Apple-Sicherheitslücke: Unpatchbare Schwachstelle in A12- und A13-Chips

Sicherheitslücke in A12/A13-Chips nicht per Update behebbar. Magnet Forensics verklagt Paradigm Shift wegen Geheimnisverrats.

Eine nicht behebbare Sicherheitslücke in älteren Apple-Chips sorgt für einen Rechtsstreit und betrifft Millionen Nutzer weltweit. Die als „usbliter8“ bekannte Schwachstelle steckt tief in der Hardware und lässt sich per Software-Update nicht schließen.

Unpatchbare Schwachstelle in Apples A12- und A13-Chips

Die Sicherheitslücke befindet sich im SecureROM sowie im USB-Controller DWC2 von Apples A12- und A13-Prozessoren. Da der Fehler im Nur-Lese-Speicher der Chips verankert ist, kann Apple ihn nicht über herkömmliche Software-Updates beheben. Die Schwachstelle wurde Ende Juli 2026 öffentlich bekannt und ermöglicht Angreifern die vollständige Kontrolle über betroffene Geräte sowie das Jailbreaking.

Sicherheitsforscher betonen, dass die Ausnutzung der Lücke physischen Zugriff auf das Gerät erfordert – in der Regel über eine USB-Verbindung. Branchenanalysten zufolge ist die Code-Struktur bereits bei der Fertigung in die Chips eingebrannt. Ein digitaler Fix ist damit ausgeschlossen; für betroffene Nutzer bleibt nur der Umstieg auf neuere Hardware.

Rechtsstreit um Geheimnisverrat

Im Zentrum des Konflikts steht der Fall 1:26-cv-03781-VMC vor dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Georgia. Die kanadische Firma Magnet Forensics verklagt die Sicherheitsfirma Paradigm Shift sowie deren Mitarbeiter Mario Del Gaudio. Der Vorwurf: unbefugte Offenlegung von Geschäftsgeheimnissen.

Del Gaudio war von November 2023 bis November 2024 bei Magnet Forensics beschäftigt. Das Unternehmen behauptet, er habe die Zero-Day-Schwachstelle während seiner Anstellung entdeckt und die Erkenntnisse anschließend an Paradigm Shift weitergegeben, die die Details veröffentlichten. Magnet Forensics fordert Schadensersatz und eine einstweilige Verfügung. Unter dem rechtlichen Druck entfernte Paradigm Shift den ursprünglichen Blogbeitrag mit den technischen Details.

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Welche Geräte betroffen sind

Die Lücke betrifft eine breite Palette von Apple-Produkten aus den Jahren 2018 bis 2021:

  • iPhones: XR, XS und XS Max, die gesamte iPhone-11-Serie sowie das iPhone SE der zweiten Generation
  • iPads: iPad (8. und 9. Generation), iPad Air (3. Generation), iPad mini (5. Generation) sowie die ersten beiden Generationen des 11-Zoll-iPad Pro
  • Weitere Geräte: Apple Watch Series 4 und 5, Apple Watch SE (1. Generation), Apple TV 4K (2. Generation) und HomePod mini

Alle genannten Geräte nutzen die A12- oder A13-Chips beziehungsweise deren Varianten wie A12X, A12Z, S4 und S5.

Apples Parallel-Updates und kommerzielle Nutzung

Während die usbliter8-Lücke dauerhaft in der Hardware bleibt, schließt Apple weiterhin separate Software-Sicherheitslücken. Am 30. Juli 2026 veröffentlichte das Unternehmen Updates wie iOS 26.6 und macOS Tahoe 26.6, die insgesamt 194 Schwachstellen im Kernel, WebKit und WLAN-System behoben. Diese Updates haben jedoch keinen Einfluss auf die Hardware-Schwachstelle.

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Das kommerzielle Interesse an dem Exploit ist bereits spürbar: Am 27. Juli 2026 veröffentlichte ein Drittanbieter ein Update für sein „UnlockTool“, das usbliter8 nutzt, um Passcode-Backups und Factory-Resets auf A12- und A13-Geräten durchzuführen. Sicherheitsexperten raten Nutzern mit sensiblen Daten auf betroffenen Modellen, auf Geräte mit A14-Chip oder neuer umzusteigen – diese sind gegen den SecureROM-Exploit immun.