Apple testet verschlüsselte Android-Chats – aber nicht für alle

Apple erlaubt Entwicklern in einer Beta-Version erstmals Tests mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Chats zu Android. Das Feature wird jedoch nicht mit dem nächsten Haupt-Update kommen.

Apple erweitert seine Beta-Tests für verschlüsselte Nachrichten zwischen iPhones und Android-Smartphones. Doch der vielbeachtete Schritt ist weit weniger revolutionär, als manche Berichte vermuten lassen.

Beta-Test mit strengen Grenzen

Seit dem 23. Februar 2026 können Entwickler in der zweiten Beta von iPadOS 26.4 erstmals testen, wie eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten (Rich Communication Services) mit Android-Geräten funktioniert. Bisher war diese Verschlüsselung nur im geschlossenen Apple-Ökosystem zwischen iPhones und iPads möglich.

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Doch Vorsicht: Die Funktion ist rein experimentell. Sie wird not in der finalen Version 26.4 enthalten sein. Das bestätigen die offiziellen Release Notes. Der Test ist auf wenige Geräte und Mobilfunkanbieter beschränkt. Der Empfänger benötigt zudem die neueste Version von Google Messages. „Ein Durchbruch für den Privatsphärenschutz aller Nutzer ist das aktuell nicht“, betonen Sicherheitsexperten.

So funktioniert der Verschlüsselungs-Test

Teilnehmende Entwickler sehen bei erfolgreich verschlüsselten Gesprächen ein kleines Vorhängeschloss-Symbol im Chat – ein vertrautes Symbol aus iMessage. Die Technik basiert auf dem RCS Universal Profile 3.0 der GSM Association mit dem Messaging Layer Security-Protokoll.

Ziel ist es, Interoperabilitätsprobleme und netzwerkspezifische Fehler zu identifizieren. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Abstimmung zwischen Hardware-Herstellern, Betriebssystem-Entwicklern und Netzbetreibern weltweit. Ein fertiges Feature für Verbraucher ist dies noch lange nicht.

Automatischer Ausstieg für inaktive Tester

Neben den Messaging-Experimenten führt Apple eine praktische Neuerung ein: Ein automatischer Rückstufungs-Mechanismus für inaktive Beta-Tester. Bleiben Beta-Updates vier Monate lang uninstalliert, wechselt das System das Gerät automatisch zurück auf den öffentlichen Release-Kanal.

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Das schützt Gelegenheitsnutzer davor, mit veralteter und potenziell anfälliger Beta-Software im Regen stehen zu bleiben. Weitere Anpassungen betreffen die Barrierefreiheit: Ein neuer Schalter reduziert Hervorhebungs-Effekte auf Knöpfen und Reglern – ein Gewinn für Nutzer mit visuellen Sensibilitäten.

Kritische Sicherheitsupdates bleiben Priorität

Die experimentellen Features der Beta stehen im Kontrast zu dringenden Sicherheitsupdates. Erst am 11. Februar 2026 veröffentlichte Apple das stabile iPadOS 26.3. Dieses Update schloss kritische Lücken (CVE-2025-14174, CVE-2025-43529), die bereits für gezielte Angriffe ausgenutzt worden sein sollen.

Sicherheitsexperten raten eindringlich, solche öffentlichen Updates umgehend zu installieren. Der Schutz vor bekannten, aktiv ausgenutzten Schwachstellen wiegt deutlich schwerer als der Reiz experimenteller Beta-Funktionen.

Warum Apple so vorsichtig agiert

Der behutsame Rollout der plattformübergreifenden Verschlüsselung spiegelt enorme technische und logistische Hürden wider. Seit 2011 bietet iMessage robuste Verschlüsselung – aber nur im eigenen Garten. Diese auf unterschiedliche Betriebssysteme und Netze auszudehnen, ist ein Kraftakt.

Apples Strategie priorisiert klar Stabilität vor Geschwindigkeit. Indem das Unternehmen klar kommuniziert, dass die RCS-Verschlüsselung nicht mit 26.4 kommt, managt es die Erwartungen der Nutzer. Diese Transparenz ist entscheidend für das Vertrauen in sensible Kommunikationsprotokolle.

Wann kommt die Funktion für alle? Die offizielle Einführung ist für ein späteres Software-Update im Lebenszyklus von iPadOS 26 geplant. Bis dahin laufen Chats zwischen Apple- und Android-Welt weiter unverschlüsselt.