Apple schließt kritische Lücke: Alle Nutzer sollten sofort updaten

Apple veröffentlicht Notfall-Patches für eine schwerwiegende Sicherheitslücke, die bereits für gezielte Angriffe genutzt wurde. Die Schwachstelle ermöglichte die vollständige Kontrolle über iPhones, Macs und andere Geräte.

Apple hat eine kritische Sicherheitslücke in allen seinen Betriebssystemen geschlossen, die bereits für gezielte Angriffe genutzt wurde. Nutzer müssen ihre Geräte sofort aktualisieren.

Cupertino/Kalifornien – Der Tech-Riese reagiert mit Notfall-Updates auf eine schwerwiegende Schwachstelle. Betroffen sind iPhones, iPads, Macs, Apple Watches, Apple TV und das Vision Pro Headset. Die als CVE-2026-20700 katalogisierte Lücke ermöglichte Angreifern die vollständige Kontrolle über Geräte.

Google-Sicherheitsexperten hatten die aktive Ausnutzung entdeckt. Apple bestätigte „äußerst raffinierte Angriffe auf spezifische Zielpersonen“. Es ist der erste aktiv genutzte Zero-Day-Schwachstelle, den Apple 2026 patchen musste.

So gefährlich ist die Lücke im Systemkern

Die Schwachstelle sitzt tief im Betriebssystem – im Dynamic Link Editor (dyld). Diese Komponente lädt grundlegende Programmbibliotheken. Ein Speicherkorruptionsfehler erlaubte es Angreifern, beliebigen Code auszuführen.

„Das ist die Königsklasse des Zugriffs“, erklärt ein Sicherheitsforscher. „Angreifer könnten Spyware installieren oder Backdoors einrichten – völlig unbemerkt vom Nutzer.“ Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA stufte die Bedrohung als so kritisch ein, dass sie sie in ihren Katalog bekannter, ausgenutzter Schwachstellen aufnahm.

Mehrstufiger Angriff mit Browser-Startpunkt

Sicherheitsanalysen zeigen ein ausgeklügeltes Vorgehen. Die dyld-Lücke war nur das letzte Glied einer Kette. Zuvor nutzten Angreifer zwei bereits im Dezember 2025 geschlossene Lücken in Apples WebKit-Browserengine.

Das Muster ist typisch für gezielte Attacken: Opfer besuchten präparierte Webseiten oder klickten manipulierte Links. Über den Browser erhielten Angreifer ersten Zugang, über die dyld-Lücke dann volle Kontrolle. Diese Mehrstufen-Strategie umgeht mehrere Sicherheitsebenen gleichzeitig.

Diese Updates sind jetzt entscheidend

Apple hat parallel für alle Plattformen Patches bereitgestellt:
* iOS 26.3 und iPadOS 26.3 für iPhone 11 und neuer sowie aktuelle iPads
* macOS Tahoe 26.3 für alle kompatiblen Macs
* watchOS 26.3 für Apple Watch Series 6 und neuer
* tvOS 26.3 und visionOS 26.3

„Besonders gefährdet sind Nutzer, die noch ältere Software als iOS 26 verwenden“, warnt das Unternehmen. Die Updates sollten umgehend installiert werden – über „Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate“ bei mobilen Geräten oder Systemeinstellungen am Mac.

Staatsspionage statt Massenangriff?

Apple nennt keine konkreten Ziele, doch die Beschreibung passt zu Mustern staatlicher Akteure oder kommerzieller Spyware-Anbieter. Solche „Advanced Persistent Threats“ (APTs) zielen typischerweise auf Journalisten, Aktivisten oder Regierungsvertreter – nicht auf die breite Masse.

Die Entdeckung durch Googles Threat Analysis Group unterstreicht diese Einschätzung. Das Team ist bekannt für das Aufspüren staatlich unterstützter Cyberangriffe. Zero-Day-Lücken wie diese sind auf dem Graumarkt für Spyware Millionen wert.

Was Nutzer jetzt tun müssen

Die Priorität ist klar: sofort updaten. Sicherheitsexperten empfehlen zudem, automatische Updates zu aktivieren. „Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen solche Bedrohungen“, so ein Branchenkenner.

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Der Vorfall zeigt das fortwährende Wettrennen zwischen Tech-Konzernen und hochspezialisierten Angreifern. Je besser die Grundsicherheit wird, desto komplexer werden die Angriffsketten. Da die Schwachstelle nun öffentlich ist, könnte sich das Risiko weiterer Ausnutzungsversuche erhöhen – ein weiterer Grund für schnelles Handeln.