Am 1. September 2026 übernimmt John Ternus die Führung des Tech-Riesen. Der bisherige Hardware-Chef löst Tim Cook ab, der nach 15 Jahren an der Spitze zum Executive Chairman wechselt. Der Wechsel kommt in einer turbulenten Phase: Während das günstige MacBook Neo ein Überraschungserfolg ist, kämpft Apple mit Lieferengpässen und der schwierigen Integration von KI.
Der einstimmig vom Aufsichtsrat gebilligte Wechsel beendet die Ära Cook. Unter seiner Führung seit 2011 stieg der Börsenwert von rund 350 Milliarden auf vier Billionen Dollar. Der Jahresumsatz wuchs bis 2025 auf über 416 Milliarden Dollar – getrieben vor allem durch die Services-Sparte und Wearables.
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Ternus setzt auf Hardware-getriebene Innovation
John Ternus, ein 25-jähriger Apple-Veteran, übernimmt den CEO-Posten zu einem strategisch entscheidenden Zeitpunkt. Beobachter erwarten einen Fokus auf produktgetriebene Innovation. Ternus, seit 2021 im Vorstand, verantwortete die Entwicklung von iPhone, iPad und Mac sowie den Wechsel zu Apple Silicon.
Sein Stil gilt als hands-on. Er setzte sich vehement für das erfolgreiche Einsteiger-Notebook MacBook Neo (599 Euro) ein, zeigte sich beim Vision Pro-Headset jedoch zurückhaltender. Auch die Entscheidung, das zehn Milliarden Dollar teure Elektroauto-Projekt zu stoppen, trug seine Handschrift.
Die Ernennung eines Hardware-Spezialisten zum CEO ist ein klares Signal. In der Ära der generativen KI muss Apple diese Technologien nahtlos in seine Geräte integrieren. Ternus‘ Aufgabe wird es sein, die Hardware durch enge KI-Verzahnung von der Konkurrenz abzuheben und aufzuholen.
Großreorganisation unter neuer Hardware-Führung
Begleitet wird der Führungswechsel von einer tiefgreifenden Restrukturierung. Apple ernennt Johny Srouji zum Chief Hardware Officer. Der Entwickler des originalen A4-Chips führt nun die zuvor getrennten Abteilungen Hardware Engineering und Hardware Technologies zusammen.
In einer heutigen Mitteilung an die Belegschaft skizzierte Srouji eine neue Struktur mit fünf Säulen: Silizium, Hardware-Engineering, Zukunftstechnologien, Plattform-Architektur und Projektmanagement. Diese Reorganisation macht eine Aufspaltung aus dem Jahr 2012 rückgängig. Ziel ist eine bessere Abstimmung zwischen Chip-Design und Produktentwicklung.
Ein Team langjähriger Manager übernimmt erweiterte Verantwortung. Dazu zählen Tom Marieb (Hardware Engineering), Sri Santhanam (Silizium) und Zongjian Chen (Zukunftstechnologien). Ihre Mission: Produktzyklen beschleunigen und die als zu langsam kritisierte KI-Integration vorantreiben.
Lieferengpässe verzögern High-End-Produkte
Trotz des Führungsoptimismus kämpft Apple mit erheblichen Lieferengpässen. Diese zwingen das Unternehmen, seine Produkt-Roadmap für 2026 zu überarbeiten. Knappheiten bei Hochleistungs-RAM, SSDs und OLED-Panels haben Verschiebungen zur Folge.
Die aktualisierte Mac Studio, ursprünglich für Mitte 2026 geplant, erscheint nun erst im Oktober. Bereits im April waren Konfigurationen mit viel Arbeitsspeicher häufig ausverkauft. Lieferanten priorisieren DRAM und Flash-Speicher für die Produktion von KI-Servern.
Auch das heiß erwartete Redesign des MacBook Pro verschiebt sich vom Spätjahr 2026 auf Anfang 2027. Das Top-Notebook soll M6 Pro- und Max-Chips, OLED-Displays und Touchscreen-Funktionalität erhalten. Grund für die Verzögerung sind Produktionsengpässe bei 2-Nanometer-Chips und der globale Mangel an Hochleistungs-Speichermodulen.
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Die Branche leidet insgesamt unter dem Druck. Selbst Microsoft soll den Start von Surface Laptop 8 und Surface Pro 12 um einen Monat verschieben. Marktgerüchte zufolge könnten die Preise für diese Konkurrenzprodukte aufgrund gestiegener Komponentenkosten um bis zu 65 Prozent steigen.
Marktposition und die KI-Herausforderung
Der Führungswechsel erfolgt, während Apple seine Dominance in einer zunehmend von KI definierten Landschaft sichern muss. Das installierte Ökosystem umfasst über 2,5 Milliarden aktive Geräte. Doch die jüngsten Hardware-Vorstöße zeigen gemischte Ergebnisse: Das Vision Pro bleibt ein Nischenprodukt, während das MacBook Neo sofort durchschlägt.
Im Wearable-Bereich hat Apple eine juristische Hürde überwunden. Die US-Handelskommission beendete am 18. April einen Patentstreit mit Masimo. Damit kann Apple den Verkauf des neu gestalteten Apple Watch mit Sauerstoffsättigungs-Messung in den USA wiederaufnehmen. Die seit März erhältlichen Modelle verlagern die Datenverarbeitung auf das gekoppelte iPhone, um Patentbeschränkungen zu umgehen. In einem separaten Verfahren muss Apple jedoch 634 Millionen Dollar an Masimo zahlen – das Unternehmen hat Berufung eingelegt.
Ausblick auf die Ära Ternus
John Ternus‘ Fokus liegt ab September zunächst auf der iPhone 18-Serie, die wie gewohnt im September vorgestellt werden soll. Die Pro-Modelle könnten eine Face-ID-Technologie unter dem Display erhalten. Darüber hinaus arbeitet Apple angeblich an einem faltbaren „iPhone Fold“ und einem leistungsstärkeren Mac mini.
Die größte Herausforderung für den neuen CEO wird der strategische Kurswechsel sein: Weg vom Service-getriebenen Wachumsmodell der Cook-Ära, zurück zur Philosophie des „Produkt-Perfektionismus“. Cook formte Apple zu einem Ökosystem-Riesen. Ternus muss nun beweisen, dass Apples Hardware das primäre Tor für KI-Dienste bleibt. Mit verzögerten Siri-Updates und Partnerschaften mit externen KI-Anbietern wird die Innovationskraft der neu strukturierten Hardware-Sparte über das Wachstum im kommenden Jahrzehnt entscheiden.





