Apple hat am Dienstag aktualisierte Richtlinien für Kunden veröffentlicht, die ihre Geräte zur Reparatur bringen wollen. Zeitgleich schließt der Konzern 29 Sicherheitslücken in seinen Betriebssystemen – und das früher als geplant.
Das müssen Kunden vor einem Service-Termin beachten
Wer sein iPhone oder iPad offiziell reparieren lassen möchte, muss künftig mehrere Schritte erledigen. An oberster Stelle steht ein vollständiges Backup des Geräts. Erst dann dürfen Nutzer das Gerät aus der Hand geben.
Vor dem Service-Termin sind zudem Apple Cash zu deaktivieren und sämtliche Zahlungskarten aus der Wallet-App zu entfernen. Auch die „Wo ist?“-Funktion muss ausgeschaltet werden – erst dann können Techniker die nötigen Diagnosen durchführen und Reparaturen vornehmen. Nach der Rückgabe lassen sich Daten und digitale Karten aus dem Backup wiederherstellen.
Neue Regeln für gestohlene Geräte
Apple hat auch seine Anleitung für den Umgang mit gestohlenen iPhones überarbeitet. Die wichtigste Neuerung: Zwar sollen Nutzer sofort den Verloren-Modus über das „Wo ist?“-Netzwerk aktivieren – aber keinesfalls die eigene Telefonnummer auf dem Sperrbildschirm anzeigen. Kriminelle könnten diese sonst für Betrugsversuche nutzen.
Das Unternehmen rät zudem dringend davon ab, das gestohlene Gerät aus dem eigenen Account zu entfernen. Nur so bleiben die Aktivierungssperren bestehen, die einen Weiterverkauf erschweren. Besonders warnt Apple vor betrügerischen Nachrichten: Nach einem Diebstahl versuchen Kriminelle häufig, sich per SMS oder E-Mail als Apple auszugeben und an die Zugangsdaten ihrer Opfer zu gelangen.
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29 Sicherheitslücken geschlossen – KI-Treiber beschleunigt Updates
Die verschärften Sicherheitsvorkehrungen fallen mit der Veröffentlichung von iOS 26.5.2, iPadOS 26.5.2 und macOS Tahoe 26.5.2 zusammen. Die Updates vom 29. und 30. Juni stopfen insgesamt 29 Sicherheitslücken – viele davon in WebKit, Kernel und libxslt.
Apple bestätigte, dass der Konzern seinen Update-Rhythmus beschleunigt. Grund ist die zunehmende Bedrohung durch KI-gesteuerte Cyberangriffe. Kriminelle nutzen demnach immer häufiger Werkzeuge der künstlichen Intelligenz, um Schwachstellen schneller auszunutzen. Die aktuellen Patches erscheinen daher vor der eigentlich geplanten großen Version iOS 26.6.
Entwickelt wurden die Updates unter anderem mit Hilfe von KI-Tools wie Claude und Codex. Forscher von Anthropic und OpenAI trugen zur Erkennung der Schwachstellen bei. Die neuen Versionen stehen für das iPhone 11 und neuere Modelle sowie für iPads ab der achten Generation zur Verfügung.
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Datenleck bei Zulieferer: Hunderte Gigabyte an Geheimdaten im Darknet
Die Dringlichkeit der Maßnahmen wird durch einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall bei Tata Electronics unterstrichen. Der Apple-Zulieferer aus Indien wurde Opfer einer Ransomware-Attacke. Die Gruppe „World Leaks“ veröffentlichte am 29. und 30. Juni über 200.000 Dateien im Darknet – darunter Komponentenlisten und Fotos des noch unveröffentlichten iPhone 18 Pro.
Die geleakten Daten geben Einblicke in den kommenden A20 Pro-Chip. Branchenexperten erwarten, dass dieser im 2-Nanometer-Verfahren (N2) von TSMC gefertigt wird. Die neuen Chips sollen demnach mit fortschrittlicher Verpackungstechnologie sowie seitlich montiertem DRAM und LPDDR6-Speicher ausgestattet sein.
Der Vorfall kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Indien baut seine Rolle in Apples Lieferkette massiv aus. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass das Land 2026 rund 26 Prozent aller iPhones produzieren wird – vor vier Jahren waren es gerade einmal sechs Prozent. Apple und Tata Electronics haben den Zugriff auf betroffene Systeme eingeschränkt und forensische Prüfungen eingeleitet.

