Apple setzt auf Liquidmetal: Neue Ära für das iPhone-Gehäuse

Apple prüft den Einsatz von Liquidmetal für zukünftige iPhones. Das Material verspricht Härte, Leichtigkeit und günstigere Fertigung.

Apple treibt die Entwicklung von Liquidmetal voran – das Material könnte das iPhone-Gehäuse der Zukunft revolutionieren.

Der iPhone-Konzern erforscht seit über 15 Jahren amorphe Metalllegierungen, die unter dem Namen Liquidmetal bekannt sind. Aktuelle technische Unterlagen aus dem Mai 2026 deuten darauf hin, dass Apple diese Materialklasse nun ernsthaft für die Serienproduktion prüft. Der Grund: Liquidmetal vereint die Härte von Stahl mit dem geringen Gewicht von Titan – und lässt sich zudem günstiger verarbeiten.

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Was macht Liquidmetal so besonders?

Amorphe Legierungen unterscheiden sich grundlegend von herkömmlichen Metallen. Anders als Aluminium oder Titan besitzen sie keine kristalline Struktur, sondern eine ungeordnete, glasartige Anordnung der Atome. Das verleiht ihnen außergewöhnliche Eigenschaften: Sie sind extrem widerstandsfähig gegen Verformungen und können nach Belastung in ihre Ursprungsform zurückfedern.

Der größte Vorteil liegt jedoch in der Verarbeitung. Während Titan aufwendig gefräst werden muss – ein zeit- und materialintensiver Prozess – lässt sich Liquidmetal wie ein Thermoplast in Formen spritzen. Branchenbeobachter sehen darin enormes Einsparpotenzial, sofern die Fertigung in großem Maßstab stabil läuft.

Das Hitzeproblem der aktuellen iPhones

Ein zentraler Treiber für die Materialsuche ist die Hitzeentwicklung moderner Prozessoren. Apples Umstellung auf Aluminiumgehäuse bei den aktuellen iPhone-17-Pro-Modellen war eine pragmatische Reaktion auf die thermischen Schwächen von Titan. Zwar wirkt Titan hochwertig und ist extrem stabil, doch seine schlechte Wärmeleitfähigkeit führt bei intensiver Nutzung immer wieder zur Drosselung der Leistung.

Liquidmetal könnte hier den Kompromiss bieten: Die Legierung lässt sich so entwickeln, dass sie Wärme effizient ableitet und gleichzeitig stabil bleibt. Die Aluminiumlösung der aktuellen Generation gilt daher nur als Übergang, bis die Massenproduktion von Liquidmetal oder fortsrittlichen Verbundrahmen beherrscht wird.

Schlüsselrolle im faltbaren iPhone

Die spannendste Anwendung zeichnet sich jedoch im Bereich der Falt-Smartphones ab. Insidern zufolge soll Liquidmetal eine Schlüsselkomponente im ersten faltbaren iPhone werden, das in der Branche als „iPhone Ultra“ oder „iPhone Fold“ gehandelt wird.

Faltbare Geräte kämpfen mit zwei grundlegenden Problemen: der Haltbarkeit des Scharniers und der sichtbaren Knickfalte im Display. Herkömmliche Materialien ermüden nach tausenden Faltzyklen. Liquidmetal hingegen kann durch den Spritzguss mit extrem engen Toleranzen gefertigt werden – ideal für die komplexen Lagerstrukturen des Scharniers.

Die Ziele sind ambitioniert:
Höhere Bildschirmglätte durch stabilere Trägerstrukturen
Weniger Knickfalte durch präzisen Biegeradius über Hunderttausende Zyklen
Extrem flaches Design – Gerüchten zufolge soll das aufgeklappte Gerät nur 4,5 bis 5,5 Millimeter dünn sein

Von der Nische zur Massenproduktion

Apples Partnerschaft mit Liquidmetal Technologies Inc. besteht seit August 2010. Der Konzern hält eine exklusive, unbefristete Lizenz für die Nutzung der Legierungen in Unterhaltungselektronik. Doch trotz dieser langen Zusammenarbeit blieb der kommerzielle Durchbruch bisher aus – Liquidmetal fand sich nur in SIM-Karten-Werkzeugen und internen Halterungen.

Das könnte sich nun ändern. Anfang 2026 begann Liquidmetal Technologies mit dem Bau einer neuen Produktionsstätte im chinesischen Hangzhou. Parallel arbeitet Apple mit Zulieferern wie EonTec und Amphenol an der Testfertigung von Liquidmetal-Komponenten. Die logistischen Hürden für eine Massenproduktion im Millionenmaßstab scheinen endlich überwindbar.

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Die Vision vom „Glasblock“

Die Materialforschung fügt sich nahtlos in Apples Designphilosophie ein. Patente aus dem August 2025 beschreiben ein sechsseitiges Glasgehäuse mit berührungsempfindlichen Kanten. Um ein solches „Glas-Slab“ zu realisieren, muss der innere Rahmen extrem stabil und gleichzeitig dünn sein. Liquidmetal gilt als vielversprechendster Kandidat für diese verborgenen Strukturen – stark genug, um das Glas zu tragen, ohne das Gerät klobig zu machen.

Ausblick: Was kommt 2026 und 2027?

Die Branche rechnet mit einer gestaffelten Einführung. Die iPhone-18-Pro-Modelle werden voraussichtlich noch auf verfeinerte Titan- oder Aluminiumlegierungen setzen. Der große Auftritt von Liquidmetal wird für das erste faltbare iPhone noch in diesem Jahr oder Anfang 2027 erwartet.

Gelingt die Testproduktion im dritten Quartal 2026, könnte Liquidmetal vom Nischenmaterial zum primären Rahmenwerkstoff der gesamten Flaggschiff-Reihe werden – pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum des iPhones 2027. Ob dieser Plan aufgeht, hängt allein davon ab, ob die neuen Fertigungsanlagen in China Apples rigorose Qualitätsstandards erfüllen können.