Die Tech-Welt ist in Bewegung: Während Apple die nächste iOS-Version testet, gerät Meta mit der EU-Kommission aneinander. Die Woche brachte neue Beta-Software, eine WhatsApp-Revolution und regulatorische Drohkulissen.
iOS 26.5 Beta 2: Karten-Werbung und EU-Sonderwege
Apple hat die zweite öffentliche Beta von iOS 26.5 an Tester ausgespielt. Das etwa 1,6 GB große Update legt den Fokus auf Apple Maps und Zubehör-Konnektivität. Die größte Neuerung: standortbasierte Werbung in Nordamerika. Nutzer in den USA und Kanada sollen künftig kontextbezogene Anzeigen sehen, basierend auf Suchbegriffen oder ihrer aktuellen Position. Apple betont, diese Werbung sei nicht mit der Apple ID verknüpft.
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Doch in der EU fehlt diese Funktion – ein klares Zeichen für unterschiedliche regulatorische Landschaften. Stattdessen testet Apple hier erweiterte Unterstützung für Drittanbieter-Zubehör. Dazu gehören Live Activities, verbessertes Pairing und die Weiterleitung von Benachrichtigungen. Selbst die Magic Keyboard profitiert: Sie hält nun auch bei Kabelverbindung die Bluetooth-Verbindung aufrecht.
WhatsApp: Usernames statt Telefonnummer
Meta startet eine fundamentale Änderung bei WhatsApp: Nutzer können sich künftig einen Benutzernamen zulegen. Die Funktion wird seit Anfang April schrittweise eingeführt und soll bis Juni weltweit verfügbar sein. Der Clou: Kommunikation ohne Preisgabe der privaten Handynummer wird möglich. Usernames müssen zwischen 3 und 35 Zeichen lang sein und dürfen Kleinbuchstaben, Zahlen, Punkte und Unterstriche enthalten.
Parallel testet WhatsApp „View Once“ für Textnachrichten – sie löschen sich nach dem Lesen selbst. Ein neues Sicherheits-Feature in der Android-Beta warnt zudem in Echtzeit, wenn ein verknüpftes Gerät zeitgleich mit dem Haupt-Smartphone aktiv ist. Doch Kritik bleibt: Telegram-Gründer Pavel Durov moniert, dass rund 95% der WhatsApp-Nachrichten in Cloud-Backups bei Apple oder Google unverschlüsselt seien, da die Verschlüsselung optional bleibe.
EU-Kommission greift Meta hart an
Die Brüsseler Behörde erhöht den Druck auf Meta. Grund ist der Umgang mit künstlicher Intelligenz von Drittanbietern auf WhatsApp. Die Kommission wirft Meta vor, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen, indem es Konkurrenten für den Zugang zur Plattform zur Kasse bittet. Ein im März eingeführtes Gebührenmodell löse die kartellrechtlichen Bedenken nicht, so die EU – es sei faktisch ein Verbot.
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Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera drohte mit einer einstweiligen Anordnung. Meta müsse den Zugang für rivalisierende KI-Chatbots unter den Bedingungen wiederherstellen, die vor dem 15. Oktober 2025 galten. Andernfalls drohe „irreparabler Schaden“ für den Markt. Meta kontert: Die Regulierung zwinge kleinere Unternehmen, Großkonkurrenten wie OpenAI zu subventionieren. Die Gebühren seien nötig, um die Plattform-Infrastruktur zu erhalten.
Aus für alte Smartphones: WhatsApp zieht Support zurück
Für Besitzer älterer Handys wird es eng: WhatsApp hat am 15. April den Support für eine Reihe von Vintage-Geräten eingestellt. Betroffen sind iPhones, die kein iOS 15.1 oder höher ausführen können – darunter das iPhone 5s, iPhone 6, iPhone 7 und das erste iPhone SE. Auf Android-Seite ist nun mindestens Version 5.0 Lollipop erforderlich.
Der nächste Cut steht bereits fest: Ab dem 8. September 2026 wird WhatsApp Android 6.0 oder höher voraussetzen. Davon betroffen sind Geräte wie das Samsung Galaxy S3 oder das erste Motorola Moto G. Nutzer sollten ihre Chat-Verläufe sichern und auf neuere Hardware wechseln. Auch Samsung selbst beendet schrittweise die Sicherheitsupdates für ältere Modelle – darunter die Galaxy S22-Serie und die Falt-Handys Z Fold4 und Z Flip4.
Regionale Strategien und was kommt
Die parallelen Entwicklungen bei Apple und Meta zeigen einen klaren Trend: Regionalisierung. Apple testet Werbung nur in Nordamerika, während es in der EU die Offenheit für Drittanbieter erhöht – eine direkte Antwort auf den Digital Markets Act. Meta steht vor der zweifachen Herausforderung, seine Führungsposition im Messaging zu halten und gleichzeitig kartellrechtliche Attacken abzuwehren.
Der Blick geht nun nach vorne: Auf der WWDC im Juni könnte Apple endlich seine KI-Strategie für das iPhone enthüllen. Die aktuellen Betas enthalten noch keine größeren Siri- oder KI-Updates. Für Meta wird die Frist zur Umsetzung der EU-Anordnung im zweiten Halbjahr 2026 zum entscheidenden Moment. Das Ergebnis könnte ein Präzedenzfall für den Umgang von Messaging-Plattformen mit Drittanbieter-KIs in Europa werden.





