Apple-Patent: Abnehmbare MacBook-Tastatur soll auch als Maus dienen

Apple prüft neue Eingabekonzepte; frühere Butterfly-Tastaturen führten zu Ausfällen, Reparaturprogrammen und einem Vergleich über 50 Millionen US-Dollar.

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Patentschriften gewähren regelmäßig Einblicke in experimentelle Überlegungen von Technologiekonzernen, während die Historie tatsächlicher Serienmodelle verdeutlicht, wie anspruchsvoll langlebige Tastaturkonstruktionen in flachen Gehäusen sind.

Apple hat Schutzrechte für eine abnehmbare MacBook-Tastatur angemeldet, die sich als kabellose Maus verwenden lässt. Gleichzeitig bleibt die Entwicklungsgeschichte der Geräte eng mit den langwierigen Zuverlässigkeitsproblemen der früheren Butterfly-Tastaturmechanik verknüpft.

Patentierte Eingabekonzepte für mobile Rechner

In dem Patent beschreibt das Unternehmen eine Tastatur, in welche eine Maus direkt integriert ist. Diese lässt sich bei Bedarf abtrennen und kabellos betreiben. Darüber hinaus meldete Apple Schutzrechte für einen Eingabestift an, der in Verbindung mit einem MacBook mit Touchscreen genutzt werden könnte.

Derartige Anmeldungen sind jedoch kein Beleg für eine bevorstehende Markteinführung; viele patentierte Mechanismen münden nie in fertige Produkte. Sie zeigen jedoch auf, welche alternativen Bedienkonzepte im Unternehmen erprobt werden.

Die Problemgeschichte der Butterfly-Mechanik

Die praktische Historie der MacBook-Eingabegeräte war über mehrere Modellgenerationen hinweg von technischen Schwierigkeiten geprägt. Das flache Butterfly-Design debütierte im Jahr 2015 im 12-Zoll-MacBook, das eine Bauhöhe von 13,1 mm aufwies. Kurz nach der Einführung häuften sich Berichte über blockierende oder komplett ausfallende Schalter, hervorgerufen durch eindringende Staubpartikel.

Nachbesserungen ab dem MacBook Pro aus Late 2016 sowie der 2018er-Auflage vermochten die Mängel nicht dauerhaft zu beseitigen. Das MacBook Pro von 2018 führte die dritte Generation der Butterfly-Mechanik ein, bei der Apple offiziell lediglich leisere Tippgeräusche anführte.

Zerlegungen zeigten jedoch eine zusätzliche Silikonschicht, die als Dämpfung und Barriere gegen Partikel diente. Die Tasten wiesen zwar etwas mehr Nachgiebigkeit auf und näherten sich dem Anschlag älterer Chiclet-Tasten an, erreichten das Niveau des silbernen MacBook Pro von 2015 jedoch nicht vollständig.

Auch im Jahr 2019 rissen die Beschwerden nicht ab; so thematisierte Joanna Stern im Wall Street Journal anhaltende Ausfälle der E- und R-Tasten. Im selben Jahr vollzog der Hersteller schließlich die Abkehr von der Konstruktion und wechselte wieder zu Scheren-Schaltern (Scissor-Switch).

Rechtliche Folgen und millionenschwere Einigung

Die anhaltenden Ausfälle führten zu einer 2018 eingereichten Sammelklage und erzwangen ein kostenloses Reparaturprogramm für betroffene Modelle der ersten beiden Butterfly-Generationen innerhalb von vier Jahren nach dem Kauf.

Bei diesen Reparaturen wurden defekte Schalter allerdings erneut nur durch dieselbe Butterfly-Technik ersetzt. Im Jahr 2022 willigte das Unternehmen schließlich in einen Vergleich in Höhe von 50 Millionen US-Dollar ein, wenngleich es die erhobenen Ansprüche inhaltlich bestritt.

Berechtigte Kunden mit genehmigten Anträgen erhielten je nach Reparaturaufwand innerhalb von vier Jahren nach Kauf Entschädigungen von bis zu 395 US-Dollar. Wer zwei oder mehr Topcase-Reparaturen durchführen lassen musste, erhielt Zahlungen zwischen 300 und 395 US-Dollar.

Bei einem einfachen Austausch lag der Betrag bei bis zu 125 US-Dollar, während der bloße Ersatz einzelner Tastenkappen mit maximal 50 US-Dollar vergütet wurde. Die Einigung galt ausschließlich für Betroffene in Kalifornien, Florida, Illinois, Michigan, New Jersey, New York und Washington.

Auch spätere Revisionen blieben für Wartungsarbeiten aufwendig: Während beim MacBook Air von 2020 das Trackpad-Kabel frei zugänglich war und einen zügigeren Wechsel von Akku und Trackpad erlaubte, blieb die Tastatur weiterhin fest im oberen Gehäuseteil montiert, was für Reparaturen eine komplette Demontage erforderlich machte.