Apple hat Ende Juni 2026 die Preise für seine wichtigsten Hardware-Produkte teils drastisch erhöht. Gleichzeitig krempelt der Konzern seine Chip-Strategie um und überspringt gleich mehrere Prozessor-Generationen, um schneller bei der künstlichen Intelligenz aufzuholen. Die Anpassungen betreffen MacBooks, iPads und das Vision Pro-Headset.
Preisschock bei MacBook und iPad
Am 25. Juni 2026 zog Apple die Preisschraube kräftig an. Das MacBook Air kostet nun 1.299 statt 1.099 Euro, das 16-Zoll MacBook Pro stieg von 2.499 auf 2.999 Euro. Auch bei den Tablets wird tiefer in die Tasche gegriffen: Das iPad Air verteuerte sich von 599 auf 749 Euro, das iPad Pro von 999 auf 1.199 Euro. Das Vision Pro-Headset wurde sogar um satte 500 Euro teurer.
Die Anleger reagierten prompt: Apples Aktie fiel um 6,15 Prozent auf 275,15 Dollar. Die iPhone-Preise blieben zunächst unangetastet – Analysten rechnen jedoch mit Nachziehen der Pro-Modelle im Laufe des Jahres. Schließlich macht das iPhone über 51 Prozent des Apple-Umsatzes aus.
Speicherkosten explodieren
Hauptgrund für die Preissprünge sind die rasant gestiegenen Kosten für DRAM-Speicher. Die Preise haben sich innerhalb von drei Quartalen vervierfacht. Allein im zweiten Quartal 2026 stiegen die Vertragspreise für DRAM um 58 bis 63 Prozent – nach einem Anstieg von fast 98 Prozent im ersten Quartal.
Der Grund: Speicherhersteller konzentrieren sich auf High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren und vernachlässigen die günstigeren DDR5-Chips für Verbrauchergeräte. Apple sitzt damit in der Kostenfalle.
Chip-Strategie auf den Kopf gestellt
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Um die Versorgungsengpässe zu umgehen und die KI-Fähigkeiten seiner Geräte zu beschleunigen, ändert Apple seinen Chip-Fahrplan grundlegend. Der Konzern überspringt die „Pro“- und „Max“-Versionen des M6-Chips komplett. Stattdessen wird der Fokus auf die M7-Serie gelegt, die bereits 2027 erscheinen soll.
Der Zeitplan sieht vor: Standard-M7 Anfang 2027, M7 Pro und Max später im selben Jahr, M7 Ultra Anfang 2028. Das Ziel: leistungsfähigere neuronale Engines für anspruchsvolle KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät.
Bis dahin bringt Apple noch ein High-End Mac Studio mit M5 Ultra-Chip auf den Markt. Dieses Arbeitspferd soll bis zu 768 GB Arbeitsspeicher, 36 CPU-Kerne und 80 GPU-Kerne bieten – und wird voraussichtlich der letzte Chip der M5-Generation sein.
Lobbying und günstige Alternativen
Um die explodierenden Speicherkosten in den Griff zu bekommen, versucht Apple beim US-Handelsministerium eine Genehmigung zu erhalten, DRAM vom chinesischen Hersteller CXMT zu kaufen. CXMT steht allerdings auf der Sanktionsliste des Pentagons. Der Schritt zeigt, wie sehr die hohen Komponentenkosten Apples Hardware-Margen von 30 bis 40 Prozent unter Druck setzen.
Für preisbewusste Kunden gibt es einen Lichtblick: Seit dem 27. Juni 2026 verkauft Apple refurbished MacBook Neo-Modelle – zum alten Preis von 599 Euro für die 256-GB-Version und 679 Euro für das 512-GB-Modell mit Touch ID. Beide Varianten kommen mit einjähriger Garantie. Die Preiserhöhung für Neugeräte hatte das Einstiegsmodell erst einen Tag zuvor von 599 auf 699 Euro verteuert.
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Ausblick: Touchscreen-MacBook in Sicht
Trotz der aktuellen Preisturbulenzen arbeitet Apple an neuen Hardware-Konzepten. Ein erstes MacBook mit Touchscreen ist in der Entwicklung – mit OLED-Display und der Dynamic Island genannten interaktiven Aussparung. Das Gerät wird für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet und soll auf vorhandenen M5 Pro- oder Max-Chips basieren.

