Apple unter Ternus: Mehr als 40 Produkteinführungen sind im Gespräch

Apple prüft schnellere Entwicklungsabläufe und neue Erlösquellen; interne Gespräche laufen, während Stellen im mittleren Management wegfallen.

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Apples Aktienkurs ist am Dienstagmorgen um etwa 2 Prozent gefallen. Auslöser war ein Bericht von Bloomberg, wonach CEO John Ternus erwägt, die traditionellen Frühjahrs- und Herbstzyklen für Produkteinführungen durch häufigere Ankündigungen über das gesamte Jahr zu ergänzen.

Parallel dazu soll das mittlere Management abgebaut werden. Ziel der Überlegungen sind eine schnellere Entwicklung, ein breiteres Geräteangebot und ein stärkerer Fokus auf die Ingenieurarbeit im Unternehmen.

Ternus setzt auf Tempo und Engineering-Fokus

Laut MacRumors will Ternus Apple grundsätzlich schneller und stärker auf technische Entwicklung ausgerichtet aufstellen. Der Konzern soll sich weniger strikt an die eingespielten Frühjahrs- und Herbstzyklen halten und im KI-Zeitalter mehr Raum für Experimente bekommen.

Produktteams sollen dem Bericht von 9to5Mac zufolge künftig mehr Produkte in kürzeren Abständen liefern. Beobachter wie der Observer verweisen auf Pläne von mehr als 40 Produkteinführungen unter Ternus‘ Führung.

Allerdings ist offen, wie schnell sich solche Veränderungen tatsächlich umsetzen lassen. Laut Bloomberg könnten entsprechende Anpassungen der Entwicklungsabläufe Jahre dauern, da etablierte Prozesse nicht kurzfristig umgestellt werden können.

Auch der MacObserver betont, dass die internen Gespräche noch nicht abgeschlossen sind – einen neuen Kalender oder konkrete Starttermine hat Apple bislang nicht angekündigt. Häufigere Ankündigungen bedeuteten demnach nicht zwangsläufig jährliche Updates für jede einzelne Produktlinie; der etablierte September-Zyklus für iPhones dürfte kurzfristig bestehen bleiben.

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Neue Erlösquellen im Fokus

Neben der Entwicklungsgeschwindigkeit beschäftigt sich Ternus laut AppleInsider auch mit neuen Erlösquellen und mehr Umsatz aus bestehenden Produkten. Hintergrund ist ein nachlassendes Wachstum im Servicegeschäft. 9to5Mac berichtet, dass Ternus dazu mit Eddy Cue und CFO Kevan Parekh über neue Services und zusätzliche Monetarisierungsmöglichkeiten bereits bestehender Angebote spricht.

Laut cnyes.com sank Apples Services-Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal erstmals seit 2022. Zudem belasten steigende Speicherkosten die Beschaffung; Apple absorbiere einen Teil davon, um Preiserhöhungen für Kunden zu begrenzen.

Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz spielt eine Rolle: Channel News Asia berichtet, dass Ternus prüft, wie KI die Produktentwicklung beschleunigen und Mitarbeiteraufgaben automatisieren könnte.

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Personalabbau begleitet die Neuausrichtung

Die strategischen Überlegungen gehen mit personellen Einschnitten einher. In den vergangenen zwei Wochen wurden laut MacRumors Engineering-Programmmanager entlassen, darunter rund ein halbes Dutzend Direktoren. Betroffene erhielten demnach nur wenige Wochen Zeit, um eine interne Stelle zu finden – andernfalls droht ihnen noch in diesem Jahr die Entlassung.

Die Kürzungen betrafen auch Teams rund um Siri, Vision Pro, KI-Software und Fitness+. Für 2027 wurden zudem Budgeterhöhungen reduziert, Personalpläne eingefroren und Marketingausgaben gesenkt. Ein im Sommer erwogener Plan, 5.000 AppleCare-Stellen abzubauen und durch KI-Agenten zu ersetzen, wurde laut 9to5Mac verworfen beziehungsweise auf Eis gelegt.

Einordnung des Kursrückgangs

Der Rückgang der Apple-Aktie um rund 2 Prozent am Dienstagmorgen fällt in eine phase, in der der Konzern gleichzeitig über seine künftige Produktstrategie nachdenkt und mit einem schwächelnden Servicegeschäft sowie steigenden Beschaffungskosten umgehen muss. Hinzu kommt laut Observer der Druck, wieder stärker als Innovator wahrgenommen zu werden – eine Einschätzung, die Harvard-Professor David Yoffie öffentlich formulierte.

Ternus war zuvor auf Tim Cook gefolgt, der nach 15 Jahren als CEO nun als Executive Chairman fungiert. Apple selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten; eine Anfrage von Reuters blieb laut Channel News Asia zunächst unbeantwortet.