Der iPhone-Konzern meldet Rekordzahlen für das abgelaufene Quartal – doch steigende Speicherpreise und Lieferengpässe trüben den Ausblick. Für Deutschland und Europa zeichnen sich mögliche Preisanpassungen ab.
Apple hat die Erwartungen der Analysten im dritten Geschäftsquartal übertroffen. Zwischen April und Ende Juni stieg der Umsatz auf 109,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Treiber waren vor allem das iPhone und das neu eingeführte MacBook Neo. Doch die Konzernspitze warnte vor einem schwierigen Lieferumfeld: Steigende Komponentenkosten könnten das Wachstum in den kommenden Monaten bremsen.
Hardware-Boom beschert Rekordquartal
Besonders stark entwickelte sich das iPhone-Geschäft: Die Erlöse legten um 22 Prozent auf 54,25 Milliarden US-Dollar zu. Auch die Mac-Sparte verzeichnete mit einem Plus von 29 Prozent auf 10,35 Milliarden US-Dollar das beste Juni-Quartal der Unternehmensgeschichte. Vor allem in Schwellenländern wie China läuft das Geschäft rund.
Das MacBook Neo erwies sich dabei als wichtigster Wachstumstreiber. Kurz nach dem erfolgreichen Start zog Apple jedoch die Preise an: Seit dem 25. Juni kostet das Einstiegsmodell 699 statt 599 US-Dollar. Auch andere Geräte wurden teurer – das MacBook Pro um 300 US-Dollar, iPad Air und iPad Pro um 150 bis 200 US-Dollar.
Speicherknappheit: „Ein Jahrhundertereignis“
Die Tech-Branche kämpft derzeit mit einer massiven Verknappung von Speicherchips. Der enorme Bedarf an KI-Infrastruktur hat die Nachfrage explodieren lassen. Tim Cook verglich den Preisanstieg bei Speicherbausteinen in der Telefonkonferenz am 30. Juli mit einem Jahrhunderthochwasser – ein extremes und seltenes Ereignis. Die Folge: Die Bruttomarge dürfte im kommenden Quartal spürbar sinken.
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Apple reagiert mit höheren Lagerbeständen. Der Konzern hält aktuell Waren im Wert von 11,1 Milliarden US-Dollar – fast doppelt so viel wie im September des Vorjahres (5,7 Milliarden). Finanzchef Kevan Parekh rechnet damit, dass sich die Lieferengpässe im vierten Quartal weiter verschärfen und die Verfügbarkeit von iPhones, Macs und iPads beeinträchtigen könnten.
Neue Lieferanten im Visier
Um die Abhängigkeit von den drei dominierenden Speicherherstellern Samsung, SK hynix und Micron zu verringern, prüft Apple die Aufnahme chinesischer Anbieter wie CXMT und YMTC in seine Lieferantenliste. Cook zeigte sich zuversichtlich, dass zusätzliche Bezugsquellen die Versorgung stabilisieren könnten – ob sie jedoch die Preise senken, sei ungewiss.
Genau dieser Schritt sorgt in Washington für Unruhe. Eine Gruppe von US-Senatoren fordert Apple auf, bis zum 21. August zuzusichern, keine Speicherchips von CXMT oder YMTC zu verwenden. Zur Begründung verweisen sie auf nationale Sicherheitsbedenken.
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Ära Cook neigt sich dem Ende zu
Der Quartalsbericht markiert den letzten unter der Führung von Tim Cook. Am 1. September übergibt er den Chefposten an John Ternus. Für das vierte Quartal stellt Apple ein konservatives Wachstum von 9 bis 11 Prozent in Aussicht – die Wall Street hatte mit über 12 Prozent gerechnet. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als fünf Prozent. Während das iPhone-Geschäft weiterhin zweistellig wachsen dürfte, bleibt die Konzernspitze angesichts volatiler Fertigungskosten vorsichtig.

