Apple-Preisschock: 14 Produkte bis zu 1.300 Euro teurer

Apple hebt Preise für MacBooks und iPads wegen Speicherchip-Knappheit an. Das iPhone bleibt vorerst unverändert.

Der Speicherchip-Mangel zwingt Apple zu massiven Preiserhöhungen. 14 Produkte sind betroffen – das iPhone bleibt vorerst verschont.

Apple hat am 25. Juni die Preise für einen Großteil seiner Hardware-Produkte angehoben. Der Konzern begründet den Schritt mit einer schweren globalen Knappheit bei Speicherchips. Betroffen sind 14 verschiedene Geräte, darunter die gesamte MacBook- und iPad-Reihe. Die Flaggschiffe iPhone und Apple Watch bleiben vorerst auf dem alten Preisniveau.

MacBook Pro wird 300 Euro teurer

Die Preissprünge fallen je nach Modell unterschiedlich aus. Das MacBook Pro verteuerte sich um 300 Euro auf nun 1.999 Euro. Das MacBook Air kostet 200 Euro mehr und startet bei 1.299 Euro. Selbst das günstige Einstiegsmodell MacBook Neo stieg von 599 auf 699 Euro.

Besonders hart traf es die High-End-Workstations: Der Mac Studio mit M3 Ultra legte um satte 1.300 Euro zu und kostet jetzt 5.299 Euro. Bei den Tablets stieg das iPad Pro um 200 Euro auf 1.199 Euro, das Standard-iPad um 100 Euro auf 449 Euro. Auch Unterhaltungsgeräte blieben nicht verschont: Der Apple TV 4K mit WLAN und Ethernet wurde 100 Euro teurer, der HomePod mini stieg um 30 Euro.

Bereits Mitte Juni hatte Apple-Chef Tim Cook die Lage als „außergewöhnlich seltene und schwere Lieferkettenkrise“ bezeichnet. Die steigenden Komponentenkosten machten die Preisanpassungen unvermeidlich, so Cook am 17. Juni.

KI-Boom treibt Chip-Preise in die Höhe

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Haupttreiber der Knappheit ist die enorme Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) und Standard-DRAM für KI-Rechenzentren. Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass die kombinierten Speicher- und Storage-Preise bis Ende 2026 um bis zu 130 Prozent steigen könnten. Das würde die Durchschnittspreise für PCs um 17 Prozent und für Smartphones um 13 Prozent nach oben treiben.

Die Zahlen sind atemberaubend: Laut TrendForce schnellten die Speicherchip-Preise im ersten Quartal 2026 um 98 Prozent nach oben. Für das zweite Quartal wird ein weiterer Anstieg von 58 bis 63 Prozent erwartet. Analysten von JPMorgan warnen: Setzt sich der Trend fort, könnten Speicherkomponenten bis 2027 satte 45 Prozent der gesamten Herstellungskosten eines iPhones ausmachen. Die großen Zulieferer Micron und SK Hynix haben ihre HBM-Kapazitäten bereits bis Ende 2026 ausverkauft.

Streit zwischen Apple und Zulieferern

Die Preiserhöhungen haben einen öffentlichen Schlagabtausch zwischen Apple und seinen Lieferanten ausgelöst. Während Apple auf die gestiegenen Zulieferkosten verweist, schlägt Micron-Manager Sumit Sadana zurück. Die Wurzeln der Krise lägen im Abschwung von 2023, so Sadana. Damals hätten Großkunden wie Apple so aggressiv auf Preissenkungen gedrängt, dass die Zulieferer keine Gewinnspannen mehr für nötige Kapazitätserweiterungen erwirtschaften konnten.

Micron selbst geht es prächtig: Im jüngsten Quartal sprang der Umsatz um über 345 Prozent auf 41,46 Milliarden Dollar, die Bruttomarge erreichte 84,6 Prozent. Apples Aktie dagegen verlor nach der Preisankündigung am 25. Juni sechs Prozent an Wert – ein herber Verlust an Marktkapitalisierung.

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Strategische Neuausrichtung und Chefwechsel

Um künftige Lieferengpässe zu vermeiden, lobbyiert Apple offenbar bei der US-Regierung. Der Konzern veut erreichen, dass der chinesische Chip-Hersteller CXMT nicht auf die Handelsrestriktionsliste gesetzt wird. Das würde Apple den Zugang zu einer breiteren DRAM-Versorgung sichern.

Die Lieferketten-Probleme fallen in eine Zeit des Führungswechsels: Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten und das Ruder an John Ternus übergeben.

Das iPhone blieb zwar von den aktuellen Preiserhöhungen verschont. Branchenkenner rechnen jedoch damit, dass die nächste Generation der Pro-Modelle im Herbst 2026 um 100 bis 200 Euro teurer wird. Auch andere Hersteller kämpfen mit den Kosten: Microsoft hat bereits Preiserhöhungen für seine Xbox-Konsolen angekündigt – zwischen 100 und 150 Euro, gültig ab 1. August 2026.