Apple öffnet iOS für KI-Konkurrenz: Gemini, Claude und Grok bald auf dem iPhone

Apple erlaubt Nutzern die Wahl zwischen verschiedenen KI-Modellen für ihr iPhone und beendet damit die Exklusivität von ChatGPT.

Apple bricht mit seiner „Walled Garden“-Strategie und erlaubt Nutzern, künftig selbst zu entscheiden, welche KI ihr iPhone steuert.

Der Tech-Konzern bereitet einen fundamentalen Kurswechsel vor. Wie aus Entwicklerkreisen bekannt wurde, sollen die kommenden Betriebssystem-Updates iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 ein neues Framework namens Extensions einführen. Die Ankündigung erfolgt am Tag nach einer millionenschweren Einigung in einem Rechtsstreit um irreführende KI-Werbung.

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Extensions: Das Ende der KI-Exklusivität

Das Herzstück der neuen Strategie ist die Möglichkeit, Drittanbieter-KI-Modelle als primäre Motoren für Systemfunktionen auszuwählen. Statt wie bisher auf ChatGPT als bevorzugten Partner zu setzen, können Anwender künftig zwischen Googles Gemini, Anthropics Claude oder xAI’s Grok wählen.

Die Bedienung ist denkbar einfach: In den Systemeinstellungen legt der Nutzer fest, welches Modell für Textgenerierung, Bildbearbeitung oder die digitale Assistenz zuständig sein soll. Besonders raffiniert: Verschiedene Siri-Stimmen lassen sich unterschiedlichen KI-Modellen zuordnen – so entsteht ein personalisierter Assistent, der die Stärken mehrerer Anbieter vereint.

Ein erster Blick auf die neuen Funktionen wird für die WWDC vom 8. bis 12. Juni 2026 erwartet. Parallel bereitet Apple einen eigenen Bereich im App Store für kompatible KI-Anwendungen vor.

250 Millionen Euro für gescheiterte Siri-Versprechen

Der strategische Schwenk kommt nicht von ungefähr. Am 5. Mai 2026 einigte sich Apple auf einen Vergleich in Höhe von 250 Millionen Euro (umgerechnet 250 Millionen US-Dollar). Eine Sammelklage in den USA hatte dem Konzern vorgeworfen, zwischen Juni 2024 und März 2025 mit der „Apple Intelligence“-Werbung für das iPhone 15 Pro und iPhone 16 getäuscht zu haben.

Die Kläger argumentierten, die Marketingmaterialien hätten den Eindruck erweckt, die versprochenen KI-Funktionen seien sofort verfügbar – was nicht der Realität entsprach. Betroffen sind rund 36 Millionen Geräte. Berechtigte iPhone-Besitzer könnten zwischen 25 und 95 Euro pro Gerät erhalten. Apple räumt kein Fehlverhalten ein, will aber die Kosten und Ablenkung eines langwierigen Verfahrens vermeiden. Die endgültige Genehmigung des Vergleichs steht am 17. Juni 2026 an.

iOS 26.5: Verschlüsselung und neue Funktionen noch im Mai

Bevor die große KI-Revolution kommt, steht zunächst das Update auf iOS 26.5 an. Die finale Testversion (Release Candidate) wurde bereits am 4. Mai an Entwickler verteilt, die öffentliche Freigabe wird für die zweite Maiwoche erwartet.

Das wichtigste Feature: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten. Künftig können iPhone- und Android-Nutzer sicher chatten – ein grünes „Verschlüsselt“-Tag und ein Vorhängeschloss-Symbol zeigen den geschützten Status an.

Weitere Neuerungen:
„Vorgeschlagene Orte“ in Karten: Neue Entdeckungsfunktionen, die auch den Weg für Werbeanzeigen ebnen
Pride Luminance Wallpaper: Dynamische Hintergrundbilder als jährliche Tradition
Abonnement-Verwaltung: Monatliche Ratenzahlung für Jahresabos
EU-Compliance: Drittanbieter-Wearables erhalten Pairing- und Benachrichtigungsfunktionen

Ein oft übersehener Vorteil: Nutzer berichten, dass das Update hartnäckige „Systemdaten“-Probleme behebt und teilweise Dutzende Gigabyte Speicher freigibt.

iPhone 18 Pro: 2-Nanometer-Chip und variable Blende

Die KI-Offensive wird im Herbst 2026 auf neuer Hardware präsentiert. Das iPhone 18 Pro soll den A20 Pro-Chip im 2-Nanometer-Verfahren erhalten – mit einer prognostizierten 15 Prozent höheren CPU-Leistung und 30 Prozent besserer Energieeffizienz.

Erstmals könnte ein iPhone über eine Hauptkamera mit variabler Blende verfügen, die mehr Kontrolle über Schärfentiefe und Lichtausbeute bietet. Die Kamera-App bekommt einen eigenen „Siri-Modus“ für Echtzeit-Analysen – vom Scannen von Nährwerttabellen bis zum Erfassen von Kontaktdaten von Visitenkarten.

Das iPhone 18 Pro Max soll einen größeren Akku zwischen 5.100 und 5.200 mAh erhalten, was das Gerät etwas dicker und schwerer macht. Die Dynamic Island könnte um rund 25 Prozent schrumpfen – Face-ID-Komponenten wandern dann unter das Display.

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Vom Walled Garden zur KI-Plattform

Mit der Öffnung für konkurrierende KI-Modelle vollzieht Apple eine radikale Kehrtwende. Statt sich auf einen einzigen Partner zu verlassen, setzt der Konzern auf eine modulare Infrastruktur, in der verschiedene KI-Agenten nebeneinander existieren.

Das Kalkül: Apple wird nicht zum KI-Anbieter, sondern zur Plattform für KI-Dienste. Das mindert das Risiko, von einem einzelnen Wettbewerber wie Google oder Anthropic überholt zu werden, und schützt gleichzeitig vor Kartellvorwürfen. Bis Ende 2026 dürfte das iPhone als multi-modales Gateway für konkurrierende KI-Systeme fungieren – ein fundamentaler Bruch mit der über ein Jahrzehnt alten, zentral gesteuerten Siri-Strategie.