Apple unter John Ternus: Produktdesign wird zur zentralen Priorität

Ternus entscheidet bei Apple maßgeblich über Gerätegestaltung und Software-Oberflächen; neue Produkte sollen in den kommenden Wochen folgen.

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Der neue Apple-Chef John Ternus rückt die Gestaltung von Hardware und Software wieder in das operative Zentrum des Konzerns. Rund einen Monat nach seinem Amtsantritt als Chief Executive Officer am 1. September 2026 hat Ternus das Produktdesign zur zentralen Priorität erklärt. Er arbeitet mehrmals pro Woche, bisweilen sogar mehrfach täglich, direkt im internen Designstudio mit den Entwicklungsteams an neuen Geräten und Benutzeroberflächen.

Mit diesem Ansatz unterscheidet sich Ternus deutlich von seinem Vorgänger Tim Cook, der das Designstudio während seiner Amtszeit durchschnittlich nur etwa eine Stunde pro Monat aufsuchte.

Ternus und Executive Chairman Tim Cook erinnerten am Montag an den Unternehmensgründer Steve Jobs, der am 5. Oktober 2011 im Alter von 56 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben war. Beobachter werten das aktuelle Vorgehen von Ternus als Rückkehr zu einer jobsianisch geprägten Führungskultur, bei der die Konzernspitze tief in Detailfragen der Produktentwicklung eingreift.

Direkte Führung ohne offiziellen Designchef

Faktisch fungiert Ternus nun als Designchef für die Bereiche Industrie- und Software-Design. Diese Funktion war seit dem Abschied des langjährigen Chefdesigners Jony Ive im Jahr 2019 unbesetzt geblieben.

Eine formelle Ernennung von Ternus zum Chief Design Officer gibt es zwar nicht, doch trifft er die maßgeblichen Entscheidungen über Gehäusegestaltung und Benutzeroberflächen eigenhändig. Das Unternehmen sucht derzeit auch nicht nach einem externen Designchef.

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Innerhalb der Abteilungen leitet Molly Anderson das Industrial Design bereits seit 2024. Die Software-Oberflächen unterstehen Steve Lemay, der die Leitung des Human-Interface-Bereichs übernommen hat. In der Vergangenheit hatte die Designabteilung nach dem Ausscheiden von Jeff Williams im Jahr 2025 zwar formell an Tim Cook berichtet, in der Praxis jedoch bereits damals eng mit Ternus zusammengearbeitet.

Ternus bringt eine lange Historie im Unternehmen mit: Er trat 2001 in das Produktdesignteam von Apple ein und stieg 2021 zum Senior Vice President für Hardware Engineering auf.

Bei der Produktentwicklung kooperiert er eng mit Chief Hardware Officer Johny Srouji und dem Leiter des Hardware-Engineerings, Tom Marieb. Die Konzernfinanzen verantwortet Finanzchef Kevan Parekh, während das operative Geschäft und die Lieferkette bei Betriebschef Sabih Khan liegen.

Umbau im Team und bevorstehende Produktpremieren

Die personelle Neuordnung folgt auf spürbare Abgänge in Apples Kreativabteilung. Wettbewerber OpenAI warb in der Vergangenheit zahlreiche Apple-Designer ab, darunter Evans Hankey und Alan Dye, wobei Letzterer zwischenzeitlich auch zu Meta wechselte. Um das Studio neu aufzustellen, verpflichtete Apple unter anderem den belgischen Möbeldesigner Julien Renault.

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Die intensivierte Designarbeit soll sich bereits in den kommenden Wochen in neuen Geräten niederschlagen. Für den 13. Oktober 2026 ist die Vorstellung eines neuen Smart-Home-Hubs angesetzt. Zudem wird im weiteren Verlauf des Monats der Verkaufsstart des iPhone Duo erwartet.

Für den kommenden Monat zeichnet sich zudem ein überarbeitetes MacBook Pro mit OLED-Touchscreen ab. Laut Branchenbeobachter Mark Gurman wird das Modell explizit als MacBook Pro und nicht als MacBook Ultra geführt; Apple habe dafür das Innenleben grundlegend neu konstruiert, Bauteile miniaturisiert und Komponenten umgeordnet, um das Gerät leichter zu machen.

Mehr zum Thema bei MacRumors: „Apple’s New CEO John Ternus is Making Product Design a ‚Major Priority’“