Apple und Samsung fallen im Reparatur-Ranking durch

Eine neue Studie zeigt Apple und Samsung bei Smartphone-Reparierbarkeit abgeschlagen. EU-Vorgaben zwingen Hersteller weltweit zum Umdenken.

Europäische Transparenzregeln zwingen Hersteller zum Umdenken – die Branchenriesen hinken hinterher.

Die neue Studie „Failing the Fix 2026″ des US-amerikanischen PIRG Education Fund sorgt für Aufsehen. Apple und Samsung landen auf den letzten Plätzen der Reparierbarkeitswertung unter den großen Smartphone-Herstellern. Während Apple mit der Note „D-“ knapp einer „F“-Bewertung entging, erhielt Samsung ein „D“. Die Untersuchung von über 100 Geräten basiert erstmals auf den strengen Kriterien des europäischen EPREL-Registers – ein klares Signal an die Industrie.

Motorola überrascht, Google im Mittelfeld

Motorola schnitt unter den vier großen US-Marken mit einem „B+“ am besten ab. Die Forscher lobten, dass Motorola als einziger Hersteller keine Punktabzüge wegen Verbindungen zu Anti-Reparatur-Organisationen hinnehmen musste. Google landete mit der Pixel-Serie im Mittelfeld („C-„) und zeigte leichte Fortschritte bei Transparenz und Teileverfügbarkeit.

Anzeige

Banking, PayPal und private Fotos – auf unserem Android-Smartphone speichern wir immer mehr sensible Daten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Gerät effektiv vor Hackern und Datenmissbrauch schützen. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Hardware-Fortschritte treffen auf Software-Blockaden

Die physische Entwicklung schreitet voran – doch die Software bremst. Das iPhone 16 führte Ende 2024 einen „ionischen Flüssigklebstoff“ für den Akku ein: Eine 9-Volt-Batterie genügt, um den Kleber aufzulösen und den Akku zu lösen. iFixit bewertete das iPhone 16 mit 7 von 10 Punkten.

Doch das „Parts Pairing“ bleibt das große Ärgernis. Diese Softwarepraxis deaktiviert Funktionen oder zeigt Warnmeldungen an, wenn ein nicht vom Hersteller autorisiertes Bauteil verbaut wird. Apples „Repair Assistant“ soll helfen, doch Kritiker sehen darin nur einen halben Schritt.

Samsungs Galaxy S25 Ultra (Anfang 2025) gilt als reparaturfreundlichstes Samsung-Gerät seit einem Jahrzehnt – mit vereinfachtem Akkuwechsel und modularerem Innenleben. Dennoch erreichte es nur 5 von 10 Punkten. Grund: restriktive Teilepolitik und das Risiko, Displays beim Ausbau zu beschädigen.

EU-Verordnung zwingt zum Umdenken

Seit dem 20. Juni 2025 müssen alle in der EU verkauften Smartphones und Tablets eine Reparierbarkeitsnote von „A“ bis „E“ auf der Verpackung tragen – ähnlich den Energieeffizienzlabels für Haushaltsgeräte. Die neuen Ökodesign-Regeln verlangen:

  • 15 verschiedene Ersatzteile müssen mindestens sieben Jahre nach Produktionsende verfügbar sein
  • Lieferzeiten von fünf bis zehn Werktagen für professionelle Reparaturbetriebe
  • 800 Ladezyklen mit mindestens 80 Prozent Kapazität für Akkus
  • Fünf Jahre Betriebssystem-Updates ab Verkauf des letzten Modells

Der „Brüssel-Effekt“ zeigt Wirkung: Da separate Produktionslinien für verschiedene Regionen unwirtschaftlich sind, setzen Hersteller weltweit auf modularere Designs und längere Support-Zyklen.

Spezialisten bleiben die Maßstäbe

Das Fairphone 5 hält als einziges modernes Smartphone die perfekte 10 von 10 bei iFixit. Akku, Display und Kamerasensoren lassen sich ohne Spezialwerkzeug tauschen. Das Galaxy S25 FE erhielt im Herbst 2025 eine 9 von 10 für seine klare Innenarchitektur.

Auch bei Laptops zeichnen sich Unterschiede ab: ASUS führt mit „B+“, Apple liegt mit „C-“ am Ende – trotz reparaturfreundlicherer Designs in günstigeren Modellen.

Die Kostenfalle

Trotz Fortschritten beim Öffnen der Geräte bleiben die Reparaturkosten hoch. Displaywechsel für Premiummodelle wie das Galaxy S25 Ultra kosten oft mehrere Hundert Euro für Originalteile. Die immer dichter gepackten Komponenten – etwa die ultradünnen OLED-Stapel im iPhone 17 – machen selbst kleine Fehler bei der Reparatur fatal.

Die Bewegung „Right to Repair“ hat ihr Ziel erweitert: Es geht nun um „Reparaturgerechtigkeit“ – unabhängige Techniker brauchen denselben Zugang zu Diagnose-Software und Kalibrierungswerkzeugen wie autorisierte Zentren. Die EU-Reparaturrichtlinie, die bis Juli 2026 in nationales Recht umgesetzt werden muss, soll diese Hürden beseitigen.

Anzeige

Während die Hardware immer langlebiger wird, rücken neue digitale Gefahren für Android-Nutzer in den Fokus. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Ratgeber, wie Sie Ihr Smartphone in wenigen Minuten gegen Viren und Internet-Kriminalität absichern. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber jetzt herunterladen

Ausblick: Das Ende der Wegwerf-Smartphones?

Die EU-Batterieverordnung tritt 2027 vollständig in Kraft und wird voraussichtlich leicht austauschbare Akkus für alle Geräte vorschreiben. Analysten erwarten, dass die nächste Flaggschiff-Generation noch modularer wird. Hersteller mit schlechten Noten stehen unter Druck, ihre Werte vor dem Weihnachtsgeschäft zu verbessern.

Die Übergangsphase zwischen „Reparatur-Pionieren“ wie Fairphone und Massenherstellern bleibt groß. Doch die Kombination aus Pflichtlabels und Hardware-Innovation deutet darauf hin: Der Erfolg im Jahr 2027 könnte weniger von der Prozessor-Geschwindigkeit abhängen als davon, wie einfach sich ein Smartphone reparieren lässt.