Apple: Tim Cook übergibt im September an Hardware-Chef Ternus

Tim Cook übergibt die Führung an Hardware-Chef John Ternus. Apple setzt mit neuem iPhone Ultra und KI-Offensive auf physische Innovation.

Apple bereitet sich auf eine neue Ära vor – mit einem Mann an der Spitze, der für die nächste Hardware-Generation steht.

Führungswechsel in Cupertino

Apple hat diese Woche offiziell bestätigt: Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten. Der 65-Jährige, der das Unternehmen seit 2011 führte, bleibt dem Konzern als Executive Chairman erhalten. Sein Nachfolger: John Ternus, bisher Senior Vice President für Hardware Engineering.

Die Entscheidung kommt nicht überraschend, markiert aber eine strategische Weichenstellung. Branchenbeobachter sehen in Ternus‘ Ernennung ein klares Bekenntnis zur integrierten Produktstrategie. Der neue CEO war maßgeblich an den jüngsten Hardware-Meilensteinen beteiligt – ein Signal, dass Apple weiterhin auf physische Innovationen setzt, statt sich in eine reine Service-Identität zu flüchten.

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Ergänzend dazu ernannte Apple bereits am 20. April Johny Srouji zum Chief Hardware Officer. Das Führungsduo soll das Unternehmen durch die zweite Hälfte der 2020er Jahre lotsen.

Neue Produkte: Smart Glasses und iPhone Ultra

Ternus übernimmt zu einem Zeitpunkt, an dem Apple vor einem komplexen Produktportfolio steht. Berichte aus Mitte April deuten auf eine Reihe neuer Kategorien hin: Smart Glasses und ein Smart Home Hub sollen das Ökosystem über das Smartphone hinaus erweitern. Auch die tiefere Integration von Siri und lokaler KI in die gesamte Hardware-Palette steht auf der Agenda.

Besonders spannend: Ein neues Flaggschiff-Gerät namens „iPhone Ultra“ . Laut durchgesickerten Berichten handelt es sich um ein faltbares Modell mit einem 7,8-Zoll-Innendisplay – vergleichbar mit einem iPad mini. Der Marktstart wird für September 2026 erwartet. Der Preis? Mindestens 2.000 Euro . Damit tritt Apple gegen Konkurrenten wie Samsung und Huawei an, die bereits seit Jahren Faltgeräte im Programm haben.

iPhone 18: 12 GB RAM und 2-Nanometer-Chip

Die Führungswechsel fallen mit bedeutenden Updates der Hardware-Plattformen zusammen. Branchenanalyst Dan Nystedt prognostiziert für die iPhone-18-Serie, die Anfang 2027 erwartet wird, 12 GB Arbeitsspeicher und den 2-nm-A20-Chip. Das wäre ein Speichersprung von 50 Prozent im Vergleich zu aktuellen Basismodellen – angetrieben durch die Anforderungen lokaler KI-Verarbeitung.

Im Bereich der Notebooks hat Apple kürzlich Werbematerial für das „MacBook Neo“ veröffentlicht. Analysten erwarten zudem ein komplettes Redesign der MacBook-Pro-Reihe bis Ende 2026. Mögliche Neuerungen: Tandem-OLED-Displays, Touchscreens und ein deutlich flacheres Gehäuse. Trotz eines schrumpfenden globalen Notebook-Marktes konnte Apple seine MacBook-Auslieferungen im laufenden Jahr um über 20 Prozent auf rund 28 Millionen Einheiten steigern.

Der KI-Chip-Wahn: Intel und Google legen vor

Der Führungswechsel bei Apple findet vor dem Hintergrund eines massiven Superzyklus in der Halbleiterindustrie statt. Die Forschungsfirma Omdia hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 62,7 Prozent angehoben. Haupttreiber: die unstillbare Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) und Rechenzentrumsinfrastruktur. Allein der Computing- und Speichersektor soll in diesem Jahr die 700-Milliarden-Euro-Marke überschreiten – ein Plus von 90 Prozent.

