Apple-Preisschock: MacBook und iPad kosten bis zu 200 Euro mehr

Steigende DRAM- und Flash-Kosten zwingen Apple zu Preisanpassungen von bis zu 200 Euro bei MacBook und iPad.

Speicherkrise trifft Kunden: Apple reagiert auf explodierende Kosten für DRAM und Flash-Speicher mit saftigen Preiserhöhungen. Betroffen sind MacBook Air, iPad Pro und weitere Modelle – die Preise steigen um bis zu 200 Euro.

Die Preisanpassungen traten ab dem 25. Juni in Kraft und sind eine direkte Reaktion auf die massiv gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher und Speicherchips. Branchenexperten warnen, dass sich die Angebotslücke im globalen Halbleitermarkt bis 2027 weiter vergrößern könnte. Am 29. Juni brach die Apple-Aktie um sechs Prozent ein – ausgelöst durch die Berichte über die Preiserhöhungen und Apples schwierige Suche nach alternativen Speicherlieferanten.

Explodierende Komponentenpreise

Die Zahlen sind atemberaubend: Die Preise für DRAM-Bausteine stiegen im ersten Quartal 2026 um 98 Prozent. Noch dramatischer fällt der Anstieg bei einzelnen Komponenten aus. Kostete ein 12-GB-LPDDR5X-RAM-Modul zuvor 39 US-Dollar, werden nun 145 Dollar fällig – ein Plus von 272 Prozent. Auch 256-GB-Speicherchips verteuerten sich von 13 auf 51 Dollar.

Die Folgen für die Endkunden sind deutlich spürbar. Das MacBook Air kostet nun 1.299 US-Dollar statt 1.099 Dollar – ein Aufschlag von 200 Dollar. Gleiches gilt für das iPad Pro, das ebenfalls 200 Dollar teurer wurde und jetzt bei 1.199 Dollar liegt. Das iPad Air stieg von 599 auf 749 Dollar, und das Einstiegsmodell MacBook Neo verteuerte sich von 599 auf 699 Dollar.

Noch nicht betroffen sind iPhone, Apple Watch und AirPods. Doch Analysten rechnen für das iPhone 18 Pro mit einem Preissprung von rund 200 Dollar im Laufe des erwarteten Herbst-Launchs.

Apple sucht Auswege in China

Um die Krise abzufedern, verfolgt Apple einen strategischen Schwenk. Der Konzern versucht, DRAM von ChangXin Memory Technologies (CXMT) zu beziehen – einem chinesischen Hersteller, der auf der US-Sanktionsliste steht. Apple lobbyiert in Washington, CXMT von der Entity List zu streichen, um eine stabile Versorgung zu sichern.

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Doch der Plan ist riskant. CXMTs Technologie liegt Schätzungen zufolge ein bis drei Generationen hinter den Marktführern Micron, Samsung und SK Hynix zurück. Zudem könnte die chinesische Regierung angesichts eigener DRAM-Engpässe heimische Firmen bevorzugen. Zwar wären CXMT-Verträge rund 30 Prozent günstiger als die der Konkurrenz, doch der Hersteller produziert vor allem Standard-DRAM – nicht den Hochleistungsspeicher (HBM), den moderne Anwendungen benötigen.

KI-Boom verschärft die Krise

Haupttreiber der Speicherknappheit ist die enorme Nachfrage nach KI-fähigen Rechenzentren. Prognosen zufolge werden bis 2027 zwischen 15 und 20 Prozent der Speicherkapazität aus der Unterhaltungselektronik in Rechenzentren abwandern. Davon profitieren vor allem die Hersteller: Micron etwa meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 28,2 Milliarden Dollar – ein gewaltiger Sprung von 1,9 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Gleichzeitig verlagert sich die Produktion geografisch. Branchenleaks rund um Tata Electronics deuten darauf hin, dass Indien bis Ende 2026 rund 26 Prozent aller iPhones weltweit fertigen könnte – 2022 waren es gerade sechs Prozent. Die Leaks enthüllten zudem Komponentenpläne für künftige Geräte, was zeigt, dass Apple trotz der aktuellen Engpässe an neuen Modellen arbeitet.

Höhere Speicheranforderungen für künftige iPhones

Trotz der Preis- und Versorgungsprobleme plant Apple höhere Speicherkapazitäten für künftige Mobilgeräte – notwendig für KI-Funktionen. Das iPhone 18e und das Standardmodell iPhone 18, die für das Frühjahr 2027 erwartet werden, sollen 9 GB RAM erhalten (bisher 8 GB). Die Pro-Modelle sollen auf 12 GB aufstocken, um die integrierten Apple-Intelligence-Funktionen zu bewältigen.

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Ob diese Ziele erreichbar sind, ist fraglich. Analysten erwarten, dass Apples Produktionsvolumen für den A20-Chip im ersten Quartal 2027 zehn bis 20 Prozent unter den ursprünglichen Zielen liegen könnte. Die Experten von Jefferies prognostizieren für das dritte Quartal 2026 einen weiteren Preisanstieg von bis zu 50 Prozent – eine Entspannung sei frühestens 2028 in Sicht.

Die Folgen für den Gesamtmarkt sind bereits absehbar: Marktforscher rechnen für 2026 mit einem Rückgang der weltweiten Smartphone-Verkäufe um 14 bis 15 Prozent. Die höheren Preise schrecken die Kunden ab.