Der Konzern hat seinen günstigsten Desktop-Computer eingestellt und kämpft gleichzeitig mit Lieferengpässen beim neuen Einsteiger-Laptop. Grund ist ein weltweiter Wettlauf um Speicherchips für Künstliche Intelligenz.
Mac Mini: Schluss mit 599 Euro
Seit dem 1. Mai 2026 ist Schluss: Das 256-GB-Modell des Mac Mini mit M4-Chip wird nicht mehr produziert. Wer jetzt einen Mac Mini kaufen will, muss mindestens 949 Euro zahlen – satte 200 Euro mehr als zuvor. Die 512-GB-Version ist ab sofort das neue Einstiegsmodell.
Warum viele Mac-Nutzer täglich wertvolle Minuten verschwenden – ohne es zu merken: Diese 19 Tastenkürzel zeigen Ihnen, wie einfach schnelleres Arbeiten am Mac wirklich ist. Mac-Experte verrät die 19 besten Shortcuts zum Zeitsparen
Der Schritt ist kein Zufall. Ein regelrechter „KI-Wahn“ hat den Markt für Hochleistungsspeicher leergefegt, wie Branchenbeobachter berichten. Apple-Chef Tim Cook hatte zuletzt eingeräumt, dass sich Angebot und Nachfrage erst in Monaten wieder einpendeln dürften. Die Speicherkosten seien massiv gestiegen.
Die Folgen sind auch bei anderen Apple-Modellen spürbar. Beim Mac Studio sind Konfigurationen mit viel Arbeitsspeicher vielerorts ausverkauft. Einige RAM-Upgrades für die Profi-Maschine verteuerten sich um 25 Prozent. Die Lieferzeiten für mehrere Desktop-Modelle verschieben sich bereits in den Juni.
MacBook Neo: Nachfrage überrollt Apple
Um im günstigen Segment präsent zu bleiben, brachte Apple am 2. Mai das MacBook Neo auf den Markt. 599 Euro kostet das Gerät mit A18-Pro-Chip und 8 Gigabyte RAM. Für Studenten gibt es einen Rabatt von 100 Euro.
Die Nachfrage? „Überwältigend“, wie es aus dem Unternehmen heißt. Schon zwei Tage nach dem Verkaufsstart ist klar: Das MacBook Neo ist nicht lieferbar. In vielen wichtigen Märkten müssen Kunden mit Wartezeiten von zwei bis vier Wochen rechnen.
Ein Grund: Der A18-Pro-Chip wurde eigentlich für das iPhone 16 Pro entwickelt und hat Priorität. In Vietnam, wo das Neo schon Mitte April in kleiner Stückzahl verfügbar war, waren die Bestände nach 15 Tagen restlos vergriffen. Auch bei Amazon und Walmart schwanken die Lagerbestände – besonders bei den Farbvarianten Citrus, Blush und Indigo.
Analysten schätzen, dass das Neo rund 25 Prozent aller Mac-Verkäufe in den Jahren 2025 und 2026 ausmachen könnte – vorausgesetzt, Apple bekommt die Produktion in den Griff.
Speicherkrise: DDR5 explodiert, DDR4 verfällt
Hinter den Preis-Anpassungen steckt ein volatiler Speichermarkt. Die Zahlen aus dem April 2026 zeichnen ein klares Bild: Während ältere DDR4-Chips um 16 Prozent billiger wurden, zogen DDR5-Module um 2,8 Prozent an. Der Preis für DDR5-Speicher stieg von rund 149 Euro im September 2025 auf etwa 869 Euro im April 2026.
Wer effizienter am Rechner arbeiten möchte, sollte nicht nur in Hardware investieren, sondern auch die Bedienung optimieren. Detlef Meyer, Chefredakteur von „Einfach Mac“, erklärt in diesem kostenlosen Report Schritt für Schritt, wie Sie sofort flüssiger und entspannter arbeiten. Kostenlosen PDF-Sonderreport mit den 19 besten Mac-Shortcuts sichern
Der Grund: KI-fähige Prozessoren brauchen deutlich mehr Arbeitsspeicher. Statt 96 bis 256 Gigabyte sind heute 300 bis 400 Gigabyte pro System nötig. Die Folge: weltweit fehlen rund zehn Prozent der benötigten DRAM-Chips.
Die großen Gewinner sind die Chip-Hersteller. Samsung verbuchte im ersten Quartal 2026 einen Nettogewinn von über 28 Milliarden Euro – getragen von der Halbleitersparte. Zusammen sollen Samsung, SK Hynix und Micron 2026 auf einen Nettogewinn von rund 325 Milliarden Euro kommen.
Rabatte für andere Modelle – trotz Preisanstieg
Interessant: Während Apple den Einstiegspreis für den Mac Mini anhob, gewährt der Konzern bei anderen Modellen satte Rabatte. Am 4. Mai senkten Amazon und B&H Photo die Preise für das M5 MacBook Air auf ein Rekordtief. Das 13-Zoll-Modell (16GB/512GB) kostet nun 949 Euro – ein Preisnachlass von 150 Euro. Auch das 14-Zoll M5 Pro MacBook Pro gab es zuletzt mit bis zu 230 Euro Rabatt.
Die steigenden Hardwarekosten treiben Unternehmen zunehmend in die Cloud. Amazon, Google und Microsoft meldeten für das erste Quartal 2026 zweistellige Wachstumsraten bei ihren Cloud-Diensten. Der Grund: Vor-Ort-Server sind teurer und schwerer zu beschaffen geworden – in manchen Fällen haben sich die Kosten vervierfacht.
Ausblick: MacBook Ultra in Planung?
Für die Zukunft zeichnet sich eine neue Produktkategorie ab: Ein MacBook Ultra, oberhalb des MacBook Pro positioniert, soll angeblich Ende 2026 oder Anfang 2027 kommen. OLED-Displays, 2-Nanometer-Chips und integrierte Mobilfunk-Anbindung werden erwartet. Ob die Komponenten-Knappheit den Zeitplan gefährdet, bleibt abzusehen.
Fest steht: Die Ära des 599-Euro-Mac ist vorerst beendet. Mit dem anhaltenden Speicher-Boom – Hochleistungs-DDR5 und HBM-Chips bleiben bis 2027 knapp – wird sich daran so schnell nichts ändern. Ob Apple die Nachfrage nach dem MacBook Neo stillen kann, wird zum Gradmesser für die gesamte Lieferkette.