Intel profitiert enorm von dieser Entwicklung. Der Chipriese meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen. CEO Lip-Bu Tan verkündete eine wegweisende Partnerschaft mit Tesla: Elon Musks Terafab-KI-Projekt in Austin wird Intels 14A-Fertigungsprozess nutzen. Damit ist Tesla der erste große externe Kunde für Intels fortschrittlichsten Knoten. Intels Führung betont, man wolle von Teslas Prozessoptimierung lernen – während man gleichzeitig an Lieferengpässen arbeitet, die die CPU-Auslieferungen im Frühjahr behinderten.

Auch Google rüstet massiv auf. Der Suchmaschinenriese stellte diese Woche zwei neue Tensor Processing Units (TPUs) vor: die TPU 8t für das Training und die TPU 8i für die Inferenz. Die neuen Chips sollen die dreifache Leistung pro Pod im Vergleich zu Vorgängerversionen bieten. Google plant, in diesem Jahr rund 185 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur zu investieren.

Sovereign AI: Cohere übernimmt Aleph Alpha

Der KI-Boom beschränkt sich nicht auf US-Konzerne. Das kanadische Startup Cohere hat die Übernahme des deutschen Unternehmens Aleph Alpha bekannt gegeben. Finanziert wird der Deal durch eine 500-Millionen-Euro-Series-E-Runde unter Führung der Schwarz-Gruppe. Ziel der Partnerschaft: regulierten Branchen und Regierungen KI-Tools anzubieten, die unabhängig von großen US-Technologieanbietern operieren. Das adressierte Marktvolumen wird auf 600 Milliarden Euro geschätzt.

Speicher-Engpass: DRAM-Preise explodieren

Doch die globale Expansion stößt auf einen Engpass: den Speichermarkt. SK hynix meldete am 22. April einen Rekord-Quartalsgewinn von 37,6 Billionen Won – ein Fünffaches des Vorjahreswerts. Das Unternehmen betont, dass die Nachfrage nach HBM-Chips die Produktionskapazität für mindestens die nächsten drei Jahre übersteigt. Die Folge: DRAM-Preise sind im ersten Quartal um 83 Prozent gestiegen, NAND-Preise sogar um 160 Prozent.

AI-PCs: Die nächste Welle rollt

Während die Branche auf die zweite Jahreshälfte 2026 blickt, haben PC-Hersteller wie Acer, Asus und Lenovo begonnen, eine neue Generation von „KI-PCs“ auszuliefern. Ausgestattet mit Intels Panther Lake (Core Ultra Series 3) -Prozessoren, sollen Geräte wie das Acer Swift 16 AI und das Asus Zenbook Duo KI-Workloads lokal verarbeiten – und so die Abhängigkeit von der Cloud reduzieren.

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Doch trotz des Hardware-Booms warnen Manager bei Intel und anderen Chip-Herstellern vor einer möglichen Abkühlung des PC-Marktes in der zweiten Jahreshälfte. Zudem beobachtet die Branche aufmerksam die Fortschritte im Quantencomputing. Am 24. April gelang es einem Forscher, einen 15-Bit-ECC-Schlüssel mit öffentlich verfügbarer Quantenhardware zu knacken – und dafür ein Bitcoin-Preisgeld zu kassieren. Zwar bedroht dies noch nicht die standardmäßige 256-Bit-Verschlüsselung, doch die rasch sinkenden Ressourcen für solche Angriffe beschleunigen den Umstieg auf quantenresistente Sicherheitsstandards.

Der Übergang von Tim Cook zu John Ternus bei Apple findet in einem Umfeld statt, in dem Hardware-Spezifikationen wieder zum primären Schlachtfeld werden. Mit Rekordnachfrage bei Halbleitern und KI-Integration als Standardanforderung wird sich zeigen, ob Apples integrierte Strategie gegen ein sich rasant entwickelndes Wettbewerbsfeld bestehen kann.