Apple streicht M6 Pro und Max: Strategie-Wechsel für KI-Fokus

Apple fokussiert sich mit M7-Chip und KI-Software auf die Zukunft, streicht M6 Pro und Max und erhöht die Preise.

Der Konzern opfert bewährte Prozessor-Generationen, um im Wettlauf um Künstliche Intelligenz die Nase vorn zu haben.

Aktuelle Benchmark-Daten vom 29. Juni 2026 bestätigen: Der Apple M4 mit zehn Kernen erreicht einen Rekordwert von 72.912 Punkten und zählt damit zur Spitzenklasse der Consumer-Prozessoren. Doch Branchenbeobachter sind sich einig – der M4 ist nur die Durchgangsstation auf dem Weg zu einem deutlich ambitionierteren Ziel.

MLX-Framework treibt lokale KI-Entwicklung

Bereits im Frühjahr zeigte sich, wohin die Reise geht. Mit der Version 0.31.2 des hauseigenen MLX-Frameworks (veröffentlicht am 22. April 2026) stellte Apple Entwicklern ein leistungsfähiges Werkzeug für lokale KI-Berechnungen zur Verfügung.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Auf einem Mac mit 32 GB Unified Memory lassen sich Sprachmodelle mit 14 Milliarden Parametern feinjustieren. Noch beeindruckender sind die Prognosen für die kommende M5-Generation – sie soll bei der sogenannten „Time to First Token“-Leistung 3,3- bis 4,06-mal schneller sein als der M4.

Anzeige

Angesichts der rasanten Hardware-Entwicklung bei Apple verlieren selbst erfahrene Nutzer leicht den Überblick über die neuen Möglichkeiten. Ein gratis PDF-Starterpaket verrät die cleveren Tricks, mit denen Sie Ihren Apple-Computer von Tag 1 an optimal nutzen. So werden Sie in kürzester Zeit zum Mac-Profi – völlig kostenlos

Überraschende Lücke in der Chip-Familie

Die wohl spektakulärste Entscheidung betrifft die M6-Serie: Apple wird die professionellen Varianten M6 Pro und M6 Max komplett streichen. Einzig ein Basismodell des M6 soll Ende 2026 erscheinen – mit bis zu 12 GPU-Kernen und einer neuen Speicherarchitektur mit 200 GB/s Bandbreite.

Der Grund: Apple will Ressourcen freisetzen für die M7-Familie, die auf TSMCs modernstem 2-Nanometer-Verfahren gefertigt wird. Deren Neural Engine soll über 70 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) stemmen. Zum Vergleich: Qualcomms Snapdragon X2 Elite schafft knapp über 60 TOPS, Intels Panther Lake kommt auf rund 50 TOPS.

Neue Hardware am Horizont

Trotz des Fokus auf die Zukunft hat Apple noch beeindruckende M5-Hardware in der Pipeline. Ein Mac Studio mit M5 Ultra ist für Ende 2026 geplant – mit bis zu 768 GB Unified Memory, 36 CPU-Kernen und 80 GPU-Kernen. Der M5 Ultra bleibt Apples Flaggschiff, bis der M7 Ultra Anfang 2028 folgt.

Parallel arbeitet der Konzern an einer neuen Geräteklasse: Ein „MacBook Ultra“ oder Touchscreen-MacBook Pro mit OLED-Displays und Dynamic Island soll zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 erscheinen – bestückt mit M5 Pro und M5 Max, also genau jenen Chips, deren M6-Nachfolger gestrichen wurden.

Anzeige

Während Apple die Hardware-Leistung immer weiter steigert, lässt sich die tägliche Arbeit oft schon durch einfache Kniffe massiv beschleunigen. Diese 19 Tastenkürzel zeigen Ihnen, wie einfach schnelleres Arbeiten am Mac wirklich ist. Kostenlosen PDF-Sonderreport mit den besten Mac-Shortcuts anfordern

macOS 27 als Treiber der KI-Offensive

Die Hardware-Offensive ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der WWDC am 8. Juni 2026 stellte Apple macOS 27 „Golden Gate“ vor – ein Betriebssystem, das tief mit KI-Funktionen verwoben ist. Die Siri-Integration setzt auf lokale Verarbeitung, ergänzt durch eine Partnerschaft mit Google Gemini für bestimmte Aufgaben.

Die Funktion „Visual Intelligence“ erlaubt es Nutzern, Bildschirminhalte zu markieren und per KI analysieren zu lassen. Eine öffentliche Beta startet im Juli 2026, der finale Release ist für den Herbst geplant.

Preisschübe belasten Kunden

Die Neuausrichtung hat ihren Preis – im wahrsten Sinne des Wortes. Apple hat die Preise für mehrere Produktlinien angehoben. Das 16-Zoll MacBook Pro kostet 300 Euro mehr, das 11-Zoll iPad Air stieg von 599 auf 749 Euro.

Als Grund nennt der Konzern eine globale RAM-Knappheit, ausgelöst durch den KI-Boom. Die Lieferengpässe bescheren Speicherherstellern wie Micron Rekordgewinne, während Apple weiterhin Hardware-Margen zwischen 30 und 40 Prozent erzielt. Die gestiegenen Produktionskosten für High-End-Komponenten hatten zuvor bereits die Auslieferung des M5 Ultra verzögert.