Apple sperrt Siri-KI in Europa: US-Abgeordnete fordern Vergeltungszölle

25 Republikaner verlangen Vergeltungszölle wegen Apples KI-Aus in Europa. Die EU-Kommission verteidigt ihre Regeln als fair.

Eine Gruppe von 25 republikanischen Abgeordneten hat US-Präsident Trump aufgefordert, eine offizielle Handelsuntersuchung gegen die EU-Digitalmärkte-Verordnung (DMA) einzuleiten. In einem Schreiben, das auch sieben Mitglieder des Handelsunterausschusses des Repräsentantenhauses unterzeichneten, bezeichnen die Politiker die europäischen Tech-Regeln als „anti-amerikanisch“. Sie schlagen vor, Paragraph 301 des US-Handelsgesetzes von 1974 zu aktivieren, um Vergeltungszölle zu verhängen.

Streit um Apples KI-Features eskaliert

Der politische Druck aus Washington kommt nicht von ungefähr. Apple hatte zuvor angekündigt, seine neuen Siri-KI-Funktionen nicht auf dem europäischen Markt einzuführen – mit Verweis auf die regulatorischen Hürden der DMA. Während EU-Kommissionssprecher Thomas Regnier die Wettbewerbsregeln als „fair und nicht diskriminierend“ verteidigt, sehen die US-Abgeordneten ein gezieltes Vorgehen gegen amerikanische Plattformen wie Apple, Amazon und Meta. Chinesische Wettbewerber blieben dagegen weitgehend unbehelligt.

Siri-KI: Nur für High-End-Geräte

Die Forderung nach einer Handelsuntersuchung fällt mit der Einführung von Apples nächster Software-Generation zusammen. Am 22. Juli veröffentlichte der Konzern die zweite öffentliche Beta von iOS 27 und iPadOS 27. Der neue Sprachassistent kann Bildschirminhalte erkennen, persönliche Kontexte verstehen und app-spezifische Aktionen ausführen.

Die Leistungssprünge sind beachtlich: Apps starten Testerberichten zufolge bis zu 30 Prozent schneller, AirDrop-Übertragungen sind um 80 Prozent flotter. Doch die KI-Funktionen bleiben High-End-Modellen vorbehalten – nötig sind ein iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max oder ein Modell der iPhone-16-Serie. Bereits Mitte Juli hatte die erste öffentliche Beta bestätigt: Europäische Nutzer von iPhones, iPads und Apple Watches gehen vorerst leer aus.

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EU-Kommission bleibt hart

Der Grund für das KI-Aus in Europa: ein Streit über die Anbindung an Dienste Dritter. Apple hatte einen Kompromiss namens „Trusted System Agent“ vorgeschlagen – die EU-Regulierer lehnten ab. Der Rückschlag kommt nur wenige Wochen nach einer Niederlage vor dem EU-Gericht: Am 8. Juli wies dieses Apples Klage gegen die Einstufung als „Gatekeeper“ unter der DMA ab.

Parallel dazu treibt die EU-Kommission die Öffnung weiterer Ökosysteme voran. Google erhielt Mitte Juli verbindliche Auflagen: Bis Juli 2027 muss der Konzern rivalisierenden KI-Assistenten den gleichen Systemzugriff auf Android gewähren wie seinem eigenen Dienst Gemini. Zudem ist Google verpflichtet, ab Januar 2027 anonymisierte Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen.

Wettbewerb schläft nicht

Während Apples KI-Features in Europa auf Eis liegen, ziehen die Konkurrenten davon. ChatGPT ist bereits auf rund 30 Prozent aller Smartphones in der EU vertreten – bei geschätzt 427 Millionen Geräten ein beachtlicher Wert.

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Apple selbst durchläuft derzeit einen Führungswechsel von Tim Cook zu John Ternus. Die stabile Version von iOS 27 soll Mitte September erscheinen. Während europäische Nutzer mit unbestimmten Verzögerungen rechnen müssen, sollen andere internationale Märkte – etwa Malaysia – bereits im dritten Quartal 2026 die neuen Siri-Features erhalten. Der anhaltende Streit verunsichert zwar Anleger, Apples Aktie notierte zuletzt bei umgerechnet rund 300 Euro – ein Plus von 20,5 Prozent seit Jahresbeginn.