Eine Gruppe von 48 chinesischen iOS-Entwicklern hat am 15. August 2026 eine formelle Beschwerde bei der staatlichen Marktaufsichtsbehörde Chinas (State Administration for Market Regulation, SAMR) eingereicht.
Die Antragsteller fordern den US-Technologiekonzern Apple dazu auf, seine Zusage über weltweit einheitlich niedrige Provisionssätze einzulösen. Zudem verlangen sie die Öffnung von Drittanbieter-Zahlungswegen sowie alternativen Vertriebskanälen für Anwendungen innerhalb des Betriebssystems.
Vorwurf der Benachteiligung im chinesischen Markt
Die Beschwerdeführer werfen Apple vor, chinesische Entwickler im internationalen Vergleich finanziell stärker zu belasten. Während das Unternehmen versprochen habe, die Gebühren in China nicht höher anzusetzen als in anderen Märkten, sehen die Entwickler diese Zusage nicht erfüllt.
Trotz Anpassungen in der Vergangenheit argumentieren die Beteiligten, dass die tatsächlichen Zahlungskosten in China weiterhin über den Sätzen liegen, die Apple in Übersee verlangt.
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Bereits Mitte März 2026 hatte Apple die Standardprovision im chinesischen App Store von 30 % auf 25 % gesenkt. Für kleine Unternehmen und Partner im Bereich der Mini-Programme wurden die Sätze von 15 % auf 12 % reduziert.
Laut Angaben des Unternehmens sollten diese Anpassungen dazu führen, dass rund 5 Millionen Entwickler jährlich mehr als 6 Milliarden Yuan einsparen. Dennoch bleibt die Kritik bestehen, dass diese Sätze im Vergleich zu regulatorisch erzwungenen Modellen in anderen Regionen zu hoch seien.
Internationale Diskrepanzen bei Provisionsmodellen
Der Konflikt in China entfaltet sich vor dem Hintergrund weltweiter gerichtlicher und regulatorischer Auseinandersetzungen um die Gebührenstruktur des App Stores. Am 14. August 2026 legte Apple dem Bezirksgericht für Nordkalifornien einen revidierten Vorschlag vor, der die Gebühren für Käufe über externe Links regelt.
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In diesem Entwurf sieht Apple eine Kommission von 15 % für Standardanwendungen vor. Für kleine Unternehmen soll der Satz bei 5 % liegen, während Teilnehmer eines speziellen Partnerprogramms mit 10 % veranschlagt werden.
Dieser Vorstoß folgt auf eine gerichtliche Entscheidung vom April 2025, die Apple die Erhebung von Gebühren auf externe Verlinkungen untersagt hatte. Apple strebte zudem Vergleichsverhandlungen mit Epic Games an, die jedoch scheiterten. Die Gegenseite lehnte den Vorschlag von 15 % Provision mit der Begründung ab, dass dieser deutlich über den Leitlinien des zuständigen Berufungsgerichts liege.
Im Vergleich dazu gelten in der Europäischen Union seit dem 26. Juni 2025 neue Bedingungen: Dort beträgt die Standardprovision 17 %, für kleine Unternehmen 10 %. Hinzu kommen jedoch eine Kerntechnologiegebühr von 0,50 Euro für jede Installation, die die Grenze von einer Million pro Jahr überschreitet, sowie eine zusätzliche Gebühr für die Zahlungsabwicklung.
Wirtschaftliche Bedeutung des Standorts China
Für Apple stellt China einen der wichtigsten Märkte dar. Im Jahr 2024 belief sich das Transaktionsvolumen im chinesischen App Store auf rund 23 Milliarden US-Dollar, während der weltweite Gesamtwert bei 131 Milliarden US-Dollar lag. Von den Gebührensenkungen im Frühjahr 2026 sollen rund 270 Millionen iOS-Nutzer in China profitieren.
Die nun eingereichte Beschwerde erhöht den Druck auf Apple, seine globale Gebührenstruktur weiter zu harmonisieren. Bereits im November 2025 hatte das Unternehmen ein Partnerprogramm für Mini-Programme eingeführt, bei dem qualifizierte In-App-Käufe mit 15 % statt der üblichen 30 % verprovisioniert wurden.
Dennoch fordern die 48 Entwickler nun eine weitergehende Liberalisierung des Marktes, die sich an den strengeren regulatorischen Vorgaben aus Europa orientiert, wo Apple bereits im März 2024 mit einer Strafe von 1,84 Milliarden Euro und im April 2025 mit weiteren 500 Millionen Euro belegt wurde.

