Apple und Qualcomm: Patentabkommen gilt ab April 2027 trotz eigener Modems

Das erneuerte Patentabkommen gilt ab April 2027; Laufzeit und finanzielle Details der Vereinbarung bleiben vertraulich.

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Apple bleibt Qualcomm auch als Lizenznehmer treu, obwohl der Konzern beim iPhone 18 Pro weitgehend auf eigene Modem-Chips umgestellt hat. Qualcomm gab bekannt, dass das globale Patentlizenzabkommen mit Apple verlängert wurde und ab dem 1. April 2027 wirksam wird.

John Han, Executive Vice President und General Manager von Qualcomm Technology Licensing, äußerte sich erfreut über die Verlängerung der Lizenzvereinbarung mit Apple. Zu Laufzeit und finanziellen Konditionen des erneuerten Abkommens machte Qualcomm keine Angaben, die Bedingungen bleiben vertraulich. Apple selbst äußerte sich nicht zu der Vereinbarung.

Getrennt vom Chip-Liefervertrag

Wichtig ist die Unterscheidung: Das Patentabkommen ist unabhängig vom Modem-Liefervertrag zwischen beiden Unternehmen, der bis 2026 läuft. Das ursprüngliche Sechs-Jahres-Abkommen begann am 1. April 2019 und wird nun bis zum 31. März 2027 verlängert, mit einer möglichen weiteren Zwei-Jahres-Option bis zum 31. März 2029. Apple hatte die Verlängerungsoption des vorherigen Vertrags bereits Anfang 2024 gezogen, wodurch die aktuelle Vereinbarung Ende März 2027 ausläuft.

Die Geschichte der beiden Unternehmen war lange konfliktbeladen: 2017 verklagte Apple Qualcomm wegen einbehaltener Royalty-Zahlungen von rund 1 Milliarde US-Dollar, wenige Tage später folgte eine Klage der US-Handelsaufsicht FTC.

Erst 2019 einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich mit einer nicht näher bezifferten Zahlung Apples an Qualcomm, der Rücknahme sämtlicher weltweiter Klagen sowie dem Abschluss des sechsjährigen Patentlizenzabkommens plus eines separaten mehrjährigen Chip-Liefervertrags.

Schätzungen zufolge zahlt Apple zwischen 8 und 9 US-Dollar pro iPhone mit Qualcomm-Modem – dies gilt bis einschließlich des US-Modells iPhone 18 Pro Max.

Nur noch eine Modell-Variante mit Qualcomm-Modem

Die technische Realität hat sich unterdessen deutlich verschoben. Nur die US-Version des iPhone 18 Pro Max setzt laut einem TechInsights-Teardown noch auf ein Qualcomm-Modem, den Snapdragon X80 in Kombination mit einem SDR875-Transceiver. Das iPhone 18 Pro sowie das iPhone Duo nutzen weltweit bereits Apples eigenes C2-Modem, in iPad Pro und iPad Air kommt der C1X zum Einsatz.

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In Europa und Kanada sowie im iPhone 18 Pro – auch in der US-Version – ist ebenfalls der C2 verbaut, während Apples N1-Chip Bluetooth und WLAN übernimmt und das mmWave-Antennenmodul steuert. Der C2 im iPhone 18 Pro soll laut Herstellerangaben bis zu 15 Prozent weniger Energie verbrauchen als der C1X im iPhone Air.

Beim iPhone 18 Pro Max existieren laut Informationen von MacRumors vier regionale Hardware-Varianten: Das US-Modell A3473 ist eSIM-only und nutzt sub-6GHz sowie mmWave-5G mit dem Qualcomm-Chip; das Modell A3716 für Kanada, Japan, Mexiko und den Nahen Osten ist ebenfalls eSIM-only, verzichtet aber auf mmWave; A3717 für Großbritannien und Europa kombiniert nano-SIM mit eSIM; A3718 für China setzt auf nano-SIM.

Alle Varianten außer dem US-Modell nutzen Apples C2-Modem. Die eSIM-only-Modelle verfügen zudem über einen größeren Akku mit 5.567 mAh gegenüber 5.391 mAh bei den Modellen mit SIM-Tray, was rund eine Stunde mehr Nutzungszeit beziehungsweise zwei Stunden mehr Videowiedergabe ermöglichen soll.

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Bedeutung für Qualcomm

Qualcomm hatte für die Apple-Smartphone-Launches 2024, 2025 und 2026 jeweils Snapdragon-5G-Modem-RF-Systeme geliefert. Die Vertragserneuerung reduziert nun kurzfristige Lieferunsicherheit, während Apple parallel eigene Modem-Technologie in ausgewählte Produkte integriert – eine Bestätigung, welches Modem künftig in welchem iPhone verbaut wird, gibt es dabei nicht.

Für Qualcomm ist die Entwicklung finanziell spürbar: Der Umsatz mit Apple-Produkten sinkt schneller als erwartet, das Lizenzgeschäft machte im Juni-Quartal rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Um dies auszugleichen, setzt Qualcomm zunehmend auf Wachstum im Data-Center-Geschäft für 2027. Zudem erhöhte das Unternehmen seit September 2026 seine Chip-Preise im zweistelligen Bereich.

Apple hatte bereits 2019 Intels Modemgeschäft für 1 Milliarde US-Dollar übernommen. Das C1-Modem debütierte im iPhone 16e, der Nachfolger C2 findet sich nun in der iPhone-18-Pro-Reihe.

Trotz dieser Fortschritte kann Apple noch nicht vollständig auf eigene Modems verzichten. Das erneuerte Lizenzabkommen mit Qualcomm sichert dem Konzern in jedem Fall Kontinuität bei der Patentnutzung – unabhängig davon, wie schnell Apple künftig eigene Modem-Hardware ausrollt.