Gleich zwei Sicherheitslücken setzen Apple unter Druck: Ein hartnäckiger Bug beim E-Mail-Schutz und eine neue Schwachstelle in Mac Mail gefährden die Privatsphäre der Nutzer.
Hide My Email: Patziger Bug bleibt hartnäckig
Bereits Anfang Juli hatte Apple einen Patch für eine Sicherheitslücke im „Hide My Email“-Dienst von iCloud+ ausgeliefert. Das Problem: Die echte E-Mail-Adresse eines Nutzers konnte in den Mail-Logs auftauchen, wenn eine an eine Alias-Adresse gesendete Nachricht als Spam abgewiesen wurde. Sicherheitsforscher hatten den Fehler bereits im Juni 2025 gemeldet.
Doch der Ärger ist noch nicht vorbei. Technische Experten konnten das Problem nach eigenen Angaben noch am 17. Juli reproduzieren – trotz Apples Behauptung, der Fehler sei behoben. Besonders brisant: Alias-Adressen, die vor dem 7. Juli 2026 angelegt wurden, könnten weiterhin die zugehörigen echten Adressen in historischen Logs offenlegen. Ein Anwalt hat bereits eine Sammelklage wegen der verzögerten Behebung des Datenschutzproblems eingereicht.
Neue Lücke in Mac Mail entdeckt
Erst am vergangenen Sonntag, dem 19. Juli, stieß der Entwickler Jeff Johnson auf eine weitere Schwachstelle – diesmal in der Mac-Mail-App. Ein manipulierte Header namens „X-Icloud-Hme“ kann dazu führen, dass die primäre Apple-Account-Adresse eines Nutzers in einer Antwortnachricht preisgegeben wird. Und das selbst dann, wenn der Betroffene gar kein iCloud+ abonniert hat oder eine iCloud.com-Mailbox nutzt. Ein offizieller Fix für alle betroffenen macOS-Versionen steht noch aus.
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Warnung vor FaceTime-Betrug
Erst am Montag dieser Woche warnte Apple seine Nutzer vor einer neuen Welle von FaceTime-Betrug. Die Täter nutzen Caller-ID-Spoofing, um sich als Mitarbeiter von Apple, Banken oder sogar Regierungsbehörden auszugeben. Ihr Ziel: An persönliche Daten, Passwörter oder Zahlungen zu gelangen. Apple bittet betroffene Nutzer, Screenshots der betrügerischen Anrufe an eine spezielle Meldeadresse zu schicken.
Strengere Sicherheit für geleaste Geräte in iOS 27
Ein Blick in die Beta von iOS 27 verrät: Apple plant offenbar ein System, das die Funktionalität geleaster Geräte bei Zahlungsverzug einschränkt. Der sogenannte „Restricted Mode“ soll dann die meisten Drittanbieter-Apps blockieren, während grundlegende Funktionen wie Telefon, Uhr und Wallet erhalten bleiben.
Das System arbeitet offenbar mit einem Finanzierungspartner zusammen und nutzt dessen Sperrmechanismus im „Wo ist?“-Netzwerk. Solche Leasing-Programme laufen in der Regel über 24 bis 36 Monate. Ähnlich wie bei der bestehenden Aktivierungssperre sollen diese Maßnahmen verhindern, dass nicht vollständig abbezahlte Geräte unbefugt genutzt oder weiterverkauft werden.
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Erweiterter Datenschutz für iCloud
Für Nutzer, die höchste Sicherheit wünschen, bietet Apple mittlerweile den Advanced Data Protection (ADP) an. Dieser erweitert die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf weitere iCloud-Dienste wie Fotos, Notizen und Geräte-Backups. Während Apple bei der Standard-Sicherheit die Verschlüsselungsschlüssel für die Datenwiederherstellung bereithält, liegen diese bei ADP ausschließlich auf den vertrauenswürdigen Geräten des Nutzers. Wer diese Funktion aktiviert, muss zwingend einen Wiederherstellungskontakt oder einen Wiederherstellungsschlüssel einrichten – Apple selbst kann dann nicht mehr bei einem Account-Verlust helfen.

