Apple-Update: 155 Sicherheitslücken in macOS mit KI-Hilfe geschlossen

Apple behebt mit einem großen Update 87 Schwachstellen in iOS und 155 in macOS. Erstmals werden KI-Systeme als offizielle Entdecker in den Sicherheitsberichten genannt.

Der Technologiekonzern Apple hat am 29. Juli 2026 bestätigt, dass eine Reihe von Sicherheitslücken in seinen aktuellen Betriebssystemen mithilfe von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) identifiziert wurde. Unter anderem wurden Fehler in der Browser-Engine Safari mithilfe des KI-Modells Claude von Anthropic aufgedeckt. Dieser Schritt markiert eine Zäsur in der Dokumentation von Sicherheitsupdates, da Apple nun erstmals KI-Tools als offizielle Entdecker in seinen Sicherheitsberichten führt.

Umfangreiches Software-Update behebt Rekordzahl an Fehlern

Bereits am 27. Juli 2026 veröffentlichte das Unternehmen eine weitreichende Serie von Aktualisierungen für seine gesamte Produktpalette. Das Update-Paket umfasst iOS 26.6, iPadOS 26.6, macOS Tahoe 26.6 sowie neue Versionen für tvOS, visionOS und watchOS. Im Zuge dieser Veröffentlichungen wurde eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Schwachstellen behoben: Apple schloss insgesamt 87 Sicherheitslücken in iOS und 155 in macOS.

In den begleitenden CVE-Einträgen (Common Vulnerabilities and Exposures) findet sich erstmals Anthropics Claude als anerkannter Entdecker von Schwachstellen. Dies betrifft unter anderem die Kennung CVE-2026-64757, die eine Lücke im Web-Framework WebKit beschreibt. Neben den KI-gestützten Funden wurde am selben Tag auch die Behebung von CVE-2026-43810 bekannt gegeben, einer kritischen Schwachstelle, die eine Remote-Kernel-Speicherverfälschung ermöglichen konnte.

Zusammenarbeit mit verschiedenen KI-Entwicklern

Die Identifizierung der Sicherheitsrisiken erfolgte durch eine Vielzahl spezialisierter KI-Werkzeuge. Laut den Angaben vom 27. Juli 2026 schreibt Apple die Entdeckung mehrerer CVEs verschiedenen Modellen zu. Jeweils drei Sicherheitslücken wurden durch Anthropics Claude sowie OpenAIs Codex Security gemeldet. Das NVIDIA AI Red Team trug zwei Entdeckungen bei, während eine weitere Meldung auf das System Z.ai GLM zurückgeht.

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Ein Hintergrund für die Beteiligung von Anthropic könnte im April des Jahres liegen. Zu diesem Zeitpunkt startete das Unternehmen das Project Glasswing, eine mit 100 Millionen US-Dollar dotierte Initiative. Diese gewährt ausgewählten Partnern frühen Zugriff auf das Modell Claude Mythos Preview, um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Systeme zu evaluieren.

Experten warnen vor technologischem Wettrüsten

Trotz der hohen Anzahl an korrigierten Fehlern gab Apple am 29. Juli 2026 an, dass bisher keine Berichte über eine aktive Ausnutzung der gepatchten Lücken im produktiven Einsatz vorliegen. Dennoch lösen die neuen Entdeckungsmethoden in der Branche Diskussionen aus.

Ein Sicherheitsexperte des Unternehmens Jamf warnte am 29. Juli 2026 vor einem beginnenden technologischen Wettrüsten. Da nun auch Angreifer verstärkt auf KI-Systeme zurückgreifen könnten, um Schwachstellen automatisiert zu finden, steige der Druck auf Unternehmen massiv an. Die Dringlichkeit schneller Patches werde durch aktuelle Erhebungen unterstrichen: Demnach benötigen rund 79 % der Organisationen länger als einen Tag, um kritische Sicherheitsaktualisierungen nach deren Veröffentlichung zu implementieren. Die Fähigkeit der KI, Fehler in großem Umfang und hoher Geschwindigkeit zu detektieren, verkürze das Zeitfenster für die IT-Sicherheit erheblich.

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