Der iPhone-Konzern erhöht seine Investitionen in den Satellitenbetreiber Globalstar massiv – und das aus gutem Grund.
Apple hat seine finanzielle Beteiligung am Satellitenbetreiber Globalstar deutlich ausgeweitet. Wie aus Mitte Mai veröffentlichten Regulierungsunterlagen hervorgeht, erhöht der Technologieriese seine maximale Vorauszahlung für Satellitenkapazitäten um 40 Prozent auf insgesamt 1,58 Milliarden Dollar. Der Schritt erfolgt nur wenige Wochen, nachdem Amazon die Übernahme von Globalstar für 11,5 Milliarden Dollar angekündigt hatte.
Die Neuverhandlung des bestehenden Vertrags unterstreicht Apples Strategie, seine Notruffunktionen und Satelliten-Messaging-Dienste für iPhones langfristig abzusichern. Branchenbeobachter werten die Investition als klares Signal: Der Konzern will sich gegenüber dem künftigen Eigentümer Amazon vertraglich absichern.
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Amazon-Übernahme als Treiber der Neuverhandlung
Die im April bekanntgegebene Übernahme von Globalstar durch Amazon für rund 11,5 Milliarden Dollar – der Abschluss wird für 2027 erwartet – hatte die Verhandlungen zwischen Apple und Globalstar beschleunigt. Obwohl Globalstar künftig zum „Amazon Leo“-Projekt gehört, stellt Apples erhöhte Vorauszahlung sicher, dass die eigenen Satellitendienste auf der bestehenden und der kommenden 54-Satelliten-C-3-Konstellation Vorrang haben.
Die Investition soll vor allem den weiteren Ausbau der Bodeninfrastruktur und die Fertigstellung der nächsten Satellitengeneration finanzieren. Globalstar meldete für 2025 einen Rekordjahresumsatz von 273 Millionen Dollar – getrieben durch den Großhandelsvertrag mit Apple. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen Erlöse zwischen 280 und 305 Millionen Dollar bei einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 50 Prozent.
Satelliten-Features: Von SOS zu Alltags-Kommunikation
Seit dem Start von iOS 18 im Herbst 2024 hat Apple sein Satelliten-Angebot deutlich erweitert. Neben dem Notruf „Emergency SOS“ können Nutzer von iPhone 14 und neueren Modellen – einschließlich der aktuellen iPhone-17- und iPhone-Air-Reihen – nun auch Nachrichten per Satellit versenden und empfangen. iMessage und SMS, inklusive Emojis und Tapbacks, funktionieren so auch in Gebieten ohne Mobilfunknetz.
Der Dienst ist derzeit in den USA, Kanada, Mexiko und Japan verfügbar. Die Sicherheitsfunktionen wurden bereits mehrfach lebensrettend eingesetzt – etwa bei einer vielbeachteten Rettungsaktion gestrandeter Wanderer in Colorado Anfang des Jahres.
Die Uhr tickt: Kostenlos-Phase endet im September
Für frühe Nutzer rückt ein entscheidendes Datum näher. Die kostenlose Testphase für Satellitendienste, die mit dem iPhone 14 im Jahr 2022 startete und mehrfach verlängert wurde, läuft für die ersten Kunden am 9. September 2026 aus.
Apple hat bislang keinen Preis für ein kostenpflichtiges Abo genannt. Die Konkurrenz hat jedoch bereits einen Marktpreis gesetzt: T-Mobiles Starlink-basierter „T-Satellite“-Dienst, der im Juli 2025 kommerziell startete, kostet zehn Dollar pro Monat für Nutzer günstigerer Tarife oder von Wettbewerbern wie Verizon und AT&T.
Technischer Fortschritt: Neue Satelliten starten
Am 17. Mai brachte eine SpaceX Falcon 9 vom Cape Canaveral aus eine neue Charge von HIBLEO-4-Satelliten ins All. Der Start ist Teil eines milliardenschweren Investitionsprogramms. Die vollständige Flotte von 17 Ersatzsatelliten, gebaut von MDA Space und Rocket Lab, hatte zwar 2025 mit wiederholten Verzögerungen zu kämpfen. Doch Globalstar bestätigte, dass die ersten Einheiten nun in Betrieb sind und die Netzstabilität erhöhen.
Die neue C-3-Konstellation soll die Betriebskapazität verdoppeln – mit 48 aktiven Satelliten und sechs Reserveeinheiten im Orbit.
Wettbewerb verschärft sich
Der Ausbau ist eine direkte Reaktion auf die wachsende Präsenz von SpaceX‘ Starlink Direct to Cell. T-Mobiles Satellitenangebot verzeichnete in der sechsmonatigen Beta-Phase vor dem kommerziellen Start 1,8 Millionen Anmeldungen. Anders als Apples aktuelles System, bei dem Nutzer ihr Gerät gezielt auf bestimmte Koordinaten ausrichten müssen, wollen die neueren Wettbewerbssysteme wie normale Mobilfunkmasten aus dem All funktionieren – und eine breitere Palette von LTE-Geräten unterstützen.
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Zukunftsausblick: Drittanbieter und Wetterdaten
Apple testet Berichten zufolge ein Satelliten-Framework für Drittanbieter. Wander-, Schifffahrts- und Reise-Apps könnten künftig direkt auf die Satellitenverbindung zugreifen. Hinweise in aktuellen iOS-Beta-Versionen deuten zudem auf einen „Weather via satellite“-Dienst hin, der Echtzeit-Wetterdaten für abgelegene Regionen liefern soll.
Die Übernahme von Globalstar durch Amazon 2027 dürfte die nächste Zäsur in der Branche bringen. Amazon plant eine eigene Konstellation von 3.200 Satelliten bis 2029 – direkte Konkurrenz für Starlink. Für iPhone-Nutzer steht jedoch zunächst der 9. September im Fokus: Dann entscheidet sich, ob Apple Satelliten-Features als dauerhaft kostenlosen Dienst anbietet oder in ein Bezahlmodell überführt.

