Der US-Konzern treibt seine Gesundheitsstrategie voran: Ein neu patentiertes Verfahren misst den Puls per Schallwellen am Ohr – und könnte die Zukunft von Datenbrillen und Wearables grundlegend verändern.
AirDrop, visionOS oder Lightning – wer die neuen Funktionen der Apple-Welt wirklich nutzen will, muss erst einmal die Fachbegriffe verstehen. In diesem kostenlosen PDF-Lexikon werden die 53 wichtigsten Begriffe rund um Apple-Geräte einfach und verständlich erklärt. iPhone-Lexikon gratis per E-Mail anfordern
Akustische Biometrie statt optischer Sensoren
Am heutigen Donnerstag wurde Apple ein Patent mit dem Titel „Herzfrequenzmessung mittels akustischer Techniken“ erteilt. Die Technologie nutzt Ultraschallwellen, die über die Lautsprecher eines Headsets ausgesendet werden. Mikrofone fangen die reflektierten Wellen am Ohr des Nutzers wieder ein – und errechnen daraus die Herzaktivität.
Der entscheidende Vorteil: Anders als bei Smartwatches ist kein direkter Hautkontakt nötig. Die Methode kommt mit der vorhandenen Audio-Hardware aus. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Geräte wie das Vision Pro oder die geplanten Smart Glasses, die bislang kaum Platz für klassische optische Sensoren bieten.
visionOS 27 und neue Barrierefreiheit
Erst vor zehn Tagen, auf der Entwicklerkonferenz am 8. Juni, präsentierte Apple visionOS 27. Das Update bringt Leistungsoptimierungen und die Integration der dritten Generation von Apple Intelligence. Besonders spannend: Die Siri-Aktivierung per Blicksteuerung und neue Werkzeuge zur Objekterkennung.
Schon Mitte Mai erweiterte der Konzern die Barrierefreiheit des Vision Pro. KI-generierte Untertitel für Videos und sogenannte „Vehicle Motion Cues“ sollen die Übelkeit in fahrenden Fahrzeugen reduzieren. Ein weiterer Meilenstein: Die Datenbrille steuert nun auch Elektrorollstühle – per Blick. Die Hersteller Tolt und LUCI sind bereits an Bord.
Seit gestern steht die zweite öffentliche Beta von visionOS 26.6 bereit. Sie bringt keine neuen Funktionen, legt aber das Stabilitäts-Fundament für den großen Sprung zu visionOS 27.
Smart Glasses und Kamera-AirPods für 2027
Branchenbeobachter rechnen für Ende 2027 mit einem massiven Ausbau des Wearable-Portfolios. Im Fokus: eine Smart Glasses-Serie mit dem Codenamen N50. Die erste Generation kommt ohne integriertes Display aus. Stattdessen setzt Apple auf Kameras, Sensoren und die tiefe Verzahnung mit Siri und Apple Intelligence. Der Preis? Zwischen 200 und 500 Euro – eine Kampfansage an den globalen Brillenmarkt.
Parallel dazu arbeiten die Entwickler an kamerabestückten AirPods Pro (Codename B798). Ursprünglich für eine frühere Markteinführung geplant, verzögerte sich das Projekt wegen der anspruchsvollen KI-Software auf Ende 2027. Die winzigen Kameras in den Stielen sollen Siri visuellen Kontext liefern: Der Assistent erkennt dann Objekte oder gibt kontextbezogene Erinnerungen. Um die Privatsphäre zu schützen, leuchten externe LEDs auf, sobald die Kameras aktiv sind oder Daten übertragen werden.
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Regulatorische Hürden und langfristige Ziele
Trotz aller Innovationen bleibt die Blutzuckermessung eine große Baustelle. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat im Juni klargestellt: Keine einzige Smartwatch oder intelligenter Ring ist für die nicht-invasive Blutzuckerüberwachung zugelassen. Zwar kann die Apple Watch Daten von autorisierten Sensoren wie dem Dexcom G7 anzeigen – Apples internes Projekt für eine nadellose Alternative steckt aber noch in der Entwicklung.
Das Unternehmen setzt stattdessen auf Bewährtes: Seit der Apple Watch Series 4 im Jahr 2018, die als erstes Verbrauchergerät eine FDA-Zulassung zur Erkennung von Vorhofflimmern erhielt, baut Apple sein Gesundheits-Ökosystem Schritt für Schritt aus. Die Strategie ist klar: Wissenschaftlich validierte Funktionen sollen auf die gesamte Hardware-Familie ausgeweitet werden – vom Vision Pro bis zur kommenden „Vision AR“-Brille.

