Der neue Apple-Chef John Ternus, der erst seit wenigen Wochen die Nachfolge von Tim Cook angetreten hat, erwägt laut aktuellen Berichten eine grundlegende Neuausrichtung der Veröffentlichungsstrategie. Ersetzt werden sollen die etablierten Starttermine im Frühjahr und Herbst durch häufigere, über das gesamte Jahr verteilte Produkteinführungen.
Zeitgleich mahnten Analysten der Bank of America in einer aktuellen Einschätzung, dass Apple seine Software- und Serviceteams schneller integrieren müsse. Da KI-Agenten der Konkurrenz täglich leistungsfähiger würden, seien die bisherigen jährlichen Software-Zyklen des Konzerns eine Herausforderung im Wettbewerb.
Strukturelle Reformen und Fokus auf Ingenieursleistung
Ternus strebt eine Beschleunigung der internen Abläufe an, um Apple im Zeitalter der künstlichen Intelligenz experimentierfreudiger aufzustellen. Geplant seien weniger mittlere Führungsebenen und ein verstärkter Fokus auf technisches Engineering.
Berichten zufolge habe der CEO bei einer Mitarbeiterversammlung dazu aufgerufen, die Zahl der Neueinstellungen zu begrenzen und stattdessen eine höhere Leistung von den bereits beschäftigten Ingenieuren einzufordern.
Um die Produktentwicklung effizienter zu gestalten, prüfe das Unternehmen zudem den Einsatz von KI zur Übernahme bestimmter Mitarbeiteraufgaben. Ziel sei es, gegenüber neuen KI-Geräten von Wettbewerbern wie Meta und Alphabet wettbewerbsfähig zu bleiben. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Umstellung der etablierten Entwicklungsabläufe Jahre in Anspruch nehmen könnte.
Stellenstreichungen und Budgetkürzungen in Kernbereichen
Im Zuge der Umstrukturierung hat der Konzern bereits damit begonnen, Personal abzubauen. In den zwei Wochen vor Ende September wurden unter anderem Engineering-Programmmanager aus der Hardwareentwicklung entlassen, darunter rund sechs Direktoren. Betroffene Mitarbeiter seien teilweise aufgefordert worden, innerhalb weniger Wochen intern eine neue Stelle zu finden, um eine endgültige Entlassung zu vermeiden.
Wer sich mit der neuen Geschwindigkeit der Apple-Softwareentwicklung und den damit verbundenen Systemänderungen befasst, sollte die Sicherheit seiner Daten im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die wichtigsten Einstellungen nach jedem System-Update überprüfen. Sichere iOS-Updates: Kostenlosen Ratgeber herunterladen
Auch Teams für Siri, die Vision Pro, KI-Software und Fitness+ waren von Kürzungen betroffen. Für das Jahr 2027 wurden geplante Budgeterhöhungen reduziert, Marketingausgaben beschnitten und Personalstände eingefroren.
Laut Mitarbeiterkreisen könnten weitere Stellenstreichungen Ende 2026 oder Anfang 2027 folgen. Eine im Sommer erwogene Entlassung von rund 5.000 AppleCare-Kundendienstmitarbeitern, deren Aufgaben von KI-Agenten übernommen werden könnten, wurde hingegen vorerst ausgesetzt.
Suche nach neuen Erlösquellen und künftige Produkte
Angesichts eines verlangsamten Wachstums in der Services-Sparte sucht die Unternehmensführung unter Ternus nach Wegen, den Umsatz mit bestehenden Produkten und Diensten zu steigern. In Führungskreisen wurden dazu bereits neue Service-Angebote diskutiert.
Trotz der Sparmaßnahmen wird für die kommenden 12 Monate mit einer Vielzahl an neuen Produkten gerechnet. Berichten zufolge sind mehr als 40 Einführungen geplant. Zu den Erwartungen für das kommende Jahr zählen unter anderem AirPods mit integrierten Kameras, erste Smart Glasses des Unternehmens, ein Smart-Home-Hub sowie Touchscreen-MacBooks. Zudem wird ein überarbeitetes iPhone zum 20. Jubiläum der Produktreihe erwartet.
Angesichts der geplanten Produktoffensive und neuer Funktionen wird es für Nutzer immer wichtiger, die Fachsprache des Herstellers sicher zu beherrschen. Dieses Gratis-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten Begriffe rund um das iPhone in einfachen Worten – inklusive praktischer Aussprachehilfen. Kostenloses iPhone-Lexikon jetzt anfordern
An der Börse sorgten die Nachrichten über den Konzernumbau zunächst für eine verhaltene Reaktion. Die Apple-Aktie verzeichnete am Dienstag einen Rückgang von etwa 2 %. Apple selbst reagierte auf Anfragen zur Stellungnahme zunächst nicht.
Mehr zum Thema bei 9to5Mac: „John Ternus wants to reshape Apple, here’s how“

