Apple revolutioniert sein Geschäftsmodell: Der iPhone-Hersteller führt in den USA ein umfassendes Hardware-Leasing ein und meldet zugleich einen Rekord bei den Abo-Zahlen. Der Konzern setzt zunehmend auf wiederkehrende Einnahmen statt einmaliger Verkäufe.
Der Technologieriese aus Cupertino startet Ende Juli 2026 gemeinsam mit dem Finanzdienstleister Klarna das neue „Apple Upgrade“-Programm. Es ersetzt das bisherige iPhone-Upgrade-Programm und ermöglicht Nutzern den Zugang zu aktueller Hardware gegen eine feste Monatsgebühr – ganz ohne klassischen Kauf. Ein iPhone 17 Pro mit 256 Gigabyte Speicher kostet so 31,99 Dollar pro Monat über eine Laufzeit von 24 Monaten. Zwar entspricht die Gesamtsumme von 1.099 Dollar dem regulären Verkaufspreis, doch das Modell funktioniert als zinsfreie Finanzierung mit der Option, das Gerät nach Ablauf zurückzugeben oder zu tauschen.
Leasing statt Kauf: Das neue Modell im Überblick
Das Programm beschränkt sich nicht auf Smartphones. Auch andere Produktkategorien sind Teil der Offensive: Das iPad Pro ist ab 24,99 Dollar monatlich erhältlich, das Mac Studio für 48,99 Dollar – jeweils über 36 Monate. Die Apple Watch Ultra 3 gibt es für 24,99 Dollar pro Monat bei 24 Monaten Laufzeit. Voraussetzung ist ein Postpaid-Vertrag bei AT&T, T-Mobile oder Verizon. AppleCare+ ist standardmäßig nicht enthalten.
Der Schritt kommt nicht von ungefähr. Branchenbeobachter verzeichnen weltweit längere Nutzungszyklen bei Geräten. Laut Counterpoint Research wird sich der durchschnittliche Austauschzyklus 2026 auf vier Jahre ausweiten. IDC-Daten zeigen zudem, dass Besitzer von Premium-Geräten in den USA ihre Hardware im Schnitt 42 Monate behalten. Apple-CEO Tim Cook sieht das Programm als Angebot für Nutzer, die regelmäßig upgraden möchten und planbare monatliche Ausgaben bevorzugen.
iOS 27: Neue Finanz-Tools im Wallet
Parallel zum Hardware-Leasing erweitert Apple die Finanzfunktionen seines Betriebssystems. Die zweite Beta von iOS 27, die Anfang August 2026 für Tester freigegeben wurde, enthält eine neue Funktion namens „Insights“ in der Wallet-App.
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Insights ist der Nachfolger der früheren „Connected Cards“-Funktion und bietet Nutzern einen umfassenden Überblick über Ausgaben, wiederkehrende Zahlungen und Kontostände. Im Gegensatz zum Vorgänger, der wegen erforderlicher Bankenkooperationen kaum genutzt wurde, bündelt Insights Daten verschiedener Zahlungskonten und präsentiert visuelle Ausgabetrends – ähnlich aufbereitet wie die Gesundheitsdaten in der Health-App.
Datenschutz hat dabei Priorität: Finanzdaten, die über Insights verarbeitet werden, liegen nicht auf zentralen Apple-Servern, sondern werden von einer Apple-Tochtergesellschaft verwaltet. Weitere Neuerungen der Beta: Die Funktion „Create a Pass“ nutzt visuelle Intelligenz, um physische Mitgliedskarten oder Dokumente mit statischen QR-Codes zu scannen und als digitale Versionen in der Wallet-App zu speichern.
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Abo-Rekord und Gegenwind im Services-Geschäft
Die Konzentration auf wiederkehrende Einnahmen spiegelt sich in den Quartalszahlen wider, die Apple am 30. Juli 2026 vorlegte. Die Zahl der kostenpflichtigen Abonnements – sowohl hauseigene Dienste wie iCloud+ als auch Drittanbieter-Abos aus dem App Store – erreichte demnach 1,5 Milliarden.
Der Services-Umsatz belief sich im Juni-Quartal auf 30,74 Milliarden Dollar – ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz des Rekords für ein drittes Quartal verzeichnete das Segment erstmals seit 2022 einen sequenziellen Rückgang. Apples Finanzchef führt das auf mehrere Belastungsfaktoren zurück: eine schwächelnde Mobile-Gaming-Branche, regulatorische Änderungen im App Store und anhaltende Auswirkungen von US-Gerichtsurteilen.
Um das Wachstum zu sichern, hat Apple in den vergangenen Monaten mehrfach die Preise angehoben. Der Einzeltarif von Apple Music kostet nun 11,99 Dollar, das Apple-One-Premier-Bündel 39,95 Dollar. Analysten sehen im Hardware-Leasing eine ergänzende Strategie: Sie sichert einen stetigen Strom von Nutzern auf die neuesten Geräte, die für die neuesten Software-Dienste optimiert sind – und damit letztlich auch die Services-Einnahmen.

