Apple beschleunigt die Entwicklung einer neuen Generation intelligenter Wearables. Drei Geräte sollen Siri Augen und Ohren geben – eine strategische Antwort auf den KI-Wettlauf.
Der Tech-Konzern verfolgt einen anderen Weg als Cloud-Riesen wie Google oder Microsoft. Statt Milliarden in Rechenzentren zu pumpen, setzt Apple auf hochpreisige Konsumergeräte. Sie sollen das iPhone ergänzen und Nutzer fester an das Ökosystem binden. Nach ersten Berichten Mitte Februar 2026 stieg der Aktienkurs um 2,7 Prozent. Die Börse honoriert den hardwarezentrierten KI-Ansatz offenbar.
Die N50-Smartbrille: Siri bekommt Augen
Herzstück der Initiative ist die Smartbrille N50. Sie soll direkt mit Metas Ray-Ban-Brillen konkurrieren. Anders als bei einer AR-Brille gibt es aber kein durchsichtiges Display. Die Interaktion läuft über Mikrofone, Lautsprecher und ein Dual-Kamera-System.
Eine Kamera macht Fotos und Videos. Die zweite ist für Computer Vision reserviert. Sie erfasst die Umgebung ähnlich wie das LiDAR-System im iPhone. So kann die Brille Entfernungen messen und Objekte erkennen. Nutzer könnten dann fragen: „Was für eine Pflanze ist das?“ oder „Lies mir das Schild vor.“
Die Produktion soll Ende 2026 starten, die Markteinführung ist für 2027 geplant. Apple designed die Gestelle selbst – eine Abkehr von der Partnerschaft mit etablierten Brillenherstellern. Das Ziel: maximale Qualität und Kontrolle.
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KI-Anhänger und Kamera-AirPods erweitern das System
Zwei weitere Wearables sollen den Einstieg in die visuelle KI erleichtern. Ein KI-Anhänger in AirTag-Größe wird wie ein Clip oder Anhänger getragen. Mit einer einfachen Kamera und Mikrofon dient er als ständige Verbindung zum iPhone. Das Konzept erinnert an den Humane AI Pin.
Gleichzeitig rüstet Apple seine AirPods mit Kameras aus. Die nach außen gerichteten Sensoren sollen keine Fotos machen. Stattdessen erfassen sie räumliche Daten für Übersetzungen oder Umgebungserkennung. Diese AirPods sind in der Entwicklung am weitesten fortgeschritten. Sie könnten schon Ende 2026 auf den Markt kommen.
Die Geräte ersetzen nicht das Smartphone. Sie schaffen ein Netzwerk am Körper, das kontinuierlich Kontext liefert. So will Apple die Nutzerbindung vertiefen.
Großer Siri-Update kommt erst mit iOS 27
Die neue Hardware ist nutzlos ohne eine grundlegende Siri-Überholung. Ein umfassendes Update mit Chatbot-Fähigkeiten wurde verschoben. Es kommt nicht mehr mit iOS 26.4, sondern erst mit iOS 27 später in diesem Jahr.
Die neue Siri wird multimodal. Sie versteht dann nicht nur Sprache, sondern auch visuelle Informationen. Sie nutzt dafür KI-Modelle, die mit Googles Gemini-Technologie entwickelt wurden. Ein Beispiel: Sie zeigt auf ein Plakat und sagt „Füge diese Veranstaltung meinem Kalender hinzu“. Oder sie hält die Brille über eine Speisekarte und bittet um eine Audio-Übersetzung.
Der Zeitplan ist abgestimmt: Die Software ist fertig, bevor 2027 die N50-Brille erscheint. Die Kamera-AirPods könnten noch mit der aktuellen Siri-Version auskommen.
Marktreaktionen und Apples strategischer Vorteil
Die Ankündigung ließ nicht nur Apple-Aktien steigen. Die Kurse von EssilorLuxottica, Metas Partner für Ray-Ban, brachen um über sieben Prozent ein. Investoren trauen Apple offenbar zu, das Smartglasses-Duopol aufzubrechen.
CEO Tim Cook zeigte sich in einer internen Mitarbeiterversammlung begeistert von den neuen KI-Produktkategorien. Analysten sehen einen klaren Vorteil: Während Konkurrenten Unsummen in Cloud-Infrastruktur stecken, verdient Apple direkt an hochpreisiger Hardware und Services.
Die Rechenleistung bleibt im iPhone. Das senkt die Infrastrukturkosten massiv und entspricht Apples strengen Datenschutzrichtlinien. Das Smartphone wird zum verarbeitenden Hub für die Wearables.
Die Brücke zur echten Augmented Reality
Apples Roadmap für die nächsten zwei Jahre ist klar. 2026 könnten die Kamera-AirPods kommen, 2027 dann Brille und Anhänger. Doch sind das die lang erwarteten AR-Brillen? Experten sagen: Nein.
Echte Brillen mit durchsichtigen Displays sind noch Jahre entfernt. Apples audio- und kamera-basierte Geräte sind eine strategische Brücke. Sie gewöhnen Nutzer an allgegenwärtige KI-Assistenz im Alltag. Gelingt das, könnte ein neues Plattform-Ökosystem entstehen – ähnlich einflussreich wie die Apple Watch.





