Apple plant radikalen Umbau der iPhone-Kamera-App

Apple plant für iOS 27 eine komplett anpassbare Kamera-Oberfläche. Nutzer können künftig selbst über die Anordnung der Bedienelemente entscheiden.

iOS 27 bringt eine vollständig anpassbare Kamera-Oberfläche – erstmals nach über einem Jahrzehnt.

Apple bereitet eine grundlegende Neugestaltung seiner Kamera-Software vor. Das berichten Branchenkenner übereinstimmend. Der Konzern will mit dem Update auf iOS 27 die starre Benutzeroberfläche abschaffen, die das iPhone-Fotografie-Erlebnis seit mehr als zehn Jahren prägt. Stattdessen sollen Nutzer künftig selbst bestimmen, welche Bedienelemente sichtbar sind und wo sie auf dem Bildschirm platziert werden.

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Die Ankündigung des neuen Betriebssystems wird für die WWDC am 8. Juni 2026 erwartet. Mit dem Schritt reagiert Apple auf jahrelange Kritik an der überladenen Kamera-Oberfläche.

Widgets statt festgelegter Menüs

Das Herzstück der neuen Kamera-App ist ein Widget-System. Nutzer können einzelne Steuermodule auswählen und entlang des oberen Bildschirmrands oder in anderen Bereichen positionieren. Beim Start zeigt die App zunächst die vertrauten Standard-Steuerelemente für Nachtmodus, Live Photos und Blitz. Eine neue „erweiterte“ Ansicht erlaubt es jedoch, diese auszutauschen oder komplett neue Funktionen aus einem transparenten „Widgets hinzufügen“-Bereich zu ergänzen.

Dieses Menü gleitet von unten über den Bildschirm und unterteilt die Steuerelemente in drei Kategorien: Basis, Manuell und Einstellungen. Hier finden sich Werkzeuge für Tiefenschärfe, Fotostile oder feinere Belichtungskontrollen. Profis können sich so eine maßgeschneiderte Oberfläche zusammenstellen, während Puristen auf Wunsch alle überflüssigen Symbole entfernen.

Die „Alle Steuerelemente“-Ansicht wandert zudem von der oberen rechten Ecke direkt neben den Auslöser – eine Anpassung, die die Einhandbedienung auf größeren iPhone-Modellen verbessern soll. Auch Raster- und Wasserwaagen-Optionen sind künftig direkt im Hauptinterface integriert.

Kontextabhängige Anpassung für jeden Modus

Die Individualisierung beschränkt sich nicht auf eine globale Einstellung. Jeder Aufnahmemodus – Foto, Video, Kinomodus, Porträt – behält seine eigenen, anpassbaren Widgets. Im Videomodus lassen sich etwa Bildrate und Auflösung priorisieren, während der Fotomodus Fotostile und Selbstauslöser in den Vordergrund rückt.

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Eine besondere Neuerung ist der „Siri-Modus“ im Kamera-Menü. Dieser Bereich nutzt Apples „Visual Intelligence“-Funktionen. Per Knopfdruck können Nutzer Pflanzen oder Sehenswürdigkeiten identifizieren oder Texte in Echtzeit übersetzen lassen – direkt durch den Sucher. Siri agiert dabei weniger als Sprachbefehl, sondern eher als kontextbewusster Assistent, der versteht, was die Kamera „sieht“.

„Liquid Glass“ als neues Design-Prinzip

Die Kamera-Überarbeitung ist Teil einer umfassenden Design-Philosophie, die Apple „Liquid Glass“ nennt. Das Konzept setzt auf Tiefeneffekte und halbtransparente Schichten. In iOS 27 werden Knöpfe runder und scheinen über dem Hintergrund zu schweben – ein Effekt, der bereits in früheren Versionen angedeutet wurde.

Auch andere Apps erhalten Updates: Die Wetter-App bekommt ein „Bedingungen-Panel“ zum schnellen Wechsel zwischen Regen-, Wind- und Temperaturdaten. Safari erhält eine neu gestaltete Startseite mit einer Vier-Tab-Navigationsleiste. Die systemweite Suche wird in die Tab-Leisten von Musik, Podcasts und Apple TV integriert.

Hardware und Software im Gleichschritt

Die Software-Neuerungen laufen parallel zu bedeutenden Hardware-Änderungen. Das erwartete iPhone 18 Pro soll erstmals eine variable Blendenöffnung erhalten – eine Funktion, die bislang Profi-Kameras vorbehalten war. Die anpassbare Kamera-Oberfläche von iOS 27 gilt als notwendige Grundlage für diese komplexe Hardware.

Technische Zeichnungen deuten zudem auf eine deutlich verkleinerte Dynamic Island hin. Der Sensorausschnitt könnte um 35 Prozent schmaler ausfallen – von 20,7 auf rund 13,5 Millimeter. Das schafft Platz für die neuen Widget-Steuerelemente und die „Suchen oder Fragen“-Siri-Oberfläche.

Mit dem Schritt zur vollständig anpassbaren Kamera-App überträgt Apple die Kontrolle über die Benutzeroberfläche vom Software-Designer auf den Endnutzer. Marktforscher sehen darin einen strategischen Schachzug: Das iPhone soll für Kreativprofis attraktiver werden, ohne die einfache Bedienung für die breite Masse zu opfern.