Apple stoppt günstige Vision Air: Fokus auf KI-Brillen 2027

Apple beendet die Entwicklung eines günstigeren Vision-Displays und konzentriert sich auf KI-gestützte Smart Glasses als neue Wearable-Strategie.

Der Konzern lenkt seinen Fokus stattdessen auf KI-gestützte Smart Glasses – ein klares Signal für die Zukunft der Wearable-Sparte.

Samsung Display stoppt G-VR-Projekt

Der Zulieferer Samsung Display fährt sein „G-VR“-Displayprojekt herunter. Die Initiative zielte auf die Entwicklung von Mikro-OLED-Panels mit Glassubstrat für ein günstigeres XR-Gerät ab, das in der Branche oft als „Vision Air“ bezeichnet wurde. Die formelle Einstellung der Komponentenentwicklung ist für September 2026 geplant.

Die G-VR-Panels sollten eine Pixeldichte von rund 1.600 bis 1.700 PPI erreichen – etwa die Hälfte der 3.386 PPI des aktuellen Apple Vision Pro. Die Massenproduktion dieser günstigeren Displays war ursprünglich für die Zeit nach 2028 vorgesehen. Die Absage des Projekts zeigt: Ein preiswerteres Headset steht für Apple vorerst nicht auf der Agenda.

Der Weg zu KI-Brillen

Die Einstellung des G-VR-Projekts passt zu Apples veränderter Produktstrategie. Branchenbeobachter sehen eine klare Verschiebung hin zu KI-Smartglasses. Diese gelten als risikoärmer und skalierbarer als hochpreisige Headsets. Bereits im Mai 2026 gab es Hinweise, dass die Arbeit an einem günstigeren Headset eingestellt wurde – nach einer ersten Pause im Oktober 2025.

Apples interne Entwicklung konzentriert sich zunehmend auf die Integration von „Apple Intelligence“ in leichtere Brillengestelle. Analysten prognostizieren, dass Apple bereits 2027 KI-Brillen ohne integrierte Displays auf den Markt bringen könnte. Fortschrittlichere AR-Brillen mit Displays werden dagegen frühestens 2029 erwartet.

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Lieferketten-Probleme und Marktdruck

Der Rückzug von einem zweiten XR-Headset folgt auf anhaltende Schwierigkeiten in der Lieferkette. Sony ist derzeit der einzige Massenlieferant für die hochauflösenden Mikro-OLED-Panels des Vision Pro – mit einer geschätzten Jahreskapazität von rund einer Million Einheiten. Diese Komponenten treiben den hohen Preis maßgeblich: Jedes Panel kostet etwa 280 Euro, der gesamte Materialaufwand liegt bei rund 1.440 Euro.

Apple versuchte vergeblich, andere Hersteller wie SeeYa und BOE als Lieferanten zu qualifizieren. Auch die Produktion bei Luxshare wurde Anfang 2025 gestoppt, da der Markt für High-End-Headsets schwächelte.

Die Marktdaten sprechen eine deutliche Sprache: Weltweit gingen die VR-Headset-Auslieferungen im vierten Quartal 2025 um 44 Prozent zurück. Gleichzeitig wuchs das Segment der Smart Glasses in der zweiten Jahreshälfte 2025 um 139 Prozent. Mit der Neuausrichtung auf KI-Brillen will Apple offenbar in einem Markt Fuß fassen, den derzeit vor allem Wettbewerber mit über 80 Prozent Marktanteil dominieren.

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Zukunft der Vision-Pro-Reihe

Obwohl das günstigere „Vision Air“-Modell auf Eis liegt, entwickelt Apple die Hauptlinie weiter. Branchenkenner erwarten eine zweite Generation des Vision Pro – möglicherweise mit einem M5-Chip. Eine deutlich schlankere oder neu gestaltete Version wird jedoch frühestens für Ende 2028 oder 2029 erwartet.

Bis dahin bleibt das aktuelle Vision Pro Apples Flaggschiff im Bereich Spatial Computing – mit einem Premiumpreis von 3.500 bis 3.700 Euro. Samsung Display wird unterdessen seine eigene OLEDoS-Technologie (OLED auf Silizium) für künftige Mixed-Reality-Geräte weiterentwickeln, auch wenn das spezifische Apple-Projekt nun beendet ist.