Apple-Sammelklage: 40 Millionen Briten könnten 90 Euro Entschädigung erhalten

Gericht lässt Sammelklage gegen Apple zu. Which? wirft Konzern iCloud-Zwang vor. Betroffene könnten 90 Euro erhalten.

Rund 40 Millionen britische Apple-Kunden könnten entschädigt werden – der Streitwert liegt bei umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro.

Das britische Competition Appeal Tribunal hat am 17. Juni 2026 grünes Licht für eine milliardenschwere Sammelklage gegen den US-Technologiekonzern Apple gegeben. Die Verbraucherorganisation Which? wirft dem iPhone-Hersteller vor, Millionen Kunden durch wettbewerbswidrige Praktiken in seinen iCloud-Dienst gezwungen zu haben.

Der Vorwurf: Missbrauch der Marktmacht

Anzeige: Sie sind einer von 40 Millionen britischen iCloud-Nutzern? Dann haben Sie Anspruch auf bis zu 90 Euro Entschädigung – doch nur, wenn Sie aktiv werden. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie der Klage widersprechen und Ihre Rechte wahren. Jetzt Leitfaden anfordern

Die Kläger behaupten, Apple habe seine marktbeherrschende Stellung systematisch ausgenutzt. Der Konzern habe es Nutzern des iOS-Betriebssystems erheblich erschwert, auf alternative Cloud-Dienste auszuweichen – etwa Google Drive, Microsoft OneDrive oder Dropbox. Das enge Zusammenspiel zwischen dem Betriebssystem und dem hauseigenen iCloud-Speicher habe die Kunden faktisch im Apple-Universum gefangen gehalten.

Die Folge: Apple konnte nach Ansicht der Kläger deutlich höhere Preise für Speicher-Abonnements verlangen, als in einem funktionierenden Wettbewerbsumfeld möglich gewesen wäre. Which? spricht von einem klassischen Fall des „Vendor Lock-in“ – einer strategischen Kundenbindung, die den Wechsel zu Konkurrenzprodukten unattraktiv oder technisch aufwendig macht.

Apple hat die Vorwürfe zurückgewiesen und bereits angekündigt, gegen die Zulassung der Sammelklage Rechtsmittel einzulegen.

Wer profitiert – und wie viel?

Die Klage umfasst rund 40 Millionen britische Verbraucher. Anspruchsberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in Großbritannien, die zwischen dem 8. November 2018 und dem 8. Juni 2026 iCloud-Dienste genutzt haben.

Sollte die Klage Erfolg haben, könnten betroffene Nutzer mit einer Entschädigung von umgerechnet etwa 90 Euro pro Person rechnen. Der Gesamtschaden wird auf rund drei Milliarden Pfund (etwa 3,5 Milliarden Euro) beziffert. Die Teilnahme an der Sammelklage erfolgt automatisch – wer nicht teilnehmen möchte, muss bis zum 8. Oktober 2026 aktiv widersprechen.

Langer Rechtsweg – und internationaler Druck

Anzeige: Bis zu 90 Euro pro Person – doch die Frist läuft: Wer bis zum 8. Oktober 2026 nicht widerspricht, verliert seinen Anspruch. Unser Leitfaden erklärt Ihnen in 3 Schritten, wie Sie vorgehen und welche iCloud-Alternativen sich lohnen. Kostenlosen Leitfaden sichern

Das Gericht hat Apple aufgefordert, seine förmliche Klageerwiderung bis zum 31. Juli 2026 einzureichen. Ein Prozessbeginn ist jedoch frühestens für Oktober 2028 terminiert. Der Rechtsstreit dürfte sich über Jahre hinziehen – und Apples iCloud-Praktiken stehen nicht nur in Großbritannien in der Kritik.

Auch Italien hat Ermittlungen gegen den Dienst aufgenommen, dort unter dem Dach des Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union. Die EU-Kommission beobachtet die Entwicklung ebenfalls genau. Für Apple geht es um weit mehr als nur um die britische Sammelklage: Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen ähnliche Verfahren in weiteren EU-Staaten.

Der Konzern hält an seiner Rechtsauffassung fest: Die iCloud-Praktiken seien rechtmäßig, und man werde sich „mit aller Kraft“ gegen die Vorwürfe verteidigen. Ob diese Strategie aufgeht, wird frühestens in gut zwei Jahren klar sein.