Qualcomm hat eine Verlängerung der globalen Patentlizenzvereinbarung mit Apple angekündigt, die zum 1. April 2027 in Kraft tritt. Die Ankündigung erfolgte einen Tag nach Ablauf des alten Vertrags. Dauer und Finanzkonditionen der neuen Vereinbarung nannte Qualcomm nicht.
Analysten stellen jedoch klar, dass sich die Verlängerung ausschließlich auf die weltweite Lizenzierung von Mobilfunk-Standardpatenten für 4G und 5G bezieht – nicht auf eine Zusage Apples, künftig weiterhin Basisband-Chips von Qualcomm zu beziehen.
Zwei getrennte Verträge
Wie Beobachter betonen, handelt es sich um zwei rechtlich unabhängige Vereinbarungen: einen SEP-Lizenzvertrag (Standard Essential Patents) und einen separaten Chip-Liefervertrag. Die frühere Liefervereinbarung deckte demnach Produkteinführungen bis 2026 ab.
Ohne eine gültige Patentlizenz drohten Apple weltweit Klagen und Verkaufsverbote für sämtliche iPhone-Modelle – auch für Geräte mit Apple-eigenem C2-Modem wie das iPhone 18 Pro. Die nun verlängerte Lizenz deckt laut Berichten beide Hardware-Varianten ab, einschließlich mmWave-5G-Märkten, sichert Qualcomm über mehrere Jahre Lizenzgebühren und schließt eine Kreuzlizenz ein.
Die vorherige Vereinbarung lief sechs Jahre ab dem 1. April 2019 plus einer zweijährigen Verlängerungsoption und endete am 31. März 2027. Laut Reuters wäre eine weitere zweijährige Option bis 31. März 2029 möglich gewesen; die tatsächliche Dauer der jetzt angekündigten Verlängerung ist nicht bekannt.
Apples Chip-Strategie im Wandel
Während das iPhone 17 Pro noch auf Qualcomm-Basisband setzt, verbaut Apple im iPhone 18 Pro überwiegend das hauseigene C2-Modem. Dieses biete laut Berichten in gut versorgten Netzen bessere Uplink- und Energieeigenschaften, zeige aber Schwächen bei Zellwechseln, schwachem Signal und im Dual-SIM-Betrieb.
Auch das iPhone Duo und das iPhone 18 Pro Max außerhalb der USA nutzen demnach das C2, das laut Berichten mmWave-5G in den USA unterstützt, bis zu 15 Prozent weniger Energie als das C1X verbraucht und schnellere Uploads ermöglicht.
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Die US-Version des iPhone 18 Pro Max setzt hingegen weiterhin auf Qualcomm-Hardware in Form des Snapdragon X80. Die neuesten iPad-Pro- und iPad-Air-Modelle nutzen das C1X.
Qualcomm rechnet Berichten zufolge mit einem schnelleren Rückgang des Apple-Hardware-Umsatzes als bislang geplant. Der Modem-Anteil am nächsten iPhone liege laut Reuters deutlich unter 20 Prozent – eine Einschätzung, die auch für den kommenden iPhone-Launch insgesamt bestätigt wird. Apple bleibt dennoch größter Kunde und macht laut Bloomberg über ein Fünftel des Qualcomm-Umsatzes aus.
Finanzielle Eckdaten und Reaktion
Die QCOM-Aktie legte im US-Vorbörsenhandel um rund ein Prozent zu. Branchenschätzungen zufolge liegt die Lizenzgebühr bei etwa 8 bis 9 US-Dollar pro iPhone.
Qualcomms Lizenzsparte QTL verzeichnete im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatzrückgang von 3 Prozent auf 1,28 Milliarden US-Dollar, das EBT sank um 6 Prozent auf 881 Millionen US-Dollar bei einer Marge von 69 Prozent nach 71 Prozent im Vorjahr. Für das vierte Quartal erwartet Qualcomm einen QTL-Umsatz zwischen 1,2 und 1,4 Milliarden US-Dollar bei einer EBT-Marge von 68 bis 72 Prozent.
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Im Quartal bis zum 28. Juni erzielte Qualcomm einen Gesamtumsatz von 9,9 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr; die Handychip-Verkäufe sanken um 20 Prozent auf 5,1 Milliarden US-Dollar, die Lizenzsparte um 3 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar.
Für das laufende Quartal prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz zwischen 9,7 und 10,5 Milliarden US-Dollar; der Umsatz aus dem Datenzentrumsgeschäft soll bis zum Geschäftsjahr 2027 auf 5 Milliarden US-Dollar steigen.
Die QCOM-Aktie legte über zwölf Monate um 14,5 Prozent zu, während die Branche im selben Zeitraum um 95,3 Prozent wuchs. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 19,37 gegenüber 30,11 im Branchendurchschnitt; Zacks stuft die Aktie mit Rank 5 (Strong Sell) ein.
John Han, General Manager von Qualcomm Technology Licensing (QTL), begrüßte die Verlängerung. Apple äußerte sich bislang nicht offiziell dazu.
Historischer Hintergrund
Der Streit zwischen beiden Unternehmen reicht Jahre zurück: 2017 hatte Apple auf eine Rabatt-Rückzahlung von rund 1 Milliarde US-Dollar geklagt, bis Ende 2018 liefen mehr als 50 Verfahren in sechs Ländern.
Der Vergleich von 2019 brachte Qualcomm laut Geschäftsbericht 4,7 Milliarden US-Dollar an Lizenzumsatz ein. Im selben Jahr kaufte Apple die Modem-Sparte von Intel samt rund 17.000 Patenten – ein Schritt, der die spätere Entwicklung eigener Modems wie des C2 ermöglichte.

