5 neue Maßstäbe bei Sicherheit und Datenschutz – und bereitet den Boden für eine KI-Revolution. Der iPhone-Hersteller hat am Montag eine Reihe von Updates vorgestellt, die sowohl regulatorische Vorgaben der EU erfüllen als auch die Weichen für die kommende Worldwide Developers Conference (WWDC) am 8. Juni stellen. Im Zentrum steht dabei die hauseigene KI-Plattform Apple Intelligence, die künftig immer mehr Aufgaben direkt auf dem Gerät erledigen soll.
iOS 26.5: EU-konform und sicherer
Die am 19. Mai ausgerollte Version iOS 26.5 bringt vor allem für Nutzer in der Europäischen Union weitreichende Änderungen. Das iPhone öffnet sich nun stärker für Drittanbieter: Vereinfachtes Bluetooth-Pairing mit Nicht-Apple-Geräten, die Weiterleitung von Benachrichtigungen an fremde Hardware und die Freigabe von Live Activities für Drittentwickler – all das war bislang tabu.
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Doch der Update-Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit. Apple hat Schwachstellen im Kernel und in WebKit geschlossen. Besonders spannend: Eine Betaversion der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) für RCS-Nachrichten. Getestet wird sie zunächst mit der Telekom. Das bedeutet: Künftig sollen auch Chats zwischen iPhone und Android-Geräten deutlich privater werden.
Ein weiteres Detail: Beim Umzug auf ein Android-Gerät können Nutzer jetzt genau festlegen, welche Nachrichten sie mitnehmen wollen – und so verhindern, dass Jahre alter Chat-Müll auf das neue System gelangt.
Mehr Kontrolle über das eigene Gerät
Apple hat in den vergangenen Monaten still und leise eine Reihe von Funktionen nachgeschoben, die den Nutzern mehr Macht über ihre Daten geben. Face ID für einzelne Notizen und Dateien – selbst wenn das Handy entsperrt ist, bleiben sensible Inhalte geschützt. Auch beim Teilen von Fotos gibt es eine Neuerung: Standortdaten lassen sich direkt vor dem Versenden entfernen.
Die Hardware-Verwaltung wurde ebenfalls aufgerüstet. Flexible Ladegrenzen zwischen 80 und 90 Prozent sollen die Akkulaufzeit verlängern. Ein Indikator auf dem Sperrbildschirm zeigt, wann der gewünschte Ladestand erreicht ist. Dazu kommt ein adaptiver Leistungsmodus, der Rechenpower und Energieeffizienz ausbalanciert.
iOS 27: Die KI-Offensive
Der eigentliche Paukenschlag wird jedoch auf der WWDC erwartet. iOS 27 soll als „Snow Leopard“-Update daherkommen – ein Begriff, der bei Apple für Stabilität und Optimierung steht. Im Zentrum steht das „Image Playground“: ein Tool, das per Texteingabe eigene Hintergrundbilder generiert.
Noch ambitionierter sind die Pläne für die Produktivität. Apple entwickelt offenbar systemweite Schreibwerkzeuge mit einer Grammatikprüfung, die an Dienste wie Grammarly erinnert. Die Besonderheit: Rund 90 Prozent der Analyse soll direkt auf dem Gerät stattfinden – auf dem Neural Processing Unit (NPU). Das setzt allerdings einen A17 Pro-Chip oder neuer voraus.
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Siri wird zum Chatbot
Die größte Veränderung steht Siri bevor. Der digitale Assistent soll in einer Beta-Version mit einer eigenständigen App-Oberfläche erscheinen, die an ChatGPT oder Gemini erinnert. Ein klares Datenschutz-Feature: Nutzer können festlegen, ob der Chatverlauf nach 30 Tagen, einem Jahr oder gar nicht gelöscht wird.
Komplexe Anfragen könnten über Apples Private Cloud Compute oder Partner wie Google Gemini laufen. Die persönlichen Daten – etwa für automatisch generierte Emojis („Genmoji“) – bleiben aber auf dem Gerät.
Barrierefreiheit neu gedacht
Die am Montag vorgestellten Accessibility-Features zeigen, wohin die Reise geht. Der „VoiceOver Image Explorer“ und ein verbessertes Lupen-Tool beschreiben die Umgebung per Sprachausgabe. Für Hörgeschädigte gibt es automatisch generierte Untertitel für Videos – komplett auf dem Gerät berechnet.
Vision Pro-Nutzer können künftig Elektrorollstühle per Augensteuerung bedienen. Und die Gesichtserkennung soll über 50 Sprachen unterstützen.
Strategische Einordnung
Apple fährt eine Zweigleisstrategie: Einerseits erfüllt der Konzern die strengen EU-Auflagen, andererseits baut er ein eigenes KI-Ökosystem auf, das den Datenschutz nicht opfert. Indem die meisten KI-Aufgaben lokal erledigt werden, grenzt sich Apple von Konkurrenten ab, die stärker auf Cloud-Lösungen setzen.
Die Öffnung des iPhones für Drittanbieter – etwa bei Benachrichtigungen oder Bluetooth – zeigt: Selbst der „walled garden“ muss sich den Marktgegebenheiten beugen. Der Trend geht zum hochpersonalisierten, KI-gestützten Gerät, das sich regionalen Gesetzen anpasst.
Ausblick
Rund 1.000 Entwickler werden zur WWDC nach Apple Park erwartet. Dort dürfte auch der Umfang der Partnerschaft mit Google Gemini für Cloud-Aufgaben offiziell bestätigt werden. Die neuen Accessibility-Features und die KI-gestützte Siri sollen im Herbst 2026 für alle Nutzer kommen. Bis dahin können iPhone-Besitzer mit iOS 26.5 die ersten EU-Features und die verbesserte Nachrichtenverschlüsselung testen.

