Apple-Produktion: Indien fertigt 55 Millionen iPhones jährlich

Apple diversifiziert seine Lieferkette mit Indien und Vietnam, investiert in KI-Chips und hält zugleich an seinem China-Geschäft fest.

Vor der Corona-Pandemie gab Apple jährlich 35 Millionen US-Dollar für Flüge von Kalifornien nach China aus, um mit dem Zulieferer Foxconn direkt vor Ort zusammenzuarbeiten.

Diese Zahl, wie berichtet wird, verdeutlicht das Ausmaß, in dem der Konzern über Jahre hinweg auf persönliche Präsenz seiner Ingenieure in chinesischen Fabriken gesetzt hat – ein Muster, das sich angesichts geopolitischer Spannungen und wachsender Diversifizierungsbemühungen inzwischen wandelt.

Indien drängt auf mehr als nur Endmontage

Während China weiterhin das Rückgrat der Apple-Fertigung bildet, gewinnt Indien als Produktionsstandort an Bedeutung. Im Jahr 2025 wurden dort 55 Millionen iPhones produziert, was einem Viertel der globalen iPhone-Fertigung entspricht. Die iPhone-Exporte aus Indien überstiegen im Dezember 2025 im Rahmen des staatlichen PLI-Förderprogramms die Marke von 50 Milliarden US-Dollar.

Der indischen Regierung reicht das jedoch nicht. Sie drängt Apple und dessen Zulieferer, die Komponentenfertigung im Land auszubauen und nicht nur die Endmontage (FATP) durchzuführen, die derzeit den Großteil der Produktion in Indien ausmacht. Langfristiges Ziel ist es, die komplette Apple-Produktpalette – von MacBooks über iPads bis zur Apple Watch – in Indien zu fertigen.

Foxconn, Apples wichtigster Auftragsfertiger, reagiert bereits auf diesen Druck: Das Unternehmen sondiert derzeit eine Fläche von mehr als 200 Acres nahe Sanand im Bundesstaat Gujarat für einen Technologiepark und die Fertigung hochwertiger Elektronik.

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Gujarat habe maßgeschneiderte Anreize angeboten, auch andere Bundesstaaten würden geprüft; eine Entscheidung soll binnen weniger Wochen fallen. Foxconn betreibt in Indien bereits einen Halbleiterpark in Uttar Pradesh gemeinsam mit HCL, eine Montagefertigung in Tamil Nadu sowie einen Technologie-Hub nahe Bengaluru.

Investitionen in Vietnam und Zulieferschulung

Parallel dazu baut Apple sein Engagement in Vietnam aus. Am 27. August 2026 eröffnete der Konzern gemeinsam mit der Hanoi University of Science and Technology (HUST) sein erstes Education Center in Hanoi, an dem ab Herbst 2026 Kurse angeboten werden sollen.

Das Zentrum ist Teil des seit 2022 bestehenden Supplier Employee Development Fund mit einem Volumen von 50 Millionen US-Dollar, über den bislang mehr als 9 Millionen Schulungen durchgeführt wurden. Seit 2017 haben zudem 108.000 Menschen an Swift-Programmierkursen teilgenommen.

Die Education-Center-Initiative soll nun auf mehr als 30 Zulieferstandorte in Vietnam ausgeweitet werden, zusätzlich läuft an fünf Fabriken ein Roboterprogramm im Rahmen des Bildungsprojekts. 2024 hatte Apple in Vietnam nach eigenen Angaben 200.000 Arbeitsplätze unterstützt und 400 Billionen Dong investiert.

Preisdruck bei Speicherchips und China-Strategie

Gleichzeitig steht Apple unter Druck bei den Beschaffungskosten: Steigende Preise für Mobile-DRAM, NAND-Flash und weitere Speicherchips bedrohen die Bruttomarge des Konzerns, weshalb Apple mit südkoreanischen OLED-Zulieferern über niedrigere Preise verhandelt.

In den USA investiert Apple zudem 30 Milliarden US-Dollar in Broadcom für die Fertigung kundenspezifischer KI-Chips – Teil eines auf vier Jahre angelegten, insgesamt 600 Milliarden US-Dollar schweren US-Investitionsplans.

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In China selbst vertieft Apple sein Engagement trotz aller Diversifizierung: Mit Unterstützung von Alibaba trainierte der Konzern ein eigenes KI-Modell für den chinesischen Markt und erhielt als erstes ausländisches Unternehmen die Zulassung Pekings für ein proprietäres KI-Modell auf dem chinesischen Festland.

Apple Intelligence wurde dort im Juli 2026 zugelassen, rund 22 Monate nach dem globalen Marktstart im Oktober 2024. Am 27. August 2026 traf Apple-Vizepräsident Ge Yue zudem den Gouverneur der Provinz Guizhou, Li Bingjun, am Rande der China International Big Data Industry Expo.

Li äußerte die Hoffnung auf weitere Investitionen, Ge signalisierte Bereitschaft, das Engagement fortzusetzen und die digitale Wirtschaft der Region weiter auszubauen.

Unbestätigten Berichten zufolge, die über den chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo kursieren, erwägt die Trump-Administration zudem, Apple den Bezug von Speicherchips der chinesischen Hersteller CXMT und YMTC für den China-Markt zu gestatten – eine mögliche Ankündigung könnte demnach nach einem Treffen zwischen Trump und Xi im September erfolgen. Das Gerücht wird jedoch als unwahrscheinlich eingestuft.