Apple-Preiskrise: DRAM-Chips um 98% teurer, MacBooks 300€ höher

Apple beantragt Sondergenehmigung für Speicherchips von sanktioniertem chinesischen Hersteller CXMT, um Kostenexplosion zu mildern.

Wegen einer beispiellosen Knappheit bei Speicherchips bittet Apple die Trump-Regierung um eine Sondergenehmigung – und zwar für die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Hersteller, der auf der schwarzen Liste des Pentagon steht.

Wie aus Kreisen des Unternehmens bekannt wurde, versucht Apple seit mehr als einem Monat, beim US-Handelsministerium eine Ausnahmegenehmigung für den Einkauf von Speicherchips bei ChangXin Memory Technologies (CXMT) zu erwirken. Der chinesische Hersteller steht seit der Biden-Ära auf der Militär-Sanktionsliste, weil ihm Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee nachgesagt werden.

Hardware-Preise explodieren

Der Vorstoß kommt nicht von ungefähr. Am 25. Juni 2026 zog Apple die Preisschraube bei fast allen Produkten an. MacBooks verteuerten sich um 100 bis 300 Euro, iPads um 100 bis 200 Euro. Konkret bedeutet das: Das MacBook Neo kostet nun 699 Euro, das 512-GB-MacBook Air schlägt mit 1.299 Euro zu Buche, und das 1-TB-MacBook Pro liegt bei 1.999 Euro. Selbst das High-End-Modell mit 16 Zoll kostet jetzt 2.999 Euro, die Vision Pro sogar 3.699 Euro.

Die Ursache: Die Preise für DRAM-Speicher schossen im ersten Quartal 2026 um bis zu 98 Prozent in die Höhe. Bei NAND-Flash-Speicher rechnen Experten für das zweite Quartal mit einem Anstieg von 70 bis 75 Prozent. Der Anteil der Speicherkosten an einem Laptop stieg von rund 15 auf etwa 35 Prozent – eine dramatische Verschiebung.

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Bereits im April hatte Apples scheidender CEO Tim Cook in einer Telefonkonferenz vor deutlich höheren Speicherkosten gewarnt. Die Lieferengpässe würden sich wohl über mehrere Monate hinziehen, so Cook damals.

Politischer Gegenwind aus Washington

Doch der Plan, bei CXMT einzukaufen, ist politisch hochbrisant. Der Vorsitzende des China-Ausschusses im Repräsentantenhaus, John Moolenaar, bezeichnete eine mögliche Partnerschaft Apples mit dem chinesischen Hersteller als „schweren Fehler“.

CXMT produziert seit 2021 DRAM-Chips, hält aber weniger als fünf Prozent des Weltmarkts. Zum Vergleich: Die drei großen Anbieter Samsung, SK Hynix und Micron kontrollieren gemeinsam 95 Prozent des Marktes. Für Apple wäre CXMT dennoch eine willkommene Alternative – vor allem, weil die Konkurrenz ihre Kapazitäten kaum schnell genug ausbauen kann.

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Börse reagiert nervös

Die Kombination aus steigenden Komponentenkosten und den kontroversen Lobbying-Bemühungen verunsicherte die Anleger. Die Apple-Aktie fiel nach den Preiserhöhungen um bis zu sechs Prozent und notierte zuletzt bei umgerechnet rund 260 Euro.

Die Krise trifft das Unternehmen in einer Phase des Führungswechsels. Am 1. September 2026 übernimmt John Ternus den Chefposten von Tim Cook. Er erbt eine Situation, in denen eine schnelle Entspannung nicht in Sicht ist: Neue Halbleiterfabriken werden frühestens Ende 2027 oder 2028 produktionsreif sein. Bis dahin bleibt Apple nur der schwierige Spagat zwischen Kostendruck, politischen Auflagen und der Suche nach alternativen Lieferanten.