Ein britischer Apple-Wiederverkäufer verlangt von Kunden Nachzahlungen für bereits vollständig bezahlte Mac-Bestellungen. Der Händler KRCS beruft sich auf gestiegene Speicherpreise – doch die Praxis stößt auf heftige Kritik.
Nachzahlung trotz vollständiger Bezahlung
Der Fall sorgt für Aufsehen: Ein Kunde, der sich im Netz „sw1000″ nennt, bestellte Anfang Juni ein MacBook Pro M5 Max mit 128 Gigabyte Arbeitsspeicher. Nachdem Apple am 25. Juni die Preise erhöhte, forderte KRCS eine Nachzahlung von umgerechnet rund 2.700 Euro. Die Drohung des Händlers: Ohne die zusätzliche Zahlung werde die Bestellung storniert.
Ein Blick in die Geschäftsbedingungen des Resellers offenbart jedoch: Eine rückwirkende Preisanpassung für bereits bezahlte Aufträge ist dort nicht vorgesehen. Auch Apple selbst verfolgt bei Direktbestellungen offenbar keine derartige Praxis. Der Fall wurde inzwischen an Apples höhere Kundendienst-Ebene eskaliert.
Speicherpreise explodieren – Apple reagiert mit Preisschüben
Hintergrund des Streits ist eine beispiellose Verteuerung von Speicherchips. Die DRAM-Preise stiegen im ersten Quartal um 98 Prozent, Analysten erwarten weitere Anstiege von bis zu 63 Prozent. Apple-Chef Tim Cook sprach angesichts der Entwicklung von einem „Jahrhundert-Hochwasser“ für die Branche.
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Die gestiegenen Kosten schlagen direkt auf die Endverbraucherpreise durch. Das MacBook Air verteuerte sich von 1.099 auf 1.299 Dollar, das MacBook Pro von 1.699 auf 1.999 Dollar. Auch das iPad Air kostet nun 749 statt 599 Dollar, das MacBook Neo liegt bei 699 Dollar – ein Plus von 100 Dollar. Die iPhone-Preise blieben trotz der Teuerung unverändert.
Solide Geschäftszahlen trotz Margendruck
Trotz der Belastungen durch die Speicherkosten kann Apple auf starke Quartalszahlen verweisen. Im dritten Quartal 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von 109,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 108,8 Milliarden Dollar. Allein die iPhone-Sparte steuerte 54,2 Milliarden Dollar bei – prognostiziert waren 53,5 Milliarden.
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Klage gegen Speicherhersteller
Bereits im Juni reichte Apple Klage gegen die großen Speicherlieferanten Samsung, SK Hynix und Micron ein. Der Vorwurf: Preisabsprachen, die zu den beispiellosen Kostenexplosionen geführt haben sollen. Interessant: Micron sicherte sich parallel langfristige Verträge über 22 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der KI-Nachfrage.
Führungswechsel bei Apple
Die Preiswirren treffen Apple in einer Phase des Umbruchs. Am 1. September übergibt Tim Cook den CEO-Posten an John Ternus und wechselt selbst auf den Stuhl des Executive Chairman. Analysten von Wedbush bleiben bei ihrer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 400 Dollar – auch wenn die Aktie nach den überraschenden Preiserhöhungen zuletzt fünf Prozent verloren hat.

