Der Tech-Konzern meldet für das zweite Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von umgerechnet rund 102 Milliarden Euro – ein Plus von 17 Prozent.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Apples Geschäft brummt wie selten zuvor. Vor allem die iPhone-Sparte legte kräftig zu und spülte rund 52 Milliarden Euro in die Kassen – ein Anstieg um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Treiber war die anhaltend starke Nachfrage nach der iPhone-17-Reihe. Auch der Dienstleistungsbereich knackte mit umgerechnet 28,5 Milliarden Euro einen neuen Rekord.
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Der Verwaltungsrat reagierte prompt: Ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über rund 92 Milliarden Euro wurde aufgelegt, die vierteljährliche Dividende um vier Prozent auf 0,25 Euro je Anteilsschein erhöht. Zahlungstermin ist der 14. Mai 2026.
MacBook Neo: Der Überraschungserfolg
Ein zentraler Treiber des Wachstums war das neue MacBook Neo, ein 13-Zoll-Einsteiger-Notebook. Seit dem Marktstart am 11. März – vorgestellt wurde es eine Woche zuvor – übertrifft die Nachfrage alle internen Prognosen. Das Gerät mit A18-Pro-Chip kostet ab 549 Euro, für Studenten sogar ab 458 Euro.
Finanzvorstand Kevan Parekh sprach von einer „einzigartigen Kombination aus Wert, Sicherheit und Qualität“, die vor allem Umsteiger von anderen Plattformen überzeuge. Das Problem: Apple kann die Nachfrage kaum bedienen. Konzernchef Tim Cook bestätigte in der Telefonkonferenz Ende April, dass man den Markt nicht vollständig beliefern könne.
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Die Engpässe betreffen auch andere Mac-Modelle. Der Mac mini und das Mac Studio sind ebenfalls knapp – und das nicht nur wegen privater Käufer. Künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage: Entwickler nutzen die Geräte vermehrt für rechenintensive KI-Aufgaben. Der Mac mini ist inzwischen der meistverkaufte Desktop-Computer in China. Hauptengpass sind die fortschrittlichen Halbleiter-Knoten für die Apple-Silicon-Chips.
Aus für Vision Pro – Fokus auf KI-Brille
Während Mac und iPhone boomen, zieht Apple einen Schlussstrich unter sein teures Headset-Projekt. Die Vision Pro wird eingestellt. Ein im Oktober 2025 veröffentlichtes Update mit M5-Prozessor, 120-Hertz-Bildschirm und besserem Akku konnte die Verkaufszahlen nicht retten. Branchenkreisen zufolge wurden seit dem Start Anfang 2024 nur rund 600.000 Einheiten abgesetzt.
Das Entwicklungsteam wurde weitgehend aufgelöst. Software-Ingenieure arbeiten nun an Siri, die Hardware-Spezialisten an einer neuen Produktkategorie: displaylosen Smart Glasses. Der Schritt folgt auf eine ungewöhnlich hohe Rücklaufquote des 3.200 Euro teuren Headsets und die Streichung einer geplanten günstigeren Version.
Die neue Brille soll leicht sein, KI-Funktionen bieten und Ende 2026 oder Anfang 2027 auf den Markt kommen – zum Preis zwischen 370 und 550 Euro. Als Brückentechnologie plant Apple zudem AirPods Ultra mit Infrarotkameras, die im September erscheinen sollen.
Steigende Kosten und Führungswechsel
Trotz der Rekordzahlen schlägt Apple Alarm: „Deutlich höhere Speicherkosten“ werden das Geschäft ab Juni 2026 belasten. Der weltweite DRAM-Mangel – befeuert durch den Ausbau von KI-Rechenzentren – treibt die Preise für Speicherchips in die Höhe. Analysten warnen, dass Speicher künftig bis zu 45 Prozent der Materialkosten eines Mobilgeräts ausmachen könnte.
Tim Cook erklärte, dass die bestehenden Lagerbestände die Margen im abgelaufenen Quartal noch geschützt hätten. Der Druck werde nun aber steigen. Apple prüft Optionen, die auch die Preise oder Ausstattung künftiger Geräte beeinflussen könnten. Hinzu kommen die Bemühungen, mehr Produktion in die USA und nach Indien zu verlagern sowie Zollrückerstattungen zu erwirken.
Die Zahlen brachten auch Klarheit in die Nachfolgefrage: Tim Cook wird am 1. September 2026 als CEO zurücktreten und als Aufsichtsratsvorsitzender im Unternehmen bleiben. Sein Nachfolger heißt John Ternus. Der designierte Chef zeigte sich zuversichtlich und bezeichnete die aktuelle Phase als „die aufregendste Zeit“ in seiner 25-jährigen Firmenzugehörigkeit.
Ausblick: KI bleibt Wachstumstreiber
Für das dritte Quartal 2026 rechnet Apple mit einem Umsatzplus von 14 bis 17 Prozent – deutlich über den Analystenerwartungen von rund 9,5 Prozent. Der Optimismus gründet auf dem wachsenden Dienstleistungsgeschäft und der bevorstehenden Markteinführung der iPhone-17-Serie in neuen Ländern.
Die Integration Künstlicher Intelligenz bleibt zentral. Die Partnerschaft mit Google Gemini zur Verbesserung von Siri komme gut voran, so die Konzernführung. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen um über 33 Prozent auf umgerechnet 10,5 Milliarden Euro – ein klares Signal, dass Apple im KI-Wettbewerb nicht ins Hintertreffen geraten will.
Lieferkettenprobleme und steigende Komponentenpreise bleiben zwar Herausforderungen. Doch das Rekordquartal und der wachsende Mac-Kundenstamm – nicht zuletzt dank des MacBook Neo – zeigen: Apple steht gut da. Der Führungswechsel im September wird der erste große Test für die neue Ära unter John Ternus.

