Apple hat am 25. Juni eine beispiellose Preiserhöhungswelle für fast sein gesamtes Hardware-Portfolio angekündigt. Grund ist ein explosionsartiger Anstieg der Speicherchip-Preise, ausgelöst durch den weltweiten KI-Boom.
Die Anpassung betrifft nahezu alle Produktkategorien – mit Ausnahme von iPhones, Apple Watches und AirPods. Besonders brisant: Die neu eingeführten generalüberholten Modelle sind mitunter teurer als Neugeräte, die noch bei Drittanbietern lagern.
Preissprünge bei MacBooks und iPads
Das Einstiegsmodell MacBook Neo mit 256 Gigabyte Speicher kostet nun 699 Euro statt bisher 599 Euro – ein Plus von knapp 17 Prozent. In Großbritannien stieg der Preis von 599 auf 699 Pfund, in Neuseeland sogar um 17 Prozent auf umgerechnet rund 1.399 Neuseeland-Dollar.
Noch deutlicher fällt der Aufschlag bei leistungsstärkeren Konfigurationen aus. Das MacBook Neo mit 512 Gigabyte und Touch ID verteuerte sich von 699 auf 799 Euro. Das MacBook Air mit 512 Gigabyte Speicher kletterte von 1.099 auf 1.299 Euro. Das 14-Zoll MacBook Pro mit einem Terabyte Speicher kostet nun 1.999 statt 1.699 Euro.
Auch die iPad-Familie bleibt nicht verschont:
- iPad (Einstiegsmodell): von 349 auf 449 Euro
- iPad Air (128 GB): von 599 auf 749 Euro
- iPad Pro (256 GB): von 999 auf 1.199 Euro
Der Apple TV 4K stieg von 129 auf 199 Euro, die Vision Pro startet nun bei rund 3.699 Euro.
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Kurioser Effekt bei generalüberholten Geräten
Nur einen Tag nach den Neupreiserhöhungen begann Apple am 26. Juni mit dem Verkauf zertifizierter refurbished MacBook Neo-Modelle – zu den ursprünglichen Einführungspreisen von 599 Euro (256 GB) und 679 Euro (512 GB mit Touch ID).
Doch Drittanbieter wie Amazon haben ihre Preise noch nicht angepasst. In einigen Fällen bieten sie neue MacBook Neo-Modelle für 589 Euro an – zehn Euro günstiger als Apples offizielles refurbished-Angebot. Branchenbeobachter raten daher, solange noch Restbestände verfügbar sind, auf Drittanbieter zurückzugreifen.
KI-Industrie verschlingt Speicherkapazitäten
Apple-Chef Tim Cook begründete die Preissprünge mit einer weltweiten Knappheit an Speicherchips. Haupttreiber sei der massive Ausbau von KI-Rechenzentren. Cook bezeichnete die Situation als „nicht nachhaltig“ und verglich sie mit einem „Jahrhunderthochwasser“ der Komponentenpreise.
Die Zahlen untermauern diese Einschätzung: Die Preise für DRAM-Speicher stiegen im ersten Quartal 2026 um 98 Prozent. Analysten erwarten für das zweite Quartal einen weiteren Anstieg um 58 bis 63 Prozent.
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Der Engpass trifft nicht nur Apple. Auch Microsofts Xbox-Sparte hob am 25. Juni die Konsolenpreise an. Marktforscher von IDC rechnen für 2026 mit einem Rückgang des gesamten PC-Marktes um 11,3 Prozent. Eine vollständige Entspannung des Speichermarktes sei frühestens 2028 zu erwarten.
Die Anleger reagierten nervös: Apples Aktie verlor nach Bekanntgabe der Preiserhöhungen und der zugrundeliegenden Lieferkettenprobleme an einem einzigen Handelstag über sechs Prozent an Wert.

