Berichten zufolge testet der Technologiekonzern Apple derzeit Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT für den Einsatz in seinen Hardware-Produkten. Die Evaluierung beziehe sich primär auf Komponenten für MacBooks und iPhones, die für den chinesischen Markt bestimmt sind. Die entsprechenden Gespräche zwischen den Unternehmen befänden sich in einer frühen Phase.
Regulatorische Hürden und US-Exportbeschränkungen
Die mögliche Kooperation steht vor erheblichen politischen und rechtlichen Herausforderungen. CXMT, Chinas größter Chip-Hersteller, wird auf der sogenannten 1260H-Liste des US-Verteidigungsministeriums geführt. Aufgrund geltender US-Exportkontrollen ist es Apple untersagt, technische Spezifikationen an das chinesische Unternehmen weiterzugeben. Infolgedessen könne Apple ausschließlich Standardkomponenten von CXMT beziehen, da jeglicher Technologietransfer durch die US-Regeln unterbunden wird.
In den USA regt sich bereits politischer Widerstand gegen diese Pläne. Mehrere US-Senatoren forderten Apple dazu auf, auf den Einsatz chinesischer Chips zu verzichten, und warnten vor potenziellen Sicherheitsrisiken. Die Parlamentarier verlangen von Apple eine Stellungnahme zu diesem Vorhaben bis zum 21. August. Apple selbst soll bereits bei den zuständigen US-Behörden lobbyieren, um eine Genehmigung für die Nutzung der Chips zu erwirken.
Versorgungssicherheit in einem volatilen Marktumfeld
Als Hauptmotiv für die Testläufe gilt die Sicherung der Lieferketten. Die globale Branche steht derzeit unter dem Druck einer KI-getriebenen Speicherknappheit und steigender Preise. Erst im Juni hatte Apple die Preise für bestimmte Produkte aufgrund gestiegener Speicherkosten angehoben. Während Branchenexperten in dem Schritt auch ein Potenzial zur Kostensenkung sehen, wird darauf verwiesen, dass CXMT-Chips preislich derzeit auf dem Niveau etablierter Anbieter wie Micron, SK Hynix und Samsung liegen. Zudem gilt die Produktion von CXMT für das Jahr 2026 bereits als ausgelastet.
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Andere Marktteilnehmer nutzen die Komponenten des chinesischen Herstellers bereits. So setzen HP und Acer Speicherchips von CXMT in Geräten ein, die außerhalb der USA vertrieben werden.
Starkes Wachstum und Börsenrelevanz von CXMT
Die wirtschaftliche Entwicklung von CXMT und dessen Tochtergesellschaft ChangXin Technology verzeichnete zuletzt ein massives Wachstum. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete ChangXin Technology einen Umsatz von 50,8 Milliarden Yuan, was einer Steigerung von 719,13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn stieg im selben Zeitraum um 1268,45 Prozent auf 33,012 Milliarden Yuan.
Weitere Kennzahlen unterstreichen den Expansionskurs:
– Der Umsatz von CXMT verachtfachte sich im zweiten Quartal 2026.
– Der Marktanteil im DRAM-Segment wird je nach Erhebung auf 7 bis 8 Prozent beziffert.
– Eine Verdopplung der Produktion ist bis 2028 geplant.
– Die Aktie von CXMT verzeichnete am 27. Juli einen Anstieg um 465,82 Prozent, wodurch die Marktkapitalisierung auf über 3,2 Billionen Yuan (471,2 Milliarden US-Dollar) stieg.
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Analysten weisen darauf hin, dass ein möglicher Großauftrag von Apple den geplanten Börsengang (IPO) von ChangXin Technology an der A-Aktien-Börse stützen könnte. Dabei wird eine Bewertung von über 2 Billionen Yuan angestrebt. Trotz des politischen Drucks aus Washington betrachten Fachleute die Verflechtung der US-amerikanischen und chinesischen Industrieketten in diesem Bereich als weit fortgeschritten. Eine Bestätigung des Berichts durch die Nachrichtenagentur Reuters liegt bislang nicht vor.

