Apple unter John Ternus: Produkte sollen künftig übers Jahr verteilt starten

Ternus erwägt häufigere Produkteinführungen und kürzere Entscheidungswege; zugleich senkt Apple Budgets und streicht Stellen im Hardware Engineering.

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Apple-CEO John Ternus erwägt einem Bericht vom 29. September 2026 zufolge tiefgreifende Änderungen an der Art, wie der Konzern neue Produkte entwickelt und vorstellt. Statt sich vorwiegend an den traditionellen Frühjahrs- und Herbstterminen zu orientieren, prüft Ternus intern, Produkte künftig häufiger und über das gesamte Jahr verteilt einzuführen. Zugleich soll Apple schlanker und stärker an technischen Abläufen ausgerichtet werden.

Ternus ist erst seit wenigen Wochen im Amt, nachdem Tim Cook den Posten nach 15 Jahren als CEO abgegeben hat. Die angedachten Maßnahmen umfassen laut einem Bericht von The Verge auch den Abbau mittlerer Managementebenen zwischen Ingenieuren und Führungsspitze, um Entscheidungswege zu verkürzen und die Produktentwicklung direkter an technische Teams zu binden.

Langsamer Umbau statt schneller Kurswechsel

Eine Umstellung der Entwicklungsabläufe könnte laut einem Bericht von Bloomberg, wiedergegeben von MacObserver, mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Häufigere Produktankündigungen bedeuteten demnach nicht automatisch, dass jede Produktlinie künftig jährlich aktualisiert werde. Der vertraute iPhone-Start im September dürfte kurzfristig nicht verschwinden – Apple hat bislang weder einen neuen Kalender noch konkrete Starttermine bestätigt.

Kostendruck und schwächelndes Services-Wachstum

Neben der Entwicklungsstrategie treibt Ternus laut Appleinsider und 9to5mac auch die Suche nach neuen Einnahmequellen voran. Hintergrund ist ein nachlassendes Wachstum der Services-Sparte: Der Services-Umsatz sank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal erstmals seit 2022, während steigende Speicherkosten den Konzern zusätzlich belasten. Ternus prüft daher sowohl neue Dienste als auch höhere Erlöse aus bestehenden Angeboten.

Diese finanzielle Lage schlägt sich bereits in der Budgetplanung nieder. Laut MacRumors wurden für 2027 in frühen Budgetplanungen ursprünglich vorgesehene Budgetsteigerungen reduziert, Personalstände eingefroren und Marketingausgaben gesenkt.

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Stellenabbau im Hardware Engineering

Konkret wurden in den vergangenen zwei Wochen im Bereich Hardware Engineering Stellen für Engineering-Programmmanager gestrichen, darunter rund sechs Direktoren. Betroffene Mitarbeiter haben nach MacRumors-Angaben nur wenige Wochen Zeit, um intern eine neue Position zu finden – andernfalls droht ihnen noch in diesem Jahr die Entlassung.

Proactiveinvestors bestätigt, dass auch mehrere Senior Directors unter den gestrichenen Stellen sind. Betroffen waren zudem Teams, die an Siri, Vision Pro, KI-Software und Fitness+ arbeiten.

Ein Plan, rund 5.000 AppleCare-Mitarbeiter zu entlassen und deren Aufgaben an KI-Agenten zu übertragen, wurde im Sommer den Angaben von 9to5mac zufolge verworfen beziehungsweise auf Eis gelegt. Laut einem Bericht von Channel News Asia prüft Ternus zudem den Einsatz von künstlicher Intelligenz, um Produktentwicklung und interne Abläufe zu beschleunigen. Apple reagierte demnach zunächst nicht auf eine Anfrage von Reuters um Stellungnahme.

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Ausblick auf kommende Produkte

Für das kommende Jahr sind laut Proactiveinvestors kameraausgestattete AirPods, Apples erste Smart Glasses sowie ein neu gestaltetes iPhone zum 20. Jubiläum geplant. The Verge nennt als mögliche weitere Produkte in der Pipeline einen HomePod Mini, ein iPad Mini, ein Apple TV 4K, AirPods mit Kameras sowie MacBooks mit Touchscreen.

Der Umbau der Produktentwicklung dürfte sich laut Berichten über den Apple-Analysten Mark Gurman über Jahre hinziehen. Für Kunden bedeutet das zunächst keine unmittelbaren Änderungen bei den gewohnten Produktstarts, wohl aber einen längerfristigen Strategiewechsel, der sich in den kommenden Jahren in Form neuer Gerätekategorien und veränderter Ankündigungsrhythmen bemerkbar machen könnte.

Mehr zum Thema bei 9to5Mac: „John Ternus wants to reshape Apple, here’s how“