liefert Apple einen erbitterten Rechtskampf. Am 4. Mai reichte der Konzern eine Petition beim Obersten Gerichtshof der USA ein. Ziel: eine Aussetzung der Anordnung, die Apple zwingt, seine Provisionsstruktur für externe Käufe neu zu verhandeln.

Der Streitpunkt: Apples im April 2025 eingeführte Regelung, die auch bei Transaktionen über externe Websites eine Provision verlangt. Apple argumentiert, die gerichtliche Verfügung sei zu weitreichend und betreffe alle Entwickler, nicht nur den Kläger Epic Games. Ein Urteil könnte die Wirtschaftlichkeit des App Stores grundlegend verändern.

Sicherheitslücken und Kompatibilitätsfragen

Die Nachrichtenlage wird durch zwei Sicherheitslücken in WhatsApp getrübt. Die Schwachstellen (CVE-2026-23863 und CVE-2026-23866) betreffen Windows, Android und iOS. Meta hat bereits Patches ausgeliefert. Zeitgleich stellt WhatsApp den Support für iPhones mit iOS älter als 15.1 ein – ab dem 5. Mai 2026.

Ausblick: iOS 27 wartet schon

Der öffentliche Release von iOS 26.5 wird für die Woche ab dem 11. Mai erwartet. Es ist das letzte große Update vor der WWDC am 8. Juni, auf der Apple die erste Beta von iOS 27 präsentieren dürfte. Insider erwarten tiefere Integrationen der „Apple Intelligence“-Funktionen und ein überarbeitetes Siri-Interface – Features, die im aktuellen Release noch fehlen.

Für Brasilien beginnt mit der Aktivierung des Sideloadings ein neues Kapitel. Der Wettbewerb um Nutzer und Transaktionsgebühren wird sich dort deutlich verschärfen. Ein Trend, der sich weltweit fortsetzt – auch wenn Apple jeden Markt mit eigenen, maßgeschneiderten Lösungen bedient.